| Jana: | Heute ist Donnerstag, der 16. April 2026. Herzlich willkommen zu einer neuen Folge unseres wöchentlichen Programms „News in Slow German“ für Fortgeschrittene! Hallo allerseits! Hallo Michael! |
| Michael: | Hallo Jana! Ein herzliches Willkommen an alle unsere Hörerinnen und Hörer! |
| Jana: | Wie immer diskutieren wir im ersten Teil unseres Programms einige aktuelle Ereignisse. Auch heute ist das nicht anders. Im Mittelpunkt unserer ersten Diskussion stehen die Wahlen in Ungarn, bei denen Péter Magyars Tisza-Partei zwei Drittel der Sitze im Parlament errungen hat. Die Wahlergebnisse beenden die 16-jährige Regierungszeit des illiberalen Regimes von Viktor Orbán und seiner Fidesz-Partei. In unserer nächsten Diskussion geht es um einen UN-Bericht, der besagt, dass der Krieg im Iran 32 Millionen Menschen in die Armut treiben könnte. In unserem Wissenschaftsteil sprechen wir über eine neue Krebsstudie, die zeigt, dass Menschen, die verheiratet sind oder einmal verheiratet waren, ein geringeres Krebsrisiko haben als Menschen, die nie geheiratet haben. Und wir beenden den ersten Teil des Programms mit einer Würdigung des Weltkunsttages. Jedes Jahr wird an diesem Tag das künstlerische Schaffen und die Bedeutung der Kunst für die Bildung und die kulturelle Vielfalt gefeiert. |
| Michael: | Und nun hat KI Einzug in die Welt der Kunst gefunden! |
| Jana: | Genau das ist die Kontroverse. Es geht um die Frage, ob KI für den Untergang der Kunst verantwortlich ist. Aber lass uns diese Debatte für später aufheben. Erzähl uns bitte, worüber wir im zweiten Teil des heutigen Programms sprechen werden. |
| Michael: | Der Rest des Programms ist der deutschen Sprache und Kultur gewidmet. Die heutige Grammatiklektion konzentriert sich auf Word Order (Part 2): Adverbial Phrases. Kaffee ist aus unserer heutigen Welt kaum noch wegzudenken, und er ist auch das Lieblingsgetränk der Deutschen – noch vor dem Bier. Früher galt Kaffee jedoch als Luxusgut, und später dann als Überlebenselixier der Arbeiterklasse. Heutzutage gibt es eine Fülle an Kaffeespezialitäten. Unter den Deutschen ist jedoch eine bestimmte Variante am beliebtesten. Über Ostern war die berühmte Münchener Eisbachwelle plötzlich wieder da. Surfer nutzten diese einmalige Gelegenheit, obwohl das Surfen dort seit längerem illegal ist. Das Verhältnis zwischen der Surfgemeinde und der Stadt München geht seit langem buchstäblich den Bach herunter. Und genau das ist auch die Redewendung dieser Woche: Den Bach heruntergehen. |
| Jana: | Gute Themen. Na dann los! |
Die Wahlen in Ungarn am 12. April haben die politische Landschaft des Landes drastisch verändert. Nachdem fast alle Stimmen ausgezählt sind, ist abzusehen, dass die Tisza-Partei von Péter Magyar voraussichtlich zwei Drittel der Sitze im Parlament für sich gewinnen wird. Das Wahlergebnis beendet die 16-jährige Regierungszeit des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán und seiner Fidesz-Partei. Es ist außerdem ein herber Rückschlag für Orbáns internationale Verbündete.
Lange Zeit wurde Viktor Orbán als ein nationalistischer Führer gefeiert, der sich oft selbst gerne als illiberal bezeichnete. Seine Niederlage ist auch eine schwere Enttäuschung für seine hochrangigen internationalen Verbündeten wie die Trump-Regierung, Wladimir Putin und die Vorsitzenden von verschiedenen europäischen rechtsextremen Parteien, die Orbán nicht nur finanziell, sondern auch mit Besuchen und verbaler Unterstützung im Wahlkampf geholfen hatten.
Während des Wahlkampfs hatte Orbán eine fast komplette Kontrolle über die ungarischen Medien. Er stellte die Opposition außerdem als Handlanger Brüssels und der Ukraine dar. Um der Rhetorik der Regierung entgegenzuwirken, konzentrierte sich Péter Magyars Tisza-Par
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Am 13. April warnte das UN-Entwicklungsprogramm UNDP in einem neuen Bericht, dass weltweit mehr als 32 Millionen Menschen aufgrund der wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs in Armut geraten könnten. Das UNDP berichtet von einem durch den Krieg verursachten Dreifachschock: hohe Energiepreise, Unsicherheit der Nahrungsmittelversorgung und schwaches Wirtschaftswachstum.
