| Lisa: | Heute ist Donnerstag, der 19. Oktober 2017. Willkommen zu einer neuen wöchentlichen Ausgabe von News in Slow German! Hallo allerseits! Ich bin Lisa. |
| Phillip: | Und ich bin Phillip. |
| Lisa: | Im ersten Teil unseres Programms sprechen wir über aktuelle Ereignisse. Wir beginnen mit der Befreiung von Rakka, einer von der Terrororganisation „Islamischer Staat“ besetzten Stadt in Syrien. Danach besprechen wir die Ergebnisse der Parlamentswahlen in Österreich, die am vergangenen Sonntag stattfanden. Weiter geht es mit der Diskussion einer Studie, die unsere bisherigen Annahmen zur Domestikation von Hunden in Frage stellt. Und zum Abschluss sprechen wir über eine Italienerin, der das Recht auf Krankengeld zugesprochen wurde, damit sie sich um ihren kranken Hund kümmern konnte. |
| Phillip: | Lisa, verlagern wir den Schwerpunkt unseres Programms jetzt von Weltnachrichten auf „Nachrichten aus der Welt des Hundes“?! |
| Lisa: | Ich dachte mir, dass du etwas in dieser Richtung sagen würdest ... |
| Phillip: | Und? |
| Lisa: | Im letzten Beitrag geht es um das Recht, seine kranken Haustiere zu pflegen. Und die Geschichte davor behandelt das Thema Kooperation. |
| Phillip: | Kooperation? Ich dachte, es geht hier um Domestikation. |
| Lisa: | Ok, ich verstehe, dass das etwas verwirrend klingt, aber es ist ein spannendes Thema für eine Diskussion. |
| Phillip: | Na, da bin ich aber gespannt. |
| Lisa: | Ok, Phillip! Jetzt geht es erst einmal zurück zu den Schlagzeilen. Im zweiten Teil unseres Programms wird es um die deutsche Kultur und die deutsche Sprache gehen. Im Grammatikteil unseres Programms besprechen wir die Verwendung von Artangaben. Das ist unser heutiges Thema. Und wir beenden unser Programm mit einer neuen deutschen Redewendung: „Jemandem nicht das Wasser reichen können“. |
| Phillip: | Super, Lisa! Los geht's! |
| Lisa: | Ja, Phillip, lass uns keine Zeit verlieren. Fangen wir an! |
Die syrische Stadt Rakka, die letzte Hochburg der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) wurde von US-gestützten syrischen Truppen eingenommen. Die Ankündigung der Eroberung der Stadt am Dienstag markierte das Ende eines harten viermonatigen Kampfes und drei langer Jahre Besatzung durch IS.
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Am vergangenen Sonntag gewann die konservative Volkspartei die Parlamentswahlen in Österreich. Mit diesem Sieg wird das Land höchstwahrscheinlich einen Rechtskurs einschwenken. Darüber hinaus wird der Vorsitzende der Volkspartei, Sebastian Kurz, dank dieses Wahlergebnisses mit 31 Jahren der jüngste Regierungschef der Welt.
Die Partei von Kurz, deren Wahlkampf auf Einwanderungsfeindlichkeit und Muslimenfeindlichkeit basierte, erhielt rund 32 Prozent der Stimmen. Die liberalen Sozialdemokraten unter dem derzeitigen Bundeskanzler Christian Kern kamen auf etwa 27 Prozent der Stimmen. Die rechtspopulistische Freiheitliche Partei erhielt 26 Prozent. Analysten glauben, dass Kurz eine Koalition mit der Freiheitlichen Partei eingehen wird, die in den 50er Jahren von ehemaligen Nazis gegründet wurde und sehr islamfeindlich ist.
Kurz, der derzeitige österreichische Außenminister, ist dafür in die Kritik geraten, dass er die Volkspartei auf einen stärkeren Rechtskurs gebracht hat, um von den Ängsten der Bürger vor Einwanderern zu profitieren. Wie auch die Freiheitliche Partei warb Kurz in seinem Wahlkampf für schärfere Einwanderungskontrollen, die Kürzung von Leistungen für Flüchtlinge und ein
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Eine populäre Hypothese besagt, dass Hunde im Laufe ihrer Domestikation zahmer geworden sind. Dies wurde in einer Studie, die am 16. Oktober in der Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht wurde, in Frage gestellt. Das Experiment wurde im Wolfsforschungszentrum in Wien in Österreich durchgeführt, wo Wölfe und Hunde von Geburt an in derselben Umgebung aufwachsen.
