Im Wandel der Zeit
Wirtschaftswunder in Hamburg, Brief nach Ostberlin
„Bist du dir
sicher, dass es eine gute Idee ist?“, fragte Ursula, als Hans ihr von seinem
Vorhaben erzählte, einen
Brief an seinen Freund Günter in die DDR zu schicken. „Ich werde
mich bemühen, alles so
harmlos wie möglich zu
formulieren“,
entgegnete Hans. „Dass der Brief
mit hoher Wahrscheinlichkeit geöffnet wird, ist
sowieso klar“,
fügte er hinzu. „Meinst du, die Stasi wird uns hier finden?“ Ursula war sich nicht sicher, wie
weitreichend die
Möglichkeiten der DDR-Staatssicherheit waren, Menschen auch
außerhalb der eigenen
Staatsgrenze ausfindig zu machen. „Das können die
bestimmt. Die werden aus meinen
Zeilen auch herauslesen können, dass wir
abgehauen sind. Aber sie können uns jetzt nicht mehr wegen
Republikflucht verhaften.
Immerhin befinden wir uns auf dem
Boden der Bundesrepublik“, antwortete Hans. „Es könnte aber sein, dass Günter Probleme bekommt“,
wendete Ursula ein. „Wenn klar ist, dass Günter mit einem
Republikflüchtigen Kontakt hat, gerät er selbst in
Verdacht.“ „Du hast recht, daran habe ich noch gar nicht gedacht“,
gab Hans zu. „Aber es muss doch irgendwie möglich sein, dass ich ihm ein
Lebenszeichen von mir schicken kann“, sagte Hans
entrüstet. „Dann musst du es so f