| Hanna: | Heute ist Donnerstag, der 28. September 2017. Willkommen zu einer neuen Ausgabe von News in Slow German! Hallo allerseits! Ich bin Hanna. |
| Phillip: | Und ich bin Phillip. |
| Hanna: | In der ersten Hälfte unseres Programms widmen wir uns den Geschehnissen der Woche aus aller Welt. Wir beginnen mit einer Diskussion der Wahlergebnisse in Deutschland vom letzten Sonntag. Weiter geht es mit den Herausforderungen, mit denen Puerto Rico nach dem Hurrikan Maria zu kämpfen hat. Anschließend besprechen wir die Ergebnisse einer Umfrage, die von der BBC durchgeführt wurde, und laut der nahezu vier von fünf Internetnutzern wegen der Zunahme der Anzahl von Falschmeldungen besorgt sind. Und zum Schluss sprechen wir über die Entscheidung eines renommierten französischen Starkochs, seine Michelin-Sterne abzugeben. |
| Phillip: | Ein französischer Starkoch will seine Michelin-Sterne abgeben? Echt? Das ist ja so, als ob ein Olympiasieger seine Medaille wegwirft oder als ob ein Oscar-Preisträger seinen Preis zurückgibt oder … wie ein Hai, der leichte Beute dankend ablehnt, oder ... |
| Hanna: | Ok, ich verstehe, worauf du hinauswillst. Aber, wie ich sehe, interessiert dich dieses Thema ... |
| Phillip: | Ja, da hast du wohl recht. |
| Hanna: | Beenden wir jetzt erst einmal unsere Einleitung. Im zweiten Teil unseres Programms wird es, wie immer, um die deutsche Kultur und die deutsche Sprache gehen. Im Grammatikteil unseres Programms besprechen wir die Verwendung von Modalpartikeln — das ist unser heutiges Thema. Und wir schließen unser Programm in dieser Woche mit einer neuen deutschen Redewendung ab: „Am Pranger stehen“. |
| Phillip: | Ich freue mich darauf, dass es endlich losgeht! |
| Hanna: | Na dann ...? Worauf warten wir noch? Fangen wir an! |
Angela Merkel wurde am vergangenen Sonntag zum vierten Mal als deutsche Bundeskanzlerin wiedergewählt. Ihre Macht ist jedoch geschwächt, da ihre konservative Partei Verluste hinnehmen musste und das schlechteste Wahlergebnis seit Ende des Zweiten Weltkriegs erzielte. Die rechtspopulistische Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) erhielt 13 Prozent der Stimmen. Damit zieht zum ersten Mal seit mehr als 60 Jahren eine offen nationalistische Partei in den Bundestag ein.
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Hurrikan Maria traf am vergangenen Mittwoch auf Puerto Rico und verursachte dort schwere Zerstörungen. Die gesamte Insel ist ohne Elektrizität und etwa 15.000 Menschen sind in Notunterkünften untergebracht. Mindestens 16 Menschen kamen bei dem Hurrikan ums Leben. Es war der stärkste Sturm in Puerto Rico seit 1932.
Maria war nach Irma und Jose der dritte Hurrikan, der die Inseln in der Karibik innerhalb von drei Wochen traf. Nachdem Maria in Guadeloupe, auf den Jungferninseln und in Dominica, wo 27 Menschen ums Leben kamen, auf Land traf, verwüstete der Hurrikan die gesamte Insel von Puerto Rico mit sintflutartigen Regenfällen und Windgeschwindigkeiten von bis zu 250 km pro Stunde. Am Dienstag erklärte die Bürgermeisterin der Hauptstadt San Juan, die Insel sei „in einer humanitären Krise“. Nahezu die Hälfte der 3,5 Millionen Einwohner der Insel seien ohne Trinkwasser und Krankenhäuser hätten keinen Diesel, um Rettungseinrichtungen zu betreiben.
Präsident Donald Trump will die Insel am nächsten Dienstag besuchen. Er gab an, dass er nicht früher hatte kommen können, ohne die Hilfsarbeiten zu stören. Unterdessen erreichen Lieferungen von Trinkwasser, Nahrungsmitteln und Hilfsgütern die
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79 Prozent aller Internetnutzer fürchten, online veröffentlichte echte Nachrichten nicht von Falschmeldungen unterscheiden zu können. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des BBC World Service, die am vergangenen Freitag veröffentlicht wurde. Die Befragung von mehr als 16.000 Erwachsenen aus 18 Ländern ergab außerdem, dass ein Großteil der Internetnutzer gegen eine Internetregulierung durch die Regierung ist.
