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Seinen Senf dazugebenTo add your opinion


Schweizer lehnen Bevölkerungsdeckel ab

Michael: Die Schweizer Wähler haben dem vorgeschlagenen Bevölkerungsdeckel in einem Referendum mit knapp 54,8 % eine überraschend deutliche Absage erteilt. Der Bevölkerungsdeckel hätte die Schweizer Bevölkerung bis 2050 auf 10 Millionen Einwohner begrenzt. Der ursprüngliche Vorschlag kam mal wieder von der rechtspopulistischen Schweizer Volkspartei (SVP), die zu allem ihren Senf dazugeben muss. Die SVP hat in der Schweizer Bundesversammlung die meisten Sitze. Wie genau hätte das denn ausgesehen, Jana?
Jana: Kurz gesagt, sobald die Schweizer Bevölkerung auf 9,5 Millionen angestiegen wäre, hätte die Schweiz drastische Maßnahmen bei Familienzusammenführungen, Aufenthaltsgenehmigungen und Asylverfahren ergreifen müssen.
Michael: Genau. Das hätte auch bedeutet, dass die Schweiz aus dem Freizügigkeitsabkommen mit der EU hätte austreten müssen, dem sie seit 2002 angehört.
Jana: Deshalb sprachen Gegner hier auch von einem Swiss Brexit. Es hätte riesige Konsequenzen für die Wirtschaftskraft der Schweiz gehabt. Aus diesem Grund war eigentlich jeder außer der SVP gegen diesen Deckel.
Michael: Das war auch der Grund, weshalb die Schweiz dann doch dagegen gestimmt hat. Die Schweizer lieben und schützen ihren Wohlstand. Obwohl die EU in der Schweiz nicht populär ist, da diese, wie wir wissen, ja immer ihren Senf dazugeben muss.

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Seinen Senf dazugeben bedeutet, dass man ein Gespräch unterbricht, dass man ungefragt seine Meinung sagt, dass man mitreden oder mitdiskutieren will, dass man seine Meinung äußern will, dass man sich am Gespräch beteiligen möchte. Ein gleichbedeutendes Wort ist sich einmischen.

Man verwendet diese Redensart im normalen Sprachgebrauch eher in informellen Situationen. Die Redensart gibt es angeblich schon seit dem 17. Jahrhundert. Damals war Senf etwas Wertvolles und wenn irgendwo Senf beigefügt wurde, machte es diese Speise angeblich wertvoller. Daraufhin wurde in der Gastwirtschaft etwas geschummelt: die Wirte gaben Senf an ihre Gerichte. Dies geschah meist ungefragt, daher auch die Redewendung, weil man seine Worte ungefragt dazu gibt. Und wie fast jeder weiß, schmeckt Senf natürlich nicht zu allen Speisen. Er passt einfach nicht zu bestimmten Gerichten, genauso wie bestimmte Bemerkungen nicht zu bestimmten Gesprächen passen.

Die wortwörtliche Übersetzung von seinen Senf dazugeben ist to give your mustard to it. Auf Englisch würde man vielleicht to put in your two cents oder to add your opinion verwenden.

Beispiel 1:

Claudia und Martin waren gerade tief in ihr Gespräch vertieft, als Birgit hinzukam und unbedingt ihren Senf dazugeben musste und damit die romantische Stimmung total ruinierte.
Claudia and Martin were deep in their conversation when Birgit came along and absolutely had to put in her two cents and thus totally ruined the romantic mood.

Beispiel 2:

Lisa versuchte abzunehmen, um endlich eine Bikinifigur zu haben, aber die letzten paar Kilo wollten einfach nicht verschwinden. Deshalb fragte sie Sylvia nach Rat. Aber bevor diese etwas sagen konnte, gab Gabi schon ihren Senf dazu und empfahl ihr die neueste In-Diät.
Lisa tried to lose weight to finally have a bikini body, but the last few kilos simply did not want to disappear. So she asked Sylvia for advice. But before she could say anything, Gabi had already added her opinion and recommended the latest trend in diets.