Um zu testen, ob Kooperation eine Eigenschaft ist, die Wölfen und Hunden angeboren ist, wurden die beiden Arten für die Studie in einem klassischen Verhaltensexperiment verglichen, dem sogenannten Tauzieh-Test. In diesem Experiment ziehen jeweils zwei Tiere gleichzeitig an einem Seil, um eine Schale mit Futter zu sich zu ziehen. Die Tiere erhalten nur dann ein Stück rohes Fleisch zur Belohnung, wenn sie zusammen am Seil ziehen. Die Wissenschaftler stellten fest, dass Hunde nur in zwei von 472 Versuchen erfolgreich waren. Im Gegensatz dazu erledigten Wölfe die Aufgabe in 100 von 416 Versuchen mit Erfolg.
Wölfe sind soziale Tiere. Sie leben in Gruppen, jagen in Gruppen und ziehen ihre Jungen gemeinsam auf. Dieses Verhalten ist bei heutigen Hunden nicht zu beobachten, obwohl allgemein davon
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Ein italienisches Gericht hat einer Akademikerin an einer Universität in Rom für die Zeit, die sie sich für die Pflege ihres kranken Hundes freigenommen hatte, Krankengeld zugesprochen. Das Urteil, über das der Guardian, die BBC und andere Medien in der vergangenen Woche berichtet hatten, ist das erste seiner Art in Italien.
Die Frau, die nur unter ihrem Vornamen Anna bekannt ist, hatte sich für eine Operation und die anschließende Pflege ihres 12 Jahre alten Hundes zwei Tage freigenommen. Sie lebt allein und hatte keine anderen Möglichkeiten für den Transport und die Pflege ihres Hundes. Sie stellte fest, dass die Universität diese zwei Tage nicht bezahlen würde. Rechtsanwälte der Organisation Lega Anti Vivisezione (LAV), einer der größten Tierschutzorganisationen in Europa, halfen ihr, vor Gericht zu gehen.
Die Anwälte verwiesen auf eine Regelung im italienischen Gesetz, nach der Personen, die sich nicht angemessen um ein Haustier kümmern, mit einer Gefängnisstrafe oder einer Geldbuße rechnen müssen. Sie nannten das Urteil einen „wichtigen Schritt nach vorn“, da es Haustiere als Familienmitglieder anerkennt.
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| Phillip: | Was hältst du denn so für das beste Jahr Deutschlands aller Zeiten, wenn es um Deutschland allein geht? |
| Lisa: | Offensichtlich kann ich dir das schlimmste Jahr nennen ... |
| Phillip: | 1933, die Machtergreifung Hitlers. Geschenkt. |
| Lisa: | Oder alle zwölf darauffolgenden Jahre. Die Ansammlung Deutschlands schlechter Jahre platzt aus allen Nähten. Die Jahre des ersten Weltkriegs können offensichtlich auch nicht toll gewesen sein. |
| Phillip: | Es wäre mir lieber, wenn du bei meiner ursprünglichen Frage bleiben könntest. |
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I. Theory
Unlike in English, adverbs generally do not take a specific suffix in German. For this reason, they tend to look just like their adjectival form. In English, many adverbs (adjectives used to describe how an action is done) take the suffix: -ly. In this lesson, we will discuss more adverbs of manner, also known as “descriptive adverbs.”| Wir sind uns gestern zufällig im Park begegnet. We met yesterday by chance in the park. Ich möchte heute Abend lieber zu Hause bleiben. I’d rather stay home tonight. Dieses Projekt kann ich nicht allein schaffen. I can’t manage this project alone. |
II. Adverbs of Manner
The following list contains an additional 4 adverbs of manner that are frequently used. In the standard German sentence, the information regarding the manner in which an action is done is found in between time and place information. However, it is common to see adverbs at the beginning of sentences as well.Lieber
| Ich trinke lieber Wein zum Abendessen. I prefer wine with dinner. Schwimmst du lieber in einem See oder in einem Schwimmbad? Do you prefer to swim in lakes or in pools? |
Allein
| Ich arbeite lieber allein. I prefer to work alone. Die Kinder müssen ihre Hausaufgaben allein machen. The children need to do their homework alone. |
Zufällig