Die Umfrage wurde zu einer Zeit veranstaltet, in der die Anzahl von Berichten über Falschmeldungen, die oft im Zusammenhang mit politischen Kandidaten oder politischen Zwecken stehen, zunimmt. Sorgen über Falschmeldungen waren am weitesten in Brasilien verbreitet. Dort äußerten 92 Prozent der Befragten Bedenken, dicht gefolgt von Indonesien, Nigeria und Kenia. Deutschland war das einzige Land, in dem eine knappe Mehrheit der Befragten (51 Prozent) angab, nicht besorgt zu sein.
Obwohl sich die Befragten in den meisten Ländern gegen eine Regulierung des Internets durch die Regierung aussprachen, waren 67 Prozent der Nutzer in China und 53 Prozent der Nutzer in Großbritannien dafür.
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Einer der berühmtesten Köche Frankreichs schockierte die kulinarische Welt letzte Woche mit der Bitte an den Restaurantführer Michelin, die drei Sterne seines Restaurants zurückziehen. Sébastien Bras, der Besitzer des Restaurants Le Suquet in Südfrankreich sagte, er wolle sich von dem Druck befreien, der mit einer der höchsten Auszeichnungen im Restaurantsektor einhergeht.
In einem am vergangenen Mittwoch auf Facebook veröffentlichten Video sagte der 46-jährige Bras, er wollte seinem Leben „einen neuen Sinn geben“ und darüber nachdenken, was wirklich wichtig sei. Le Suquet führt die höchste Auszeichnung von drei Sternen seit 1999, als der Vater von Bras der Besitzer des Restaurants war. Da die Besuche der Inspektoren von Michelin unangekündigt sind, müsse jeder Teller, der die Küche verlässt, perfekt sein, äussert Bras. Nur so könne er seine drei Sterne behalten. Wenn er jedoch nicht mehr im Michelin-Führer geführt werde, könne er in Zukunft ohne diesen Stress kochen, sagte Bras.
Die Bitte von Bras war die erste dieser Art für den Restaurantführer. Allerdings haben einige Drei-Sterne-Köche ihre Sterne in der Vergangenheit durch Schließung oder radikale Veränderungen ihres Restaur
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| Hanna: | Was ist denn das legendärste deutsche Pferd aller Zeiten? |
| Phillip: | Hmm. Na ja. Also, muss es deutsch sein? Ansonsten würde ich sagen, Man O‘War, Seabiscuit oder Black Beauty. |
| Hanna: | Ach was. Black Beauty ist ja gar kein richtiges Pferd! Es handelt sich um einen Roman aus den siebziger Jahren von Anna Sewell ... |
| Phillip: | ..., den du unter Garantie Seite für Seite verschlungen hast. |
| Hanna: | Das kann schon sein. Also, ich liebe Pferde ja, wie du weißt. |
| Phillip: | Eben. Nun gut, es wird sich um irgendein Dressurpferd handeln. Deutschland dominiert ja international in der Dressur, habe ich mir sagen lassen. |
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I. Recap
In this lesson we will review four German flavoring particles in further depth as the context in which they are used can be very specific at times. For each particle, we will review its meaning and look at further examples of how it is used.II. Flavoring Particles (eben, nun, also, ja)
Eben
As a flavoring particle, eben conveys acceptance of a situation or agreement.| - Du hattest recht, dieses Dorf ist wirklich schön! - Eben! - You were right, this village is really beautiful! - It really is! Wenn ihr ihre Stelle nicht gefällt, dann muss sie sich eben etwas anderes suchen. If she doesn’t like her job, then she should just look for something else. |
Nun
As a flavoring particle, it is often combined with “(ein)mal”. It has essentially the same meaning as eben and is also used to show acceptance of a situation. We see it often translated as “just”.| - Musst du immer so ernst sein? - Ich bin nun mal so. - Must you always be so serious? - It’s just the way I am. So läuft es nun mal. That’s just how it goes. |
Also
This particle can function like the English so and introduce a consequence or reaction. It also can be used to convey reassurance or a reaction to what was said.| Ich habe den ganzen Tag gearbeitet, also gehe ich früh ins Bett. I worked the entire day, so I am going to bed early. Also gut. All right. Sie haben Sprachen studiert. Arbeiten Sie also als Übersetzer? You studied languages. So, do your work as a translator? |
