EU und Mercosur-Staaten unterzeichnen umstrittenes Handelsabkommen
Am Samstag unterzeichnete die EU ein Freihandelsabkommen mit dem südamerikanischen Staatenbund Mercosur, dem Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay angehören. Das Abkommen ist das Ergebnis von 25 Jahren Verhandlungen. Es soll den globalen wirtschaftlichen Einfluss der EU stärken. Außerdem soll es angesichts des zunehmenden Protektionismus der USA und der wachsenden Präsenz Chinas in Lateinamerika helfen, die Handelsbeziehungen der EU zu diversifizieren.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen lobte das Abkommen. Sie sagte, es stehe für fairen Handel statt Zölle und für eine produktive langfristige Partnerschaft statt Isolation. Das Abkommen hat jedoch zu heftigen politischen Spaltungen innerhalb der EU geführt. Kritiker befürchten eine Flut billiger Importe aus Südamerika. Frankreich steht an der Spitze einer Opposition mehrerer Länder, die Bedenken hinsichtlich landwirtschaftlicher und ökologischer Standards, eines nur geringen wirtschaftlichen Nutzens und eines unfairen Wettbewerbs haben.
Die Kontroverse hat die euroskeptische Stimmung in Frankreich weiter angeheizt, was von rechtsextremen Politikern für politische Zwecke ausgenutzt wird. Trotz der anhaltenden Spaltung