| Jana: | Heute ist Donnerstag, der 27. August 2026. Willkommen zu einer neuen Folge unseres wöchentlichen Programms „News in Slow German“ für Fortgeschrittene! Hallo alle zusammen! Hallo Bettina! |
| Bettina: | Hallo Jana! Ein herzliches Willkommen an alle unsere Hörerinnen und Hörer! |
| Jana: | Wir beginnen den ersten Teil des Programms mit Kanadas Ablehnung der amerikanischen Bedingungen für das Handelsabkommen mit den USA. Premierminister Carney hat damit nicht nur ein Handelsabkommen abgelehnt. Kanada sieht in der aggressiven Haltung der USA auch eine Bedrohung seiner Souveränität und kulturellen Identität. Unser nächstes Thema knüpft an unsere erste Story an: Kann die EU dem Beispiel Kanadas folgen und Trump die Stirn bieten? In unserem Wissenschaftsthema sprechen wir über eine Studie zu Verkehrstoten in den USA. Sie zeigt, dass deren Zahl an Tagen, an denen neue Alben bekannter Musiker veröffentlicht werden, um 15 % steigt. Und wir beenden den ersten Teil des Programms mit einer sensationellen Nachricht aus Großbritannien: Nigel Farage hat seinen größten Rivalen, Count Binface, bei den Parlamentswahlen souverän besiegt! |
| Bettina: | Die ersten beiden Storys hängen eng zusammen. Ich finde es gut, dass wir uns ernsthaft mit diesem Thema befassen. Ehrlich gesagt hätte die EU diese Debatte schon vor langer Zeit führen müssen. Aber immerhin. Besser spät als gar nicht. |
| Jana: | Ja, besser spät als gar nicht. Das ist ein Gespräch, das ich vor ein paar Jahren noch für unmöglich gehalten hätte. Aber jetzt machen wir mit den Ankündigungen weiter. Erzähl uns doch bitte, worüber wir im zweiten Teil des Programms sprechen werden. |
| Bettina: | Der Rest des Programms ist der deutschen Sprache und Kultur gewidmet. Die heutige Grammatiklektion konzentriert sich auf False Cognates — Part 2. Wir sprechen über Labskaus, eine gestampfte Masse aus Fleisch und Gemüse. Bei diesem norddeutschen Gericht scheiden sich die Geister. Einige lieben es, andere würden es niemals essen. Seinen Ursprung hat Labskaus in der Seefahrt im 18. Jahrhundert. Vor 65 Jahren begann die DDR mit dem historischen Bau der Berliner Mauer, die West-Berlin hermetisch vom DDR-Umland abriegelte. Mit dem Bau des sogenannten „antifaschistischen Schutzwalls“ wollte die DDR die Abwanderung von Millionen von Flüchtlingen nach West-Berlin stoppen. Das DDR-Regime haute buchstäblich auf den Putz und genau das ist auch die Redewendung diese Woche – Auf den Putz hauen. |
| Jana: | Klingt gut. Dann können wir jetzt mit unserem Programm beginnen. Los geht's! |
Die USA und Kanada finden keine Einigung im Handelsstreit. Am Freitag hatte der kanadische Premierminister Mark Carney die amerikanischen Bedingungen abgelehnt und sein Team angewiesen, die Handelsverhandlungen mit den USA abzubrechen. Carney erklärte, die in letzter Minute von den USA vorgenommenen Änderungen an den vorgeschlagenen Bedingungen seien „unfair, unwirtschaftlich und stellten die Zuverlässigkeit eines jeglichen Abkommens infrage“.
Carneys Entscheidung ist tief in den kanadischen Werten verwurzelt, die Souveränität und nationale Identität über finanzielle Interessen stellen. Dieser Schritt wird wahrscheinlich wirtschaftliche Verluste für Kanada mit sich bringen, wurde jedoch weithin als couragiertes Bekenntnis zur kanadischen Unabhängigkeit und Identität begrüßt.
