Wolf Biermann: Immer nonkonform
| Michael: | Für unser heutiges Thema habe ich mir Wolf Biermann ausgesucht. Der Mann ist ein begnadeter Liedermacher und Lyriker. Sein Gedichtband Die Drahtharfe zählt zu den bedeutendsten Werken der Nachkriegszeit und auch zu den erfolgreichsten. Aber hauptsächlich ist er natürlich aufgrund seiner Persönlichkeit bekannt. |
| Jana: | Ja, genau. Er ist immer unbequem gewesen, hat immer seine eigene Meinung vertreten, hat nie ein Blatt vor den Mund genommen und wurde dadurch zum bedeutendsten Widerständler gegen die DDR und später im Leben gegen den Kommunismus selbst. |
| Michael: | Ja, dafür hat er bei mir einen Stein im Brett. Aber mal der Reihe nach. Biermanns Vater war Jude und wurde 1943 in Auschwitz ermordet. Da war Biermann 6 Jahre alt. Im selben Jahr wurde das Wohnhaus in Hamburg, in dem seine Familie lebte, bei Luftangriffen zerstört. Die Mutter rettete sich und ihn durch einen gewagten Sprung in den Nordkanal. |
| Jana: | All das in einem so jungen Alter erlebt zu haben, muss ihn wirklich geprägt haben. |
| Michael: | Das ist anzunehmen. Nicht zuletzt wegen der Ermordung des Vaters, der Kommunist war, hatte die DDR bei ihm einen Stein im Brett. 1953 entschied er sich mit dem Segen der Mutter, als überzeugter Kommunist allein in die DDR umzusiedeln. Er war 16! |
Einen Stein im Brett haben bedeutet von jemandem geschätzt zu werden, von jemandem bevorzugt zu werden, bei jemandem beliebt zu sein oder jemandem sympathisch zu sein. Ein Synonym wäre bei jemandem hoch im Kurs stehen.
Die Redewendung ist eher umgangssprachlich, aber man könnte sie auch in formellen Situationen verwenden. Der Ursprung dieser Redensart wird im 16. Jahrhundert vermutet. Zu dieser Zeit vertrieb man sich die Langeweile mit Brettspielen. Zu den beliebtesten dieser Zeit gehörte ein Spiel namens Tricktrack oder Puffspiel oder Wurfzabel, ähnlich dem heutigen Backgammon. Man kann in der Sprichwörtersammlung des Theologen Johannes Agricola aus dem Jahr 1534 die Aussage finden, dass „das Spiel schon halb gewonnen hat, wer zwei nebeneinander liegende Spielsteine im Brett hat, weil der Gegner über diesen Bund mit seinen eigenen Steinen nur noch schwer hinwegkommt“.
Die wortwörtliche Übersetzung von einen Stein im Brett haben ist to have a stone in the board.Auf Englisch würde man vielleicht “to be in someone's good books” oder “to have a soft spot for someone” verwenden.
Willi knew that Miss Meier had a soft spot for him, so he first went to her to confess that he had broken the window.
Corinna did not forget to mention in her thank you-speech that this company would always occupy a special place in her heart and that Mr. Schmidt would always be in her good books.
Die Redewendung ist eher umgangssprachlich, aber man könnte sie auch in formellen Situationen verwenden. Der Ursprung dieser Redensart wird im 16. Jahrhundert vermutet. Zu dieser Zeit vertrieb man sich die Langeweile mit Brettspielen. Zu den beliebtesten dieser Zeit gehörte ein Spiel namens Tricktrack oder Puffspiel oder Wurfzabel, ähnlich dem heutigen Backgammon. Man kann in der Sprichwörtersammlung des Theologen Johannes Agricola aus dem Jahr 1534 die Aussage finden, dass „das Spiel schon halb gewonnen hat, wer zwei nebeneinander liegende Spielsteine im Brett hat, weil der Gegner über diesen Bund mit seinen eigenen Steinen nur noch schwer hinwegkommt“.
Die wortwörtliche Übersetzung von einen Stein im Brett haben ist to have a stone in the board.Auf Englisch würde man vielleicht “to be in someone's good books” oder “to have a soft spot for someone” verwenden.
Beispiel 1:
Willi wusste, dass er bei Frau Meier einen Stein im Brett hatte, deshalb beichtete er ihr zuerst von der zerbrochenen Fensterscheibe.Willi knew that Miss Meier had a soft spot for him, so he first went to her to confess that he had broken the window.
Beispiel 2:
Corinna vergaß nicht, in ihrer Dankesrede zu erwähnen, dass diese Firma immer einen besonderen Platz einnehmen würde und dass Herr Schmidt immer einen Stein bei ihr im Brett haben werde.Corinna did not forget to mention in her thank you-speech that this company would always occupy a special place in her heart and that Mr. Schmidt would always be in her good books.