| Sabine: | Heute ist Donnerstag, der 23. Juli 2026. Herzlich willkommen zu einer neuen Folge unseres wöchentlichen Programms „News in Slow German“ für Fortgeschrittene! Hallo zusammen! Hallo Robin! |
| Robin: | Hallo Sabine! Ein herzliches Willkommen an alle unsere Hörerinnen und Hörer! |
| Sabine: | Wir beginnen den ersten Teil unseres Programms mit einer Diskussion über einige aktuelle Ereignisse. Unser erstes Thema ist Andy Burnham, der am Montag zum neuen Premierminister Großbritanniens ernannt wurde. Anschließend sprechen wir über eine Ansprache von US-Präsident Trump. Er sagte, die US-Wahlen seien anfällig für Einmischung aus dem Ausland, insbesondere aus China, und bezeichnete die Situation als eine Krise. In unserem Wissenschaftsteil sprechen wir über eine faszinierende Studie, die eine Antwort auf eine sehr wichtige Frage liefern könnte: Kann Geoengineering die negativen Auswirkungen von El Niño rückgängig machen? Und zum Schluss sprechen wir noch einmal über die Fußball-Weltmeisterschaft. Sie ist am Sonntag zu Ende gegangen. Spanien ist Weltmeister! Wir sprechen über die Spieler, die diese WM unvergesslich gemacht haben. |
| Robin: | Es war wirklich unvergesslich – ein Turnier mit fantastischem Fußball, großen Emotionen und einem starken Gemeinschaftsgefühl. Trotz politischer Spaltungen und der Kritik an der Einmischung von Politikern hat die WM Menschen aus aller Welt zusammengebracht! |
| Sabine: | Ja, die WM war wirklich etwas ganz Besonderes und eine willkommene Abwechslung vom bitteren politischen Alltag. Aber dazu später mehr. Jetzt erzähl uns bitte, über welche Themen wir im zweiten Teil des heutigen Programms sprechen werden. |
| Robin: | Der Rest des Programms ist der deutschen Sprache und Kultur gewidmet. Die heutige Grammatiklektion konzentriert sich auf Adverbs of Place – Part 1. Wenn man an deutsche Eigenschaften denkt, kommen einem Pünktlichkeit und Gewissenhaftigkeit in den Sinn. Aber auch die sogenannte „German Angst“ ist Teil der deutschen Identität. Damit ist unter anderem ein zögerliches, unentschlossenes Handeln bei neuen Herausforderungen gemeint. Es geht weniger um die individuelle Angst eines Einzelnen als um eine kollektive Furcht der ganzen Nation. Der Bundesrat hat für die Einführung der sogenannten “Nur ja heißt ja”-Regel gestimmt. Das Gesetz wird nun der Bundesregierung vorgelegt. Die Mehrheit aller europäischen Länder hat bereits ein solches Gesetz. Deutschland hat in dieser Hinsicht jedoch Scheuklappen. Und genau das ist unsere Redewendung diese Woche – Scheuklappen haben. |
| Sabine: | Sehr gut! Los geht's! |
Andy Burnham wurde zum neuen Premierminister Großbritanniens ernannt und tritt damit die Nachfolge von Keir Starmer an. Burnham hat angekündigt, seine Regierung werde die Zeit politischer Turbulenzen in Großbritannien beenden. Außerdem stellte er ein 340 Millionen Pfund schweres Programm zur Bekämpfung von Obdachlosigkeit vor, dessen Schwerpunkt auf Prävention, Notunterkünften und langfristiger Wohnraumförderung liegt.
Auf internationaler Ebene versicherte er den Verbündeten, dass die Haltung Großbritanniens gegenüber der Ukraine unverändert bleiben werde. Der französische Präsident Emmanuel Macron begrüßte Burnhams Amtsübernahme und äußerte die Hoffnung, dass dies die Beziehungen zwischen Großbritannien und der EU stärken werde.
Im Umgang mit Präsident Trump legt Burnham Wert auf Offenheit und Aufrichtigkeit. Sein Ziel ist es, die enge Partnerschaft mit den USA zu bewahren und gleichzeitig die Interessen Großbritanniens konsequent zu vertreten. Trumps Unbeliebtheit in Großbritannien verschafft Burnham politischen Spielraum. Seine Befürwortung von neuen Öl- und Gasbohrungen in der Nordsee könnte helfen, Trump entgegenzukommen, innenpolitisch jedoch für Unmut sorgen.
