Riesige Protestwelle im Iran bedroht das islamistische Regime
Der Iran erlebt derzeit die größte Unruhewelle seit 2009, mit Protesten in allen 31 Provinzen. Die Ende Dezember ausgebrochenen Demonstrationen haben sich schnell ausgeweitet. Menschenmengen in Teheran und anderen Großstädten protestieren gegen das Regime des Obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei.
Die Behörden reagieren mit brutaler Gewalt. Berichten zufolge gab es bereits fast 2.000 Tote und über 15.000 Festnahmen. Die wirtschaftliche Not hat die Wut der Bevölkerung angeheizt. Inflation, Mangel an Grundnahrungsmitteln und ein massiver Absturz der landeseigenen Währung haben etwa 30 % der Iraner in die Armut getrieben.
Zum ersten Mal seit Jahren schließen sich einige Iraner hinter einer einzigen Oppositionsfigur zusammen – Reza Pahlavi, dem im Exil lebenden Sohn des ehemaligen Schahs. Das iranische Regime präsentiert sich nach außen hin weiterhin geeint, es gibt jedoch Anzeichen für interne Meinungsverschiedenheiten. Im Mittelpunkt des Konflikts steht nun die Frage, wer sich durchsetzen wird: die durch Sanktionen und den Verlust von Verbündeten geschwächte Regierung oder das iranische Volk.