| Lisa: | Heute ist Donnerstag, der 5. Januar. Herzlich willkommen zu News in Slow German! Dies ist die erste Sendung des Jahres 2017. Ein frohes neues Jahr, allerseits! Ein frohes neues Jahr, Phillip! |
| Phillip: | Ein frohes neues Jahr, Lisa! |
| Lisa: | Heute beginnen wir unser Programm mit einer Diskussion der aktuellen Ereignisse. Wir sprechen über die Twitter-Meldung des zukünftigen amerikanischen Präsidenten zu Nordkoreas Interkontinentalraketen und über einen neuen Google-Algorithmus, der die Suchrangfolge von Webseiten, die den Holocaust leugnen, herabsetzt. Außerdem sprechen wir über das neue „Recht auf Abschalten“, das am 1. Januar in Frankreich in Kraft getreten ist und zum Abschluss diskutieren wir über ein Programm in Finnland, das 2.000 Bürgern ein Einkommen garantiert. |
| Phillip: | Super, Lisa! |
| Lisa: | Das ist aber noch nicht alles! Im zweiten Teil des Programms geht es um die deutsche Sprache und Kultur. Unser Grammatikdialog wird jede Menge Beispiele zum heutigen Grammatikthema – dem Imperativ – enthalten, und wir beenden das Programm mit einer neuen deutschen Redewendung : „Blau machen“. |
| Phillip: | Sehr gut! Hast du noch weitere Ankündigungen, Lisa? |
| Lisa: | Nein ... |
| Phillip: | Worauf warten wir dann? Lass uns loslegen! |
| Lisa: | Ja, natürlich! Also dann, Vorhang auf! |
Wie erwartet sendet der künftige amerikanische Präsident Donald Trump weiter 140 Zeichen lange Meldungen von seinem Twitter-Account an seine 18 Millionen Followers. Am Montag schrieb er via Twitter: „Nordkorea hat gerade verkündet, sich auf der Zielgeraden bei der Entwicklung einer Atomwaffe zu befinden, die Teile der USA erreichen kann. Das wird nicht passieren!“ Es ist unklar, ob Trump hiermit Zweifel an den Fähigkeiten Nordkoreas äußerte, ein Atomwaffenprogramm aufzubauen oder ob die USA dies unter seiner Regierung militärisch verhindern würden.
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In der vergangenen Woche hat Google seinen Such-Algorithmus geändert. Damit reagierte das Unternehmen auf wochenlange Proteste im Anschluss an mehrere Berichte in den Medien, nach denen das Top-Suchergebnis auf die Frage „did the Holocaust happen?“ (gab es den Holocaust wirklich?) den Anwender zu einem Artikel von Stormfront weiterleitete. In diesem Artikel wird behauptet, dass es den Holocaust nie gegeben hat. Nach einigen Veränderungen des Such-Algorithmus sind diese Seiten jetzt nicht mehr die Top-Ergebnisse.
Stormfront ist eine US-amerikanische Neonazi-Gruppe, die von einem ehemaligen Anführer des Ku Klux Klan in Alabama gegründet wurde. Die Gruppe ist berüchtigt für ihre antisemitische und rassistische Haltung. Der Stormfront-Artikel erscheint noch immer unter den Suchergebnissen, jedoch nicht mehr an erster Stelle. Eine Änderung der Anfrage zu „the Holocaust didn’t happen“ (der Holocaust hat nicht stattgefunden) platziert den Artikel weiterhin unter den Top-Suchergebnissen.
Die Änderung des Algorithmus ist eine Umkehrung der ursprünglichen Position von Google, keine Manipulationen an der Top-Stellung des antisemitischen Artikels vorzunehmen. „Das Unternehmen entfernt k
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Am 1. Januar ist in Frankreich ein neues Gesetz, das „Recht auf Abschalten“, in Kraft getreten. Firmen mit mehr als 50 Angestellten sind ab jetzt dazu verpflichtet, Zeiten festzulegen, in denen Mitarbeiter berufliche E-Mails ignorieren dürfen. Zu den damit verbundenen Maßnahmen gehören die Unterbrechung von E-Mail-Kommunikationen am Abend und am Wochenende oder sogar die automatische Zerstörung von E-Mails, die an Mitarbeiter im Urlaub gesendet werden. Das neue Gesetz soll das Problem der ständigen Erreichbarkeit außerhalb der Arbeitszeit lösen, was in der Regel nicht bezahlt wird.
Befürworter des neuen Gesetzes argumentieren, dass Mitarbeiter, von denen erwartet wird, dass sie ihre beruflichen E-Mails nach Feierabend abfragen und beantworten, oft über Stress, Burn-Out, Schlafprobleme und Beziehungsprobleme klagen. Kritiker des Gesetzes sagen dagegen, dass das Abfragen von beruflichen E-Mails Mitarbeitern die Flexibilität gibt, auch außerhalb des Büros zu arbeiten. Manche kritisieren das neue Gesetz auch, weil sie befürchten, dass französische Angestellte damit hinter Konkurrenten aus anderen Ländern, wo solche Beschränkungen nicht existieren, zurückbleiben könnten.