Einer der umstrittensten Punkte war die amerikanische Forderung, die kanadischen Gesetze aufzuheben, die die zweisprachigen und multikulturellen Traditionen des Landes schützen und fördern. Diese sind besonders wichtig in Quebec, wo Französisch ein zentraler Bestandteil der kulturellen Identität ist. Carney erklärte, dass Abstriche am Schutz der französischen Sprache und der multikulturellen Traditionen Kanadas
Die dramatische Entscheidung des kanadischen Premierministers Mark Carney, die Handelsverhandlungen mit den USA abzubrechen, hat international für Aufsehen gesorgt. Wie zu erwarten, wurden schnell Vergleiche zu den Problemen der Europäischen Union mit den aggressiven Handelsforderungen von US-Präsident Donald Trump gezogen.
Die EU steht unter einem ähnlichen Druck aus Washington. Die USA drängen auf regulatorische Zugeständnisse in den Bereichen Umwelt und Digitalisierung. Theoretisch verfügt die EU aufgrund ihrer wirtschaftlichen Größe und ihres diversifizierten Handels über eine größere Verhandlungsmacht als Kanada. Interne Meinungsverschiedenheiten erschweren jedoch jede Aussicht auf eine einheitliche Haltung.
Einige EU-Staaten befürworten eine harte Linie, andere drängen auf einen Kompromiss. Im Gegensatz zu Kanadas schnell erzieltem Konsens erschwert der schwerfällige Entscheidungsprozess der EU handelspolitische Vergeltungsmaßnahmen. Und geopolitische Überlegungen, wie der Wunsch, die USA weiterhin in die Unterstützung der Ukraine einzubeziehen, machen einen starken Widerstand gegen den Druck der USA unwahrscheinlich.
Improve your German listening skills
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→ Read: Why spoken German is hard to understand - Develop your skills with structured listening exercises
→ Try: Practice with audio and transcripts
Eine Studie, die letzte Woche in der Fachzeitschrift JAMA Network Open veröffentlicht wurde, hat einen auffälligen Zusammenhang zwischen der Veröffentlichung neuer Musikalben populärer Künstler und der Zahl der Verkehrstoten in den USA festgestellt. Bei der Analyse von 233.809 tödlichen Verkehrsunfällen zwischen 2017 und 2022 stellten die Forscher fest, dass die Zahl der Verkehrstoten an Albumrelease-Tagen im Vergleich zu den Tagen davor und danach um 15,1 % höher war.
Das Streaming von Musik stieg an solchen Tagen um 43 % an. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass die zusätzliche Ablenkung durch das Suchen und Streamen neuer Alben auf dem Smartphone ein unterschätzter Risikofaktor sein könnte. Dagegen erfordert das bloße Anhören alter Playlists weniger Aufmerksamkeit.
Am deutlichsten war dieser Effekt bei Unfällen mit nur einem Fahrzeuginsassen. Am stärksten betroffen waren jüngere Männer in Fahrzeugen mit modernen Infotainment-Systemen. Die Forscher weisen darauf hin, dass auch andere Faktoren eine Rolle spielen könnten. Sie machen mit dieser Studie jedoch auf die Gefahren der Ablenkung durch Smartphones beim Autofahren aufmerksam.
Bei der Nachwahl in Clacton zur Besetzung eines im Juli durch Nigel Farage frei gewordenen Sitzes im britischen Parlament traten 34 Kandidaten an – ein neuer Rekord für eine britische Unterhauswahl. Das entscheidende Rennen fand jedoch zwischen Farage selbst und dem Weltraum-Spaßkandidaten Count Binface statt, der beeindruckende 26 % der Stimmen auf sich vereinen konnte. Alle großen Parteien hatten die Wahl boykottiert und als Farce bezeichnet.
Farage, der Chef der Partei Reform UK, ist Großbritanniens prominentester rechtspopulistischer Politiker. Er spricht sich gegen Einwanderung aus und unterstützt eine Lockerung der Regulierung von Kryptowährungen. Zu dieser Nachwahl war es gekommen, weil Farage im Juli als Abgeordneter zurückgetreten war. Grund dafür war ironischerweise die Nichtoffenlegung einer Spende in Höhe von 5 Millionen Pfund, die er von einem Krypto-Milliardär erhalten hatte.