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Am 16. Juli hielt US-Präsident Trump eine Ansprache an die Nation. Er sagte, die US-Wahlen seien anfällig für Einmischung aus dem Ausland, insbesondere aus China, und sprach von einer Krise. Er verwies auf Dokumente, die angeblich eine umfangreiche ausländische Einmischung belegen, und behauptete, der „Deep State“ habe ihm diese Informationen vorenthalten.
Eine Analyse der deklassifizierten Dokumente ergibt jedoch ein anderes Bild. Ausländische Mächte, darunter China und die Türkei, haben tatsächlich versucht, Einfluss auf US-Wahlen zu nehmen. Dabei handelte es sich jedoch überwiegend um Propaganda und Maßnahmen zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung. Die US-Geheimdienste fanden keine Beweise dafür, dass China die Wahlen 2020 manipuliert hat.
Tatsächlich zeigen die Geheimdienstberichte interne Meinungsverschiedenheiten über Chinas Taktiken zur Beeinflussung der Wahlen. Gleichzeitig wurde festgestellt, dass Russland aktiv daran gearbeitet hat, Joe Biden zu diskreditieren und Trumps Kandidatur zu unterstützen. Trumps Rede schien das Ziel zu haben, Zweifel an der Integrität der US-Wahlen aufkommen zu lassen.
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Eine am 8. Juli in der Fachzeitschrift Science Advances veröffentlichte Studie beschreibt eine Form des Geoengineerings, die als Wolkenaufhellung oder „Cloud Brightening“ bezeichnet wird. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass diese Methode helfen könnte, die Auswirkungen von El Niño abzuschwächen. El Niño ist ein regelmäßig auftretendes Klimaphänomen im Pazifik, das extremes Wetter verursacht und die globalen Temperaturen steigen lässt.
Wissenschaftler glauben, dass sich die Sonneneinstrahlung auf die Meeresoberfläche reduzieren lässt, wenn die Reflektivität tief hängender Wolken mithilfe von Aerosolen erhöht wird. Dies könnte wiederum die Intensität von El-Niño-Ereignissen verringern. Die Computermodelle der Studie zeigten außerdem, dass ein frühzeitiges Eingreifen sogar einen „Super“-El-Niño in ein neutrales Klimaereignis verwandeln könnte.
Experten warnen jedoch davor, dass Geoengineering Risiken und Ungewissheiten mit sich bringt. Die Autoren argumentieren, dass ein kurzfristiger, gezielter Einsatz solcher Technologien Nutzen bringen könnte, ohne langfristige Verpflichtungen eingehen zu müssen. Andere Wissenschaftler warnen jedoch, dass die Technologie noch nicht einsatzbereit is
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Spanien sicherte sich mit einem knappen 1:0-Sieg nach Verlängerung gegen Argentinien seinen zweiten Weltmeistertitel. Das Spiel war vermutlich Lionel Messis letzter WM-Auftritt. In dem mit Spannung erwarteten Finale dominierte Spanien den Ballbesitz. Der Titelverteidiger Argentinien hingegen schaffte in der regulären Spielzeit keinen einzigen Torschuss.
Emiliano Martínez, Argentiniens Torhüter, glänzte mit zahlreichen starken Paraden und wehrte Spaniens unerbittliche Angriffe ab. Dazu gehörte auch die Abwehr eines gefährlichen Freistoßes von Lamine Yamal. Argentiniens aggressives Spiel gipfelte in einer roten Karte für Enzo Fernández, woraufhin Argentinien in Unterzahl weiterspielen musste. Ferran Torres nutzte diesen Vorteil und erzielte in der Verlängerung das entscheidende Tor.
Der Sieg der Spanier markierte einen historischen Erfolg, da Spanien nun als erstes Land gleichzeitig den Weltmeistertitel bei den Männern und den Frauen hält. Nach 39 unvergesslichen Tagen, in denen 48 Mannschaften in 104 Spielen um den Weltmeistertitel kämpften, ist die Fußball-WM 2026 nun zu Ende gegangen.