| Haben Sie zufällig Feuer? Do you have a light by chance? Der Unfall ist nicht zufällig geschehen. Es war Absicht. The accident didn’t happen by chance. It was done on purpose. |
Offensichtlich
| Da dein Name darauf steht, gehört dieses Buch offensichtlich dir. Since your name is on it, this book clearly belongs to you. Man kann den Verbrecher ganz offensichtlich auf dem Video sehen. You can clearly see the criminal on camera. |
| Lisa: | Kennst du dich eigentlich mit den Bayreuther Festspielen aus? |
| Phillip: | Ich weiß, dass es irgendwas mit Richard Wagner zu tun hat. |
| Lisa: | Die Bayreuther Festspiele werden ja auch die Richard-Wagner-Festspiele genannt. |
| Phillip: | Und warum ist das so? |
| Lisa: | Ich glaube, ich muss hier wohl ganz von vorne anfangen. Du scheinst dich auf dem Gebiet mal wieder nicht so gut auszukennen. |
| Phillip: | Ich kann dir einfach nicht das Wasser reichen. |
| Lisa: | Aber Richard Wagner kennst du, oder? |
| Phillip: | Klar! Parsifal, Tristan und Isolde, Ring der Nibelungen ... |
| Lisa: | Gut, du weißt ja besser Bescheid, als ich dachte. |
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Angewendet wird der Ausdruck jemandem das Wasser reichen in allen Bereichen der deutschen Sprache. Natürlich sollte man vorsichtig damit umgehen, wenn man selbst behauptet, dass die andere Person einem nicht das Wasser reichen kann. Das klingt ein wenig arrogant. Es kommt immer wieder zu einer lustigen Situation, wenn man beim gemeinsamen Essen nach dem Wasser fragt und jemanden darauf anspricht, ob er einem das Wasser reichen kann.
Den Ursprung hat die Redewendung jemandem das Wasser reichen im Mittelalter. Damals wurde fast ausschließlich mit Händen gegessen. Bei einem fürstlichen Festessen gingen Diener mit Wasserschalen herum, sodass sich die Herrschaften darin ihre Finger waschen konnten. Diese Diener waren in der Hierarchie der Bediensteten jedoch an hoher Position, sodass niedrig gestellte Diener noch nicht einmal das Wasser reichen konnten.
Englische Übersetzungen für jemandem das Wasser reichen sind “not be able to hold a candle to someone“, “not be able to keep up with someone“, “not be able to compete“.
Beispiel 1:
Beim Thema Kunstgeschichte kann ich dir einfach nicht das Wasser reichen, da kennst du dich viel besser aus.When it comes to art history, I can’t hold a candle to you. You know that topic so much better than I do.
Beispiel 2:
Ich mache den Job seit dreißig Jahren. Und du kommst hier einfach an und tust so, als ob du mir das Wasser reichen könntest!I have been doing the job for thirty years. And you just come along and pretend to be able to keep up with me.
Beispiel 3:
Wir sind zwar eine kleine, motivierte Firma, können den großen Unternehmen aber nicht das Wasser reichen.We are a small, motivated company, but we can’t compete with the big corporations.
| offensichtlich | lieber | zufällig | allein |
Stefan: Ich auch! Ich bin froh, dass du mitkommen kannst, damit ich nicht reisen muss.
Katja: Ja, gerne. Ich reise auch mit jemand anderem. So können wir alles zusammen erleben. Hast du die öffentlichen Verkehrsmittel in Island recherchiert?
Stefan: Ja, habe ich. Es gibt kein richtig gutes System. Die meisten Touristen mieten Autos, glaube ich. Wir werden auch ein Auto mieten, um das Land zu erkunden.
Katja: Ah, ok. Kein Problem. Das mache ich sowieso , als in einem voll besetzten Bus zu reisen. Ein Auto ist ganz komfortabler.
Stefan: Genau. Wenn wir im Auto fahren, können wir, wann immer wir wollen, unterwegs anhalten und uns die Landschaft ansehen.
Katja: Klingt gut! Übernachtest du im Hotel oder in der Jugendherberge?
Stefan: Ich würde in einer Jugendherberge übernachten, denn dort können wir andere Reisende kennenlernen.
Katja: Ich stimme dir zu. Als ich in Paris war, habe ich viele interessante Menschen im Hostel oder im Zug kennengelernt.
| a - allein b - offensichtlich c - zufällig d - lieber |
- einsam =
- beliebig =
- vollkommen klar =
- einzeln =
- bevorzugen =
- durch Zufall =
- Vorliebe =
- selbstständig =
- evident =
- ohne Absicht =