Ja
When used as a flavoring particle, ja can convey impatience or obliviousness.| Du weißt ja, was ich meine! Come on, you know what I mean. Wir können uns ja nach meiner Reise wiedersehen. We can definitely see each other again after my trip. Sagt ihr das ja nicht! Don’t you dare tell her that! |
| Phillip: | Nehmen wir mal an, du hättest auf einmal sehr viel Geld. |
| Hanna: | Oh, das hört sich nach einer guten Annahme an. |
| Phillip: | Was für ein Auto würdest du dir kaufen? |
| Hanna: | Das ist eine schwierige Frage, von Autos habe ich ja nicht so viel Ahnung. Ich glaube, ich würde ein Elektroauto kaufen. |
| Phillip: | Keinen Porsche oder Mercedes? |
| Hanna: | Auf jeden Fall keinen Diesel. |
| Phillip: | Nach dem Dieselskandal von 2015 stehen auf einmal alle Dieselfahrzeuge am Pranger. Volkswagen hatte damals ja die Abgaswerte manipuliert. |
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Der Ausdruck am Pranger stehen kann universell eingesetzt werden. Anwendung findet er sowohl in der Öffentlichkeit wie in der Zeitung oder im Fernsehen, als auch im privaten Rahmen in der Familie oder am Stammtisch unter Freunden. Wenn man auf der anderen Seite steht, nämlich jemanden kritisiert, dann kann der Ausdruck auch als an den Pranger stellen verwendet werden.
Im Mittelalter wurde man in der Öffentlichkeit auf den Marktplatz gestellt und festgebunden, wenn man etwas verbrochen hatte. Je nach Schwere der Tat kamen noch andere Züchtigungen hinzu. Diesen Ort auf dem Marktplatz nannte man Pranger. Der Ausdruck am Pranger stehen wird allerdings seit über 150 Jahren auch im übertragenen Sinne als Redewendung benutzt, ohne dass jemand auf dem Marktplatz festgebunden wird.
Englische Übersetzungen für am Pranger stehen sind “to be in the pillory“, “being criticized“, “being named and shamed“, “being blamed”.
Beispiel 1:
Das kommt davon, wenn man Steuern hinterzieht. Er bekommt nun seine gerechte Strafe und steht öffentlich am Pranger.This is what you get when you evade taxes. Now he is getting his punishment and is being named and shamed.
Beispiel 2:
Es war doch nicht mit Absicht, dass ich dein Fahrrad demoliert habe, es war ein Unfall. Warum stehe ich deswegen gleich am Pranger?I didn’t trash your bike on purpose, it was an accident. Why am I being blamed for that?
Beispiel 3:
Die Fluggesellschaft hat in der letzten Zeit viele Flüge gestrichen und die Flüge, die stattgefunden haben, waren meistens unpünktlich. Jetzt steht die Airline natürlich am Pranger.The airline has been cancelling a lot of flights lately and the flights that took place were late most of the time. Now the airline is being criticized for that of course.
- Morgen wird das Wetter schlecht, sollten wir zu Hause bleiben.
a - eben
b - also
c - nun - Im Vergleich zu Spanisch ist Deutsch einfach!
a - ja
b - nun
c - also - , willst du am Wochenende lieber ins Kino oder ins Museum gehen?
a- Also
b - Ja
c- Nun - Das kann man nicht ändern.
a - also
b - eben
c - ja - Weil Sie Ihren Termin verpasst haben, müssen Sie morgen wiederkommen.
a - ja
b - nun
c - eben - Du bist befördert worden? Das ist super!
a - ja
b - also
c - nun - Kinder sind einmal so.
a - nun
b - eben
c - ja - Das Examen dauert 4 Stunden, aber es ist mal notwendig.
a - ja
b - eben
c - nun - Unser Flug nach Berlin hat einen Aufenthalt in Island. verbringen wir etwa 2 Tage dort.
a - Also
b - Ja
c - Nun - - Wie du gesagt hast - das war wirklich ein großartiger Film!
- !
a - Also
b - Eben
c - Nun
| eben (2) | ja (3) | nun (2) | also (3) |
- Daran kann man nichts ändern. So ist es (ein)mal.
- Auswirkung/Konsequenz =
- Ungeduld/Überraschung =
- Zustimmung =
- gut. Ich rufe ihn an.
- klar erledige ich das!
- Man muss es so nehmen, wie es kommt.
- Na , es geht doch.
- mal im Ernst, was ist deine Meinung dazu?
- Das ist unglaublich!