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German Angst
| Sabine: | International sind Deutsche bekannt für ihre Pünktlichkeit und Gewissenhaftigkeit. Es gibt allerdings deutsche Stereotype, die nicht unbedingt positiv behaftet sind. Hier kommt die „German Angst“ ins Spiel. Diese lässt sich mit einer Mischung aus Mutlosigkeit, Zögerlichkeit, gepaart mit Zukunftsängsten und einem stark ausgeprägten Sicherheitsbedürfnis beschreiben. Den Deutschen wird nachgesagt, sie würden auf einschneidende Ereignisse besonders furchtsam reagieren und nur zögerlich handeln. |
| Robin: | Naja, die Ereignisse in der Welt da draußen machen einem auch nicht unbedingt Mut. Trotzdem habe ich keine Angst davor. |
| Sabine: | Gemeint ist hier auch nicht die individuelle Angst wie die vor Spinnen oder Angst im Dunkeln, sondern eher eine kollektive Furcht der ganzen Nation. |
| Robin: | Furcht wovor genau? |
| Sabine: | Dass etwas Schlimmes passieren könnte. Drinnen, im Köpfchen der Deutschen, da sieht es also ein bisschen so aus wie im Kopf eines Hypochonders. |
| Robin: | Hypochonder sind doch Menschen, die ständig denken, sie wären sterbenskrank, obwohl überhaupt kein medizinischer Grund vorliegt, oder? |
| Sabine: | Ja, ich würde hier noch ergänzen, dass Hypochonder jede körperliche Veränderung sofort wahrnehmen und sie als Bedrohung fehlinterpretieren. Nur um später festzustellen, dass es doch nicht so schlimm war. |
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I. Theory
Adverbs of place are used to show the location where an action has taken place, is taking place, or will take place. Examples of adverbs of place in English are: “outside,” “above,” and “here.”| Seit wann wohnst du hier? Since when have you lived here? Wir verbringen viel Zeit draußen. We spend a lot of time outside. Die Kinder müssen heute wegen der Kälte drinnen bleiben. The children must stay inside today due to the cold. |
II. Adverbs of Place
This lesson will focus on four adverbs of place: hier, da, drinnen, and draußen. In terms of word order, adverbs of place are often found either after time and manner information, or at the beginning of the sentence if they are stressed.HierHier findet das Treffen statt.The meeting will take place here. Vor 20 Jahren gab es keine Läden hier in diesem Teil der Stadt. 20 years ago, there were no shops here in this part of the city. DaSind wir schon da?Are we there yet? Mein Buch liegt da auf dem Tisch. My book is there on the table. Note: Da sometimes translates to “here” in certain circumstances. Unsere Gäste sind da! Our guests are here! Ich bin wieder da. I am back (here). DraußenMeine Mutter hängt draußen die Kleidung auf.My mother hangs the clothes outside. Im Sommer sitzen wir gern draußen in der Sonne. In the summer, we like to sit outside in the sun. DrinnenEs ist heiß hier drinnen.It is hot in here. Die Katze muss drinnen bleiben. The cat must stay inside. |
Kommt „Nur ja heißt ja“-Regel nun auch in Deutschland?
| Robin: | Der Deutsche Bundesrat hat für die Einführung der sogenannten „Nur ja heißt ja“-Regel im Sexualstrafrecht gestimmt. Die Initiative für diesen Vorschlag war von Hamburg ausgegangen. Im internationalen Vergleich hat Deutschland eindeutig Scheuklappen. Die Mehrheit der EU-Länder haben bereits eine solche Regelung. Sexuelle Handlungen gelten nach diesem Gesetz nur dann als einvernehmlich, wenn eine ausdrückliche und freiwillige Zustimmung vorliegt. Ansonsten sind diese Handlungen strafbar. Insbesondere Spanien hat eine weitreichende Auslegung dieses Gesetzes. |
| Sabine: | Selbst in konservativeren EU-Ländern wie Irland, Frankreich oder Griechenland ist das mittlerweile gang und gäbe. Schweden hat diese Regelung beispielsweise seit 2018, und sie ist in den meisten EU-Ländern mittlerweile selbstverständlich. |
| Robin: | Stimmt. Es gibt diese Regelung auch in Teilen von Kanada und in einigen Staaten der USA wie beispielsweise Kalifornien. Deutschland hinkt mit seinem „Nein heißt nein“ deutlich hinterher. |
| Sabine: | Es ist schändlich. |
| Robin: | Kritiker sagen aber, dass ein solches Gesetz nicht wirklich etwas ändert. |
| Sabine: | Ja, diese Kritiker haben Scheuklappen. Schweigen, das Dulden einer Handlung oder das Sich-nicht-wehren gelten nun nicht länger als Zustimmung. Das hilft insbesondere bei Fällen, wo Opfer in eine Schockstarre verfallen. Und das kommt ausgesprochen häufig vor. |
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Verwendung findet der Ausdruck Scheuklappen haben zum Beispiel in Diskussionen in und außerhalb der Politik. Da der Begriff aus der Tierwelt kommt, wie im Folgenden beschrieben, fällt ein Vergleich nicht aus und die Redewendung ist mit Vorsicht zu gebrauchen. Schnell kann es zu einer persönlichen Beleidigung führen, wenn die Person gegenüber sich schon generell angegriffen fühlt während der Diskussion. Ein Beispiel einer Anwendung in einer Diskussion wäre, wenn jemand offensichtliche Argumente nicht wahrhaben will und nicht auf diese eingeht. Er sieht nur das, was er sehen will und bleibt stur. Dann würde man sagen, dass er Scheuklappen hat.
