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Kein Blatt vor den Mund nehmenTo not mince your words


Das Spektakel um Timmy, den Buckelwal

Michael: Heute erzählen wir die wirklich epische Geschichte von Timmy, dem Buckelwal. Ich will hier mal kein Blatt vor den Mund nehmen, wenn ich sage, dass diese Geschichte in vielerlei Hinsicht historisch einzigartig ist.
Jana: Das kann man wohl sagen. Ich will auch kein Blatt vor den Mund nehmen: Es handelt sich um einen Fall von extremer Massenhysterie, wie er selbst in Deutschland selten vorkommt.
Michael: Wir brauchten einfach Ablenkung von der schlimmen Weltlage. Folgendes war passiert: Der Buckelwal Timmy wurde zum ersten Mal am 3. März in der Wismarer Bucht gesichtet. Das ist äußerst selten, denn Buckelwale kommen aus gutem Grund nicht in die flache Ostsee. Der Wal hatte sich in einem Fischnetz verfangen und wohl auch eine Menge Netz gefressen, konnte dann aber befreit werden.
Jana: Genau. Der Wal wies auch schon blasenartige Veränderungen auf der Haut auf, womöglich wegen des mangelnden Salzgehaltes in der Ostsee.
Michael: Am 23. März strandete der Wal auf einer Sandbank am Timmendorfer Strand. Deshalb bekam er von der Öffentlichkeit den Namen Timmy verpasst.
Jana: Ich will kein Blatt vor den Mund nehmen, aber spätestens jetzt hätte man den Wal in Frieden sterben lassen oder ihn von seinem Leiden erlösen müssen.

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Wer ganz offen und ehrlich seine Meinung sagt, nimmt sprichwörtlich kein Blatt vor den Mund. Heutzutage nutzen wir diesen Ausdruck nur noch im übertragenen Sinne, wenn jemand sehr direkt und ohne zu zögern seinen Standpunkt klarmacht.

Die Redewendung ist umgangssprachlich und der Ursprung der Redensart ist wohl ein alter Theaterbrauch. Früher ging es in den Komödien im Theater recht schonungslos zu – selbst hohe Staatsmänner und Politiker wurden gern auf die Schippe genommen und auch kritisiert. Damit sie dafür nicht bestraft werden konnten, versteckten die Schauspieler ihre Gesichter hinter Masken.

Zur Anfangszeit des Theaters gab es die jedoch noch nicht und da nahmen sie einfach ein Blatt Papier. Schauspieler aber, die sich nicht hinter einem Blatt versteckten, also kein Blatt vor den Mund nahmen, redeten frei heraus und sprachen ganz offen. Die wortwörtliche Übersetzung ist to not put a leaf in front of your mouth oder to not mince (one's) words.

Beispiel 1:

Dass Pink sich gerne mal ihren Ärger von der Seele singt und dabei kein Blatt vor den Mund nimmt, ist nichts Neues. Doch so pointiert und zielsicher wie auf ihrem Album „I'm Not Dead“ hat sie noch nie ausgeteilt.
It is not new that Pink likes to get her anger off her chest in her songs and that she doesn’t mince her words. But on her album „I'm Not Dead“, she is as sharp and purposeful as never before.

Beispiel 2:

Der Ex-Fußball-Profi nimmt als der Experte während der EM 2016 in Frankreich kein Blatt vor den Mund. Er kommentiert die Spiele der deutschen Nationalmannschaft so, wie es Fans vom ehemaligen Dschungelcamper kennen: direkt, ehrlich und authentisch.
The former soccer pro does not mince his words during the European Championship 2016 in France. He is commenting on the games of the German national team just like the fans of the former "Dschungelcamp" reality show star know him: in an direct, honest and authentic way.