Das „Re
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Finnland hat ein radikales Experiment begonnen: Das Land gewährt 2.000 Staatsbürgern ein garantiertes Einkommen. Die Teilnehmer erhalten 560 Euro im Monat, ob sie arbeiten oder nicht. Das Programm ist eines der ersten dieser Art, mit denen ein „bedingungsloses Grundeinkommen“ getestet wird. Das Geld wird unabhängig von Einkommen, Vermögen oder Beschäftigungsstatus vergeben. Die finnische Regierung glaubt, mit dieser Initiative langfristig Geld sparen zu können.
Dahinter steckt die Idee, dass ein universelles Einkommen den Menschen eine größere Sicherheit bietet, insbesondere da der technologische Fortschritt den Bedarf an Arbeitskräften zunehmend verringert. Darüber hinaus können Arbeitslose in diesem Programm gelegentlich arbeiten, ohne dass sie ihre Sozialleistungen verlieren.
Das Programm soll zunächst zwei Jahre laufen. Die Teilnehmer wurden nach dem Zufallsprinzip ausgewählt, mussten jedoch Empfänger von Arbeitslosengeld oder Einkommenszuschüssen sein. Das über das Programm ausgezahlte Geld muss nicht versteuert werden. Wenn das Experiment erfolgreich ist, könnte es auf alle erwachsenen Finnen ausgedehnt werden.
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| Phillip: | Kennst du die Sage vom Mäuseturm in Bingen? |
| Lisa: | Nee. Erzähl mal! |
| Phillip: | Ok. Pass auf! Fangen wir an! |
| Lisa: | Warte mal. Ich hänge mal ein „Nicht stören“-Schild an die Tür...... So, alles klar. Der Mäuseturm ist so eine schöne Burg mitten im Rhein. Er liegt auch in der Mitte einer gefährlichen Rheinbiegung, nicht wahr? |
| Phillip: | Genau. Dort, wo der Rhein plötzlich genau Richtung Norden fließt, im sogenannten Binger Loch gegenüber der Burg Ehrenfels. Um genau zu sein, war der Mäuseturm ein Zollwachturm, um die Burg Ehrenfels zu verstärken. |
| Lisa: | Ich habe mich schon immer gefragt, warum der Mäuseturm heißt, wie er heißt. Ist die Sage der Ursprung des Namens? |
| Phillip: | Absolut. Hör jetzt bitte mal zu! |
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I. Theory
Like in English, the imperative mood is used to make commands or suggestions. Commands can be either softened or stressed with the use of accompanying words like bitte- which is placed either before the command phrase or directly after the pronoun (when applicable).| Nehmen Sie bitte Platz. Please take your seats. Pass auf! Pay attention! Fangen wir an! Let us begin. |
II. Imperative Formation
A. Du
When addressing someone in the second person informal, the imperative is formed with the verb stem, without the -st du ending. For most verbs, it is optional to add an -e as well. However, for verbs that require an -e when conjugating them with du (arbeiten-arbeitest, antworten-antwortest), the -e is mandatory.| Sei still! Be quiet! Tue* das nicht! Don’t do that! *here, the -e is optional. Beantworte* die Frage! Answer the question! *here, the -e is required. |
With the exception of e-ie and e-i stem-changing verbs (sehen, helfen, etc.), the vowel change is not present in the imperative form:
| Fahr langsam! Drive slowly! Trag einen Mantel! Wear a coat! But: Hilf mir! Help me! Lies das Buch! Read the book! |
B. Ihr
To give a command when addressing the second person informal plural, you simply use the present tense verb form:| Sprecht langsamer! Speak slower! Lauft los! Start walking! Sagt mir es! Tell me! |
C. Sie
Like ihr, Sie also takes its present tense form (the same as the infinitive). Commands with sie often include the pronoun as well.| Bringen Sie den Wein mit! Bring the wine with you! Bitte setzen Sie sich. Please, sit down. Beantworten Sie die Email! Answer the email! |
D. Wir (making suggestions)
To convey a suggestion, the wir form of the verb goes before the pronoun wir.| Holen wir uns einen Drink. Let’s get a drink. Gehen wir ins Restaurant. Let’s go to the restaurant. Reservieren wir einen Tisch. Let’s reserve a table. |
IV. Commands with the infinitive
Signage or general rules often use the infinitive to convey a command or that something is prohibited. This is often also seen in recipes.| Nicht stören! Do not disturb! Nicht anfassen! Do not touch! Das Gemüse gut waschen. Wash the vegetables well. Die Kartoffeln kochen. Cook the potatoes. |
| Phillip: | Warst du schon mal längere Zeit krank und hast dein Gehalt weiterhin bezahlt bekommen, obwohl du nicht bei der Arbeit warst? |
| Lisa: | Ja, das ist mir schon einmal passiert. Ich habe vor einigen Jahren für kurze Zeit in Deutschland gearbeitet. Dort hatte ich auch eine Festanstellung. Ich hatte ein Magen-Darm-Virus, das mich total lahm gelegt hat. Ich konnte eine ganze Woche nicht zur Arbeit gehen. Zum Glück ist Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall im deutschen Arbeitsrecht verankert. |
| Phillip: | Soll das bedeuten, dass ich mein volles Gehalt weiterhin ausgezahlt bekomme, obwohl ich nicht zur Arbeit gehe? Da würde ich ja ab und zu mal blau machen. |
| Lisa: | Das ist natürlich an ein paar Bedingungen geknüpft, sonst würden wahrscheinlich ein paar mehr Leute so denken wie du und des Öfteren blau machen. |
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Die Anwendung der Redewendung blau machen ist in der deutschen Sprache universell. Man kann den Ausdruck sowohl unter Freunden und innerhalb der Familie, als auch im Gespräch mit fremden Menschen benutzen. In den meisten Fällen bedeutet blau machen wie gesagt, dass jemand aufgrund mangelnder Motivation von der Arbeit oder der Schule fern bleibt. Die Redewendung beschreibt dies in einer netten Art und Weise und man ist dem Kollegen nicht unbedingt böse. Sein Verhalten ist verständlich, weil man es selbst auch schon einmal gemacht hat. Wenn man also den Kommentar „Der macht bestimmt mal wieder blau“ verwendet, ist das kein persönlicher Angriff auf den abwesenden Kollegen, sondern eher eine neutral gemeinte Feststellung.