Viele Wähler sympathisierten mit Count Binface – aus Spaß und aus Protest. Seine Wähler betrachten Farage, einen der führenden Köpfe hinter dem Brexit, generell als einen gefährlichen und schlechten Politiker. Die 9.455 Stimmen, die Count Binface erhielt, reichten jedoch nicht aus, um Farage zu bes
Labskaus
| Jana: | Deutschland ist nicht unbedingt berühmt für weltbekannte Speisen wie Pizza oder Bolognese. Dafür gibt es hierzulande aber einige kuriose Gerichte. Dazu zählt auch das Labskaus, eine norddeutsche Spezialität. Rindfleisch, Kartoffeln, rote Beete und Zwiebeln werden zu einer Art Brei gestampft. Serviert wird das Ganze mit eingelegtem Fisch, sauren Gurken und Spiegeleiern. |
| Bettina: | Also, ich bin ja generell an kuriosem Essen interessiert. Aber in diesem Fall muss ich leider passen. |
| Jana: | Wieso? Labskaus ist ein traditionelles, schmackhaftes und gesundes Gericht. Vielleicht sieht es nicht besonders ansprechend aus, weil es so matschig ist. |
| Bettina: | Das Auge isst ja bekanntlich mit. Deshalb würde ich lieber die Augen schließen und mich langsam und vorsichtig nach draußen tasten … |
| Jana: | Das wäre schon ziemlich peinlich, und du würdest dich mit so einem kuriosen Verhalten in einem Restaurant auf jeden Fall blamieren. |
| Bettina: | Hast du Labskaus schon mal probiert? |
| Jana: | Na klar, auf der Nordseeinsel Juist. Dort ist es das Leibgericht von vielen Menschen. |
| Bettina: | Wie kommt es, dass diese kuriose Speise dort so gerne gegessen wird? |
| Jana: | Das hat mit der Entstehungsgeschichte des Labskaus zu tun. Es war ja traditionell ein Gericht für die Seefahrer und hat sich dann im gesamten norddeutschen Raum verbreitet. |
I. Theory
In German, there is a wide variety of words that look and sound similar to words we have in English. When these words share a common meaning in both languages, they are known as cognates. However, words that look similar and don’t have the same meaning are known as false cognates or falsche Freunde.In the following examples, we see that the meaning of the German words in question are not what they seem.
| Die meisten Künstler sind ein bisschen kurios. Most artists are a bit strange. Sie tastete in ihrer Tasche nach ihrem Handy. She fumbled around in her bag for her phone. Er hat sein Sohn blamiert, als er ihn vor seinen Freunden ausgeschimpft hat. He embarrassed his son when he scolded him in front of his friends. |
II. Falsche Freunde
This lesson will focus on four false cognates: tasten, Fall, kurios and blamieren. For each false cognate, the English definition is provided along with the word it may be confused with. The word in parenthesis is the correct German word for the word in quotation marks.Tasten: to fumble/feel around for, not “to taste” (kosten)
| Als sie das dunkle Zimmer betrat, tastete sie nach dem Lichtschalter an der Wand. When she entered the dark room, she fumbled for the light switch on the wall. Ich tastete nach meinen Schuhen unter dem Bett. I felt around for my shoes under the bed. |
Fall: Case/event/instance, not “fall” ie: autumn (Herbst)
Note: Fall does mean “fall” (the noun form of the action “to fall”)| Auf jeden Fall! In any event! Der Richter hat den Fall geschlossen. The judge closed the case. |
Kurios: strange/odd/weird, not “curious” (neugierig)
| Die alte Frau ist ein bisschen kurios. The old lady is a little weird. Es war kurios, dass er uns nicht begrüßt hat. It was weird, that he didn’t greet us. |
Blamieren: to embarrass
| Weil ich seinen Namen vergessen hatte, habe ich mich blamiert. Since I had forgotten his name, I felt embarrassed. Sie haben auf der Party zu viel getrunken und haben sich blamiert. They had too much to drink at the party and embarrassed themselves. |
Berliner Mauerbau vor 65 Jahren