Dem Bericht zufolge würde sich die Hälfte des weltweiten Anstiegs der Armut auf eine Gruppe von 37 Ländern konzentrieren. Dazu zählen Länder in der Golfregion, Afrika und Asien sowie kleine Inselstaaten. Die Industrienationen können die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Konflikts besser abfedern, doch die Länder des Globalen Südens werden aufgrund finanzieller Engpässe am stärksten leiden.
Der UNDP-Bericht kommt zu dem Schluss, dass gezielte Subventionen in Höhe von rund 6 Milliarden Dollar helfen könnten, die am stärksten gefährdeten Menschen abzusichern. UNDP-Vertreter betonen die Bedeutung von internationaler Hilfe und von internationalen Investitionen in die wirtschaftliche Entwicklung, um weitere Instabilität und Konflikte zu verhindern.
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Am 8. April wurde in der Fachzeitschrift Cancer Research Communications eine neue Krebsstudie veröffentlicht. Forscher analysierten zwischen 2015 und 2022 erhobene Datensätze von mehr als 100 Millionen US-Amerikanern, die Daten zum Familienstand sowie Patientendaten zu mehr als vier Millionen Krebsfällen umfassten. Die Studie zeigt, dass Menschen, die verheiratet sind oder einst verheiratet waren, ein niedrigeres Krebsrisiko haben als Menschen, die nie geheiratet haben.
Alleinstehende Frauen hatten demnach eine 85 % höhere Wahrscheinlichkeit, Krebs zu entwickeln, als verheiratete oder vormals verheiratete Frauen. Bei Männern lag dieser Wert bei 68 %. Bei noch nie verheirateten Männern war die Analkrebsrate rund fünfmal so hoch wie bei verheirateten. Und bei noch nie verheirateten Frauen war die Gebärmutterhalskrebsrate fast dreimal so hoch wie bei verheirateten. Die Raten für Leber- und Lungenkrebs waren in beiden Gruppen von Alleinstehenden etwa doppelt so hoch.
Die Forscher betonen, dass diese Ergebnisse nicht bedeuten, dass die Ehe an sich Krebs verhindert, sondern dass der Familienstand ein wichtiger sozialer Faktor ist, der die Gesundheit beeinflusst. Aufgrund der Risikofaktoren
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Gestern, am 15. April, dem Geburtstag von Leonardo da Vinci, wurde weltweit der Weltkunsttag begangen. Dieser Tag soll an den Wert der Kunst und ihre Bedeutung für die Gesellschaft erinnern. Der Weltkunsttag wurde 2019 von der UNESCO ins Leben gerufen. Jedes Jahr stellt dieser Tag das kreative Schaffen in den Mittelpunkt und würdigt die Rolle der Kunst für die Bildung und die kulturelle Vielfalt.
Heutzutage wird jedoch viel über den Untergang der Kunst diskutiert. Experten sagen, dass traditionelle künstlerische Methoden oft durch digitale Formen ersetzt werden, denen die emotionale Wirkung traditioneller Kunstformen fehlt. Sie äußern auch Bedenken, dass künstliche Intelligenz die menschliche Kreativität ersetzen könnte. Gleichzeitig stellt die Sättigung des Kunstmarktes die Relevanz von Kunstgalerien infrage.
