Erleben die USA im Konflikt mit dem Iran eine Niederlage?
Am 10. Mai veröffentlichte das Magazin The Atlantic einen brisanten Gastbeitrag des renommierten Politikexperten Robert Kagan. Kagan zufolge könnten die USA im Konflikt mit dem Iran eine Niederlage erlitten haben – ein seltener Fall, in dem Amerikas strategische Verluste, im Gegensatz zu früheren Rückschlägen wie in Afghanistan, nicht mehr rückgängig gemacht werden können.
Kagan argumentiert, dass Irans Kontrolle über die Straße von Hormus das regionale und globale Machtgleichgewicht grundlegend und irreversibel verändert. Darüber hinaus haben die USA trotz ihres massiven militärischen und wirtschaftlichen Drucks keinen Regimewechsel im Iran herbeiführen können. Dies habe wiederum die Vertrauenswürdigkeit der USA untergraben und sowohl Verbündete als auch Gegenspieler dazu gezwungen, sich strategisch neu auszurichten.
Laut Kagan hat diese wahrscheinliche Niederlage der USA Verbündete des Irans wie China und Russland bestärkt, Schwachstellen der USA offenbart und Fragen hinsichtlich ihrer militärischen Bereitschaft aufgeworfen. Sie signalisiert darüber hinaus einen möglichen globalen und regionalen Verlust des Einflusses der USA sowie den Beginn eines neuen Wettrüstens.