Die schlüssigste Theorie über die Herkunft des Ausdrucks blau machen ist die folgende. Der Begriff stammt aus dem alten Beruf der Färber. Diese legten am Sonntag die Stoffe zum Färben in ein Färbebad. Danach mussten die Stoffe einen Tag lang an der frischen Luft liegen, weil durch eine chemische Reaktion die Farbe blau erzeugt wurde. Die Färber hatten also an diesem Tag nichts zu tun, denn sie mussten abwarten, bis der Färbeprozess an der Luft abgeschlossen war.
Übersetzungen ins Englische für den Ausdruck blau machen sind „to skip school or work“, „to cut“, „to ditch“.
Beispiel 1:
Nur weil schönes Wetter ist, heißt das noch lange nicht, dass ihr heute einfach blau machen könnt und nicht zur Schule geht.Just because it is nice out, it does not mean, that you could skip classes today.
Beispiel 2:
Ich hatte gestern für das letzte Seminar an der Uni den Text nicht vorbereitet. Deshalb habe ich mich entschlossen, ausnahmsweise mal blau zu machen.I did not prepare the text for the last seminar in university yesterday, so I decided make an exception and cut the seminar.
- Du darfst hier nicht rauchen.
hier nicht! - Du musst schneller arbeiten.
schneller! - Wir sollten uns die neue Kunstausstellung im Museum ansehen.
wir uns die neue Kunstausstellung. - Ihr müsst mich morgen anrufen.
mich morgen! - Sie sollten sich Ihre Optionen reiflich überlegen.
Sie sich Ihre Optionen. - Du musst vorsichtig sein. Der Fußpfad ist hier steil.
! Der Fußpfad ist hier steil. - Wir sollten die Stadt nach der Konferenz besichtigen.
wir die Stadt nach der Konferenz. - Du musst eine Rettungsweste tragen, wenn du Wasserski laufen willst.
eine Rettungsweste, wenn du Wasserski laufen willst. - Sie sollten jetzt mit dem Referat beginnen.
Sie jetzt bitte mit dem Referat. - „Sie müssen stehen bleiben!“ sagte der Polizist zum Räuber.
Der Polizist sagte zum Räuber: „ Sie !“
| machen | schicken | suchen | erzählen | aufnehmen | beginnen anrufen | finden | anfangen | erledigen | sein | rekrutieren |
Alex: Ja.
Matthias: Ja, wir.
Chef: Habt ihr schon einen Haushaltsbericht vorbereitet?
Alex: Noch nicht.
Chef: Bitte, das sofort!
Mathias: Soll ich den Projektvorschlag auch übersetzen lassen?
Chef: Ja, ihn noch heute zum Übersetzer.
Mathias: In welche Sprache?
Chef: Der Kunde ist Franzose…
Matthias: Oh, ich kenne keinen Übersetzer für Französisch…
Chef: Dann einen!
Alex: Ich spreche noch heute mit dem Kunden. Haben wir schon einen Liefertermin für den Projektvorschlag?
Chef: ihm, dass alles vor Freitag geliefert wird.
Mathias: Wir müssen auch noch die Webseite des Projekts aktualisieren.
Chef: dafür Fühlung mit dem Webseitendesigner .
Matthias: Alex, wir das doch selbst.
Chef: Nein! Matthias, kein Narr! den Designer ! … Sonst noch etwas?
Alex: Ja. Ich kann die E-Mail-Adresse des Webseitendesigners nicht finden…
Matthias: Ich auch nicht…
Chef: Ach ihr beide, auf der Kontaktliste nach seinem Namen!
Matthias und Alex: Ach so… machen wir jetzt Mittagspause?
Chef: Noch eine Sache… mir zwei neue kompetente Projektleiter…!