Auf der anderen Seite sehen viele Experten in neuen Technologien vielversprechende Möglichkeiten. Sie sagen, dass sie die Reichweite der Kunst über Museen hinaus erweitern und den schöpferischen Prozess demokratisieren. Manche äußern ihre Besorgnis über den Verlust künstlerischer Traditionen und über das rasante Tempo der neuen digitalen künstlerischen Produktion; andere hingeg
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Die Deutschen und ihr Kaffee
| Jana: | Es gibt wahrscheinlich nur ein Getränk, das die Deutschen lieber trinken als Bier – nämlich Kaffee. Es gibt ihn in vielen verschiedenen Varianten, vom Espresso bis hin zu aufwendigen Kreationen. Pro Jahr trinkt jeder Deutsche im Schnitt 165 Liter des beliebten Heißgetränks. Doch das war nicht immer so. Früher war Kaffee ein absolutes Luxusgut. |
| Michael: | Ich liebe Kaffee. Ich trinke jeden Morgen entspannt eine Tasse, manchmal auch zwei. Danach kann der Tag starten. |
| Jana: | Früher hättest du dir das wahrscheinlich nicht leisten können. Kaffee wurde erst nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem wirtschaftlichen Aufschwung in Deutschland für jedermann erschwinglich. |
| Michael: | Ja, ich weiß. Aber wie erging es den Menschen davor? Kaffee gibt es doch nicht erst seit Mitte des 20. Jahrhunderts. |
| Jana: | Ganz und gar nicht. In Europa ging die Verbreitung von Kaffee als Genussmittel im 17. Jahrhundert vom Hof Ludwig XIV in Paris aus. |
| Michael: | Also waren die Franzosen eigentlich die ersten Europäer, die in den Genuss von Kaffee kamen. |
| Jana: | Die breite Masse konnte sich das Luxusgetränk überhaupt nicht leisten. Es wurde nur bei Hofe getrunken, und zwar heiß und gezuckert. |
| Michael: | Dann war es in Deutschland bestimmt ähnlich. Die Reichen leisteten sich den Genuss, während der Großteil der Bevölkerung Wasser trinken musste. |
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I. Theory
An adverbial phrase is a group of words that modifies a verb and thus shows how the action is being done. In German, these phrases are often categorized in the following categories: time (tomorrow, in the summer, next year), manner (with my family, by train, alone), and place (to Berlin, at home, here).In most German sentences, adverbs are presented in the following order: time + manner + place. Exceptions do occur, usually when a specific phrase is being stressed.
| Ich jogge nach der Arbeit (time) mit einem Kollegen (manner) in der Stadt (place). I go running in the city with a colleague after work. Wir gehen nach dem Konzert (time) mit ein paar Freunden (manner) ins Restaurant (place). We go to the restaurant after the concert with some friends. Ich lese während des Sturms (time) allein (manner) zu Hause (place). I read alone at home during the storm. |
II. Placement in Relation to Verb(s)
In most situations, these adverbial phrases will be found either after the main verb, between verbs, or between a verb and a participle.| Ich bin gegen 10 Uhr allein vom Fest gekommen. I came home alone around 10:00. Wirst du morgen nach der Schule deine Hausaufgaben machen? Will you do your homework tomorrow after school? Können wir im Sommer mit dem Hund im See schwimmen? Can we swim in the lake with the dog this summer? |
III. Stressing an Adverbial Phrase
If an adverbial phrase begins a sentence, it is being stressed. All other information will continue to follow the time, manner, place order.Remember: All main clauses must have a verb following the subject, object, or adverbial phrase that starts the sentence.
| Gestern hat die Konferenz in Leipzig begonnen. Yesterday, the conference in Leipzig began. Im Winter fahren wir mit der Familie in den Bergen Ski. In the winter, we are skiing in the mountains with the family. Manchmal gehe ich allein ins Museum, wenn ich mich langweile. I sometimes go alone to the museum, if I am bored. |
Kontroversen um berühmte Eisbachwelle in München
| Michael: | Es geschehen ja doch noch Wunder. Über Ostern war die berühmte Eisbachwelle in München plötzlich wieder da. Das ist eine künstliche, stehende Flusswelle. Für Surfer konnte es über Ostern also wieder buchstäblich den Bach runter gehen. |
| Jana: | Ja, das wird aber nicht lange dauern, das weißt du schon, oder? Irgendeiner wird in einer Nacht- und Nebelaktion ein illegales Brett im Flussbett montiert haben, das die Stadt München unter Garantie wieder entfernen wird. |
| Michael: | Wieso eigentlich? Eine solche Welle zu haben, im Zentrum einer Großstadt, war ein absoluter Glücksfall für die Stadt München. Sie zog Schaulustige und Touristen aus der ganzen Welt an, die dieses Wunder bestaunt haben. Surfen auf einem Bach mitten in München! |
| Jana: | Tja. Aber dann ist das Verhältnis zwischen den Surfern und der Stadt München den Bach runtergegangen. Im April 2025 gab es einen tödlichen Unfall auf der Eisbachwelle. Eine 33-jährige Surferin war mit ihrer Sicherheitsleine irgendwo hängengeblieben und wurde unter Wasser gedrückt. Sie konnte nicht rechtzeitig gerettet werden. |
| Michael: | Aber das war ein tragischer Unfall! Einzigartig in der 40-jährigen Geschichte der Eisbachwelle. Die Eisbachwelle gibt es seit den 70iger Jahren. Damals sollten Bauarbeiten mit Beton den Eisbach beruhigen. Seitdem gab es dort eine wunderschöne Welle zum Surfen, eine der konstantesten Flusswellen in der ganzen Welt. 2010 wurde das Surfen auf ihr sogar legalisiert. |
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Die Phrase den Bach heruntergehen ist eine umgangssprachliche Redewendung. Sie ist jedoch harmlos, was den Gebrauch betrifft. Anwenden kann man sie also in allen Situationen und im Gespräch mit verschiedenen Personen. Wenn man sagt, dass etwas den Bach heruntergegangen ist, schwingt in der Redewendung ein bisschen Ohnmacht gegenüber der Situation mit. Wenn man beispielsweise etwas verloren hat und man sagt, es sei den Bach heruntergegangen, drückt man ein wenig aus, dass es nicht die eigene Schuld ist. Dies kann aber durchaus der Fall sein. Mit der Redewendung gibt man sprichwörtlich dem Bach, also den äußeren Umständen, die Schuld.
