Margot Friedländer: „Seid Menschen!“
| Michael: | Margot Friedländer ist am 9. Mai im Alter von 103 Jahren gestorben. Genau an diesem Tag sollte sie mit dem Großen Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik geehrt werden. Sie gilt vielen als Jahrhundertdeutsche. Sie war Holocaust-Überlebende und engagierte sich in ihrem letzten Lebensabschnitt unermüdlich als Zeitzeugin des schlimmsten Abschnitts der deutschen Geschichte. Wir müssen nun in den sauren Apfel beißen und ohne ihre mahnende Stimme der Versöhnung auskommen. |
| Jana: | Das wird in der Tat schwierig. Gerade jetzt, wo der Rechtsextremismus in Deutschland wieder einen Aufschwung erlebt, bräuchten wir sie mehr denn je. |
| Michael: | Stimmt. Die Deutschen erinnern sich heute nur noch sehr ungern an die Zeiten der Nazidiktatur, aber in diesen sauren Apfel muss man beißen, wenn man auch weiterhin in einem demokratischen, freiheitlichen und friedlichen Staat leben will. Lass uns mal aus ihrem ereignisreichen Leben erzählen. |
| Jana: | Anni Margot Bendheim wurde am 5. November 1921 in Berlin geboren. Sie erlebte den Aufstieg des Nationalsozialismus hautnah. Schon vor der Reichskristallnacht versuchte Margots geschiedene Mutter mit ihr und ihrem Bruder Ralph zu fliehen. Doch die USA, Brasilien und China verweigerten die Immigration. Die Familie musste in den sauren Apfel beißen und versuchen, in Deutschland zu überleben. |
Der Ausdruck in den sauren Apfel beißen ist eine deutsche Redewendung für eine Handlung, die unbequem, unangenehm oder schmerzhaft ist. Man benutzt dieses Sprichwort meistens, wenn diese unangenehme Handlung unausweichlich ist und man ihr nicht aus dem Weg gehen kann. Oft hört man „Ich muss in den sauren Apfel beißen“, was ausdrückt, dass man eben das tun muss, was eigentlich unbequem und schmerzhaft ist. Wenn man in den sauren Apfel beißt, weiß man aber auch, dass es dafür einen guten Grund gibt. Man bringt die unangenehme Tat hinter sich und weiß, dass sich die Situation dadurch verbessert. Es geht darum, dass man für kurze Zeit etwas Unangenehmes tut, damit es einem danach besser geht.
Diese Redewendung in den sauren Apfel beißen ist nicht wie viele andere Redewendungen besser im privaten Rahmen unter Freunden und der Familie aufgehoben. Man kann diesen Ausdruck auch zum Beispiel bei der Arbeit, beim Zahnarzt oder bei anderen formellen Angelegenheiten benutzen. Beispiele sind Handlungen, die kurzfristig unangenehm sind, langfristig jedoch dazu führen, dass keine Probleme entstehen. Man hat Zahnschmerzen und der Zahnarzt muss ein Loch in den Zahn bohren. Kurzfristig ist das Bohren sehr unangenehm, langfristig wird man jedoch keine Zahnschmerzen mehr haben und die Situation wird sich verbessern. Man muss erstmal in den sauren Apfel beißen und das Unangenehme über sich ergehen lassen. Am Ende löst man damit jedoch größere Probleme.
Das Sprichwort ist sehr alt und taucht bereits in den Schriften von Martin Luther auf. Die Herkunft von in den sauren Apfel beißen ist aufgrund dessen, dass es schon so lange verwendet wird, nicht hundertprozentig nachvollziehbar. Eine Theorie ist, dass Verwundete im Krieg während medizinischer Eingriffe etwas in den Mund bekamen, um darauf zu beißen. Früher gab es noch keine Betäubungen und man musste die Schmerzen während einer Operation aushalten. Soldaten im Krieg haben unter anderem auf einen Apfel gebissen, um die Schmerzen zu ertragen. Dieser war in dem Moment der schmerzhaften Umstände dann sehr sauer. Sie mussten also erstmal in den sauren Apfel beißen, um später keine Schmerzen zu haben.
Übersetzungen ins Englische für in den sauren Apfel beißen sind, “to bite the bullet” , “to get through something (unpleasant)” oder “a bitter pill to swallow”.
The project we have been working on for only two weeks has to be finished within the week. All of us have to bite the bullet and work overtime to get it done.
Lisa is afraid of flying. But since she wants to fly to Mallorca for vacation with her boyfriend, she has to get through it and overcome her fear of flying.
Diese Redewendung in den sauren Apfel beißen ist nicht wie viele andere Redewendungen besser im privaten Rahmen unter Freunden und der Familie aufgehoben. Man kann diesen Ausdruck auch zum Beispiel bei der Arbeit, beim Zahnarzt oder bei anderen formellen Angelegenheiten benutzen. Beispiele sind Handlungen, die kurzfristig unangenehm sind, langfristig jedoch dazu führen, dass keine Probleme entstehen. Man hat Zahnschmerzen und der Zahnarzt muss ein Loch in den Zahn bohren. Kurzfristig ist das Bohren sehr unangenehm, langfristig wird man jedoch keine Zahnschmerzen mehr haben und die Situation wird sich verbessern. Man muss erstmal in den sauren Apfel beißen und das Unangenehme über sich ergehen lassen. Am Ende löst man damit jedoch größere Probleme.
Das Sprichwort ist sehr alt und taucht bereits in den Schriften von Martin Luther auf. Die Herkunft von in den sauren Apfel beißen ist aufgrund dessen, dass es schon so lange verwendet wird, nicht hundertprozentig nachvollziehbar. Eine Theorie ist, dass Verwundete im Krieg während medizinischer Eingriffe etwas in den Mund bekamen, um darauf zu beißen. Früher gab es noch keine Betäubungen und man musste die Schmerzen während einer Operation aushalten. Soldaten im Krieg haben unter anderem auf einen Apfel gebissen, um die Schmerzen zu ertragen. Dieser war in dem Moment der schmerzhaften Umstände dann sehr sauer. Sie mussten also erstmal in den sauren Apfel beißen, um später keine Schmerzen zu haben.
Übersetzungen ins Englische für in den sauren Apfel beißen sind, “to bite the bullet” , “to get through something (unpleasant)” oder “a bitter pill to swallow”.
Beispiel 1:
Das Projekt, an dem wir bei der Arbeit erst seit zwei Wochen arbeiten, muss jetzt doch bis Ende dieser Woche fertiggestellt werden. Wir müssen alle in den sauren Apfel beißen und Überstunden machen, damit wir das schaffen.The project we have been working on for only two weeks has to be finished within the week. All of us have to bite the bullet and work overtime to get it done.
Beispiel 2:
Lisa hat Flugangst und hasst es zu fliegen. Da sie aber so gerne mit ihrem Freund in den Urlaub nach Mallorca fliegen möchte, muss sie in den sauren Apfel beißen und ihre Flugangst überwinden.Lisa is afraid of flying. But since she wants to fly to Mallorca for vacation with her boyfriend, she has to get through it and overcome her fear of flying.