| Bettina: | Letzte Woche war ein besonderer Jahrestag in der Geschichte Deutschlands. Am 13. August 1961 begann der Bau der berühmt-berüchtigten Berliner Mauer. Das war vor genau 65 Jahren. Es gibt nur wenige Tage in der Geschichte Deutschlands, die für unser Land eine derartige Tragweite hatten. Die 155 Kilometer lange Berliner Mauer wurde über Jahrzehnte ausgebaut und wurde weltweit zu einem Symbol des Kalten Krieges. |
| Jana: | Das ist leider wahr. Aber am 13. August selbst war die Angelegenheit noch nicht einmal ein Mäuerchen. Es hatte keinerlei Vorbereitungszeit gegeben. Am Anfang handelte es sich eher um Zäune und Stacheldraht. |
| Bettina: | An einigen Stellen wurde die Mauer schon hochgezogen. Daher war es sofort klar, dass die Sowjetunion und die DDR-Führung hier auf den Putz gehauen hatten, und es die volle Absicht war, West-Berlin hermetisch vom DDR-Umland abzuriegeln. Klar, der Bau der richtigen Mauer mit Wachtürmen, verminten Todeszonen und allem drum herum hat natürlich Jahrzehnte gedauert. Die Mauer wurde bis in die 80iger Jahre immer wieder ausgeweitet. |
| Jana: | Genau. Der Bau der Mauer wurde erst 10 Tage vor dem 13. August vom Diktator des SED-Regimes Walter Ulbricht und dem Diktator der Sowjetunion Nikita Chruschtschow in Moskau beschlossen. Die beiden Männer waren sich zu diesem Zeitpunkt einig, dass sie auf den Putz hauen mussten, da das Überleben der DDR ohne Mauer akut bedroht war. |
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Die Redewendung ist eher umgangssprachlich und wird bevorzugt in informellen Situationen verwendet. Der Ursprung dieser Redensart wird im Schweizerischen (putschen=to start trouble) vermutet. Und daraus soll dann später Putz geworden sein.
Die wortwörtliche Übersetzung von Auf den Putz hauen ist to hit on the plaster. Auf Englisch würde man vielleicht “to show off” oder “to be a loudmouth” order “to go overboard” verwenden.
Beispiel 1:
Der neue Chef der Firma haute immer gern auf den Putz. Nachdem er schon wieder in einem neuen Auto vorfuhr, wusste die Belegschaft sofort, welch eine Person er war.The new boss of the company always liked to show off. After coming to work in yet another new car, the staff knew immediately what kind of person he was.
Beispiel 2:
Nachdem die Schmidts im Lotto gewonnen hatten und völlig auf den Putz hauten, mussten sie sich nicht wundern, dass sie auf einmal viele neue sogenannte Freunde hatten.After the Schmidts had won the lottery and completely went overboard, they did not have to be surprised that they suddenly made many new so-called friends.
| tasten (1) | kurios (3) | blamieren (3) | Fall (3) |
Stefan: Es war ein bisschen , ehrlich gesagt.
Katja: Warum war es ?
Stefan: Die Hochzeitszeremonie hat draußen stattgefunden …
Katja: Was? Trotz des Regens? Das ist aber !
Stefan: Ja! Ich hätte gedacht, wir würden in diesem drinnen bleiben, aber wir mussten eine ganze Stunde draußen im Regen stehen. Außerdem war ich der Trauzeuge und musste die Ringe halten, die mir dann wegen meiner nassen Hände runtergefallen sind.
Katja: Oh nein! Hast du sie gefunden?
Stefan: Ja, nachdem ich mich fünf Minuten lang durch das nasse Gras getestet hatte! Ich habe mich total .
Katja: Aber du hast sie auf jeden gefunden!
Stefan: Ja zum Glück! Anschließend durften wir für das Hochzeitsfest nach drinnen gehen, um zu essen und trinken. Die Braut fühlte sich etwas , weil ihr Vater zu viel Champagner getrunken hatte und deswegen eingeschlafen war.
Katja: Ach, so etwas würde mich auch !
Stefan: Ja, ich habe auf jeden Spaß gehabt.
- Der Vater hat seinen Sohn für das Durcheinande im Haus blamiert.
- Meine Mutter hat mich blamiert, als sie eine Geschichte aus meiner Kindheit erzählt hat.
- Sie tastete in der Schreibtischschublade nach einem Kuli.
- Ich habe den Kuchen getastet und er schmeckt sehr gut!
- Ich bin kurios zu sehen, was in dieser Höhle ist.
- Ich fand es kurios, dass das chinesische Restaurant Pizza verkauft.
- Der Anwalt hat die Akte über den Fall gelesen.
- Im Fall gehen wir oft im Wald wandern.
- Das Wetter heute is sehr kurios. Es regnet und die Sonne scheint.
- Er wurde für das Verbrechen blamiert.