Den Ursprung hat die Redewendung den Bach heruntergehen vermutlich im Mittelalter. Damals wurden Abfälle und Fäkalien in die Flüsse und Bäche geschüttet, um sie los zu werden. Kanalisation oder Müllabfuhr gab es nicht. Die Flüsse und Bäche trugen alle unerwünschten Sachen hinaus aus der Stadt. Ab und zu fiel allerdings auch etwas anderes als Abfall und Fäkalien in den Bach. Das war dann verloren, es sei denn, man sprang hinterher.
Übersetzungen ins Englische für den Bach heruntergehen sind “to go down the tubes”, “to go downhill”, “to go down the drain”.
Beispiel 1:
Ich arbeite ja eigentlich gerne in meinem Job, aber seit der alte Boss nicht mehr da ist, geht die Firma den Bach herunter.I really like working in my job, but since the old boss left, the company is going down the tubes.
Beispiel 2:
Wir hatten letztens noch einen großen Vorsprung vor den anderen Mannschaften. Dann ist unser Torwart krank geworden und die Meisterschaft ist den Bach heruntergegangen.We were far ahead of the other teams. Then our goalkeeper got sick and the championship went down the drain.
Beispiel 3:
Jordanien war früher ein beliebtes Reiseziel, doch nach den Terroranschlägen ist der Tourismus den Bach heruntergegangen.Jordan used to be a popular destination for travelers, but after the terrorist attacks tourism went downhill.
| A. vor der ganzen Klasse B. durch das ganze Land C. fast jeden Abend D. im Büro E. in der Kneipe F. im Wald G. gegen die Franzosen H. schnell I. bei einem Freund J. mit dem Auto |
- Wenn wir bei der Arbeit viel zu tun haben, essen wir mittags schnell .
- Mein Freund und ich haben im letzten Jahr eine Autoreise gemacht.
- Heute wird die deutsche Mannschaft in Bonn spielen.
- Als wir im Wasser waren, begann es zu blitzen. Deshalb mussten wir zum Strand schwimmen.
- Fährst du morgen nach Prag?
- Er liest seinen Kindern ein Buch vor.
- Die Schülerin hat das Gedicht mit Begeisterung gelesen.
- Normalerweise haben wir donnerstags unseren Stammtisch.
- Er wandert am Wochenende immer gern
- In Salzburg werden wir übernachten.
- Wir feiern meinen Geburtstag .
A - mit einem Picknick
B - im Park
C - am Samstag - Meine Schwester hat beschlossen, zu studieren.
A - in Heidelberg
B - an der Uni
C - im Herbst - Am Ende des Tages haben die Schüler gespielt.
A - laut
B - vor der Schule - Der Gastgeber begrüßte die Gäste .
A - in einem herzlichen Ton
B - im Festsaal - Die Räuber sind geflohen.
A - aus dem Land
B - in der Nacht
C - mit einem gestohlenen Auto - Wir sind geflogen.
A - für unser erstes großes Konzert
B - nach Wien - Wir reisen .
A - nach Brüssel
B - mit dem Zug - Das Gebäude wurde zerstört.
A - in der Nacht
B - durch ein Feuer - Ich habe gearbeitet.
A - im Garten
B - am Wochenende
C - mit meiner Freundin - Warum gehst du ?
A - zum Supermarkt
B - so spät