Den Ursprung hat die Redewendung Scheuklappen haben in der Tierwelt. Die Scheuklappe ist ein Lederstück und am Kopf eines geschirrten Pferdes befestigt. Sie engt den Blickwinkel des Pferdes so ein, dass es nur geradeaus sehen kann. So wird es nicht von Sachen abgelenkt, die neben ihm passieren. Der ältere Begriff „Scheuleder“ wird in der Redensart schon im 15. Jahrhundert verwendet. Anfang des 19. Jahrhunderts hört man den Begriff Scheuklappen haben in der Politik.
Englische Übersetzungen für Scheuklappen haben sind „to have blinders on“, „only see what he/she wants to see“, „to be short-sighted“.
Beispiel 1:
Ich wünsche mir, dass die Diskussion heute Abend ein wenig produktiver verläuft. Letztes Mal hatten die meisten Leute Scheuklappen und das Gespräch hat in keine Richtung geführt.I wish, that the discussion tonight is going to be a little more productive. Last time most people had blinders on and the conversation did not lead anywhere.
Beispiel 2:
Es ergibt einfach keinen Sinn, sich mit Frank über das Thema Flüchtlinge zu unterhalten. Er hat Scheuklappen und sieht nur, was er sehen will.It does not make sense to talk about the topic of refugees with Frank. He only sees what he wants to see.
Beispiel 3:
Ich würde behaupten, dass alle Menschen Scheuklappen haben in Hinsicht auf den Klimaschutz. Es hilft nichts, Energiesparlampen zu benutzen, aber regelmäßig an das andere Ende der Welt in den Urlaub zu fliegen.I think that most people are short-sighted when it comes to climate protection. It does no good to use energy-efficient lightbulbs on the one hand, but to regularly fly around the globe for vacation on the other hand.
- Während des Sturms bleibt die Katze .a - drinnenb - draußen
- Dies ist meine Wohnung. wohne ich seit 2012.a - Dab - Hier
- Der Mercedes bleibt in der Garage, aber der VW steht auf der Straße.a - drinnenb - draußen
- Weißt du, ob der Chef ist? Ich muss mit ihm reden.a - hierb - da
- Der Chef hat ein Treffen in der Stadt. wird er den ganzen Tag sein.a - Hierb - Da
- Trotz des Regens haben wir die Hochzeit gefeiert.a - drinnenb - draußen
- Wir gingen nicht in die Höhle hinein, weil wir nicht wussten, was war.a - drinnenb - Draußen
- Warst du auf dem Fest? Ich habe dich gar nicht gesehen.a - hierb - da
- Achtung! ist es gefährlich!a - Hierb - Da
- ist es zu laut, um sich zu unterhalten. Lass uns irgendwo anders hingehen.a - Hierb - Da
| drinnen (2) | draußen (3) | da (3) | hier (2) |
- Es ist heute zu heiß. Lass uns lieber bleiben.
- Seid vorsichtig! Wir haben einen Bären gesehen.
- Darf man rauchen?
- Hallo? Ist jemand?
- Ich mache ein Feuer. Es ist kalt hier .
- Die Kinder sollten mehr Zeit verbringen.
- Montreal ist eine zweisprachige Stadt. spricht man Französisch und Englisch.
- Ich bin zu krank, um nach zu gehen.
- Wir gehen heute ins Museum. gibt es eine neue Ausstellung.
- Willst du heute Abend bei mir einen Film sehen?