Screen width of at least 320px is required. Screen width can be adjusted by widening your browser window or adjusting your mobile device settings. If you are on a mobile device, you can also try orienting to landscape.

Nichts auf die leichte Schulter nehmen

10 May 2018

Expression - Episode 96

Federn lassen

3 May 2018

Expression - Episode 95

Über die Runden kommen

26 April 2018

Expression - Episode 94

Ein Auge auf etwas werfen

19 April 2018

Expression - Episode 93

Einen Bären aufbinden

12 April 2018

Expression - Episode 92

Im Bilde sein

5 April 2018

Expression - Episode 91

Die Ohren spitzen

29 March 2018

Expression - Episode 90

Auf dem Laufenden sein

22 March 2018

Expression - Episode 89

Seinen Senf dazugeben

15 March 2018

Expression - Episode 88

Speed 1.0x
/

Einen Bären aufbinden

Phillip: Kennst du diese blöde Ampel an der Bahnhofstraße?
Lisa: Ja, aber warum gehst du denn so an die Decke?
Phillip: Letztens haben die Techniker von den Stadtwerken daran rumgebastelt und jetzt dauert die Rotphase für Fußgänger satte vier Minuten! Die mir von meinem Tag gestohlen werden!
Lisa: Du willst mir wohl einen Bären aufbinden, oder was? Vier Minuten an der Ampel warten? Naja, die Deutschen sind da sehr pflichtbewusst und warten trotzdem, auch wenn kein Auto kommt.
Phillip: Das würde dir in New York nicht passieren. Sobald kein Auto zu sehen ist, flitzen alle über die Straße. Als ich das erste Mal dort war, habe ich auch brav an der Straße gestanden und auf das Ampelmännchen gewartet. Aber das kam nicht, nur ein Walk-Signal.
Lisa: Das sind ja auch die USA. Da gibt es keine Ampelmännchen oder Ampelfrauen.

Continue the conversation

Go further and experience the full content — and understand how German is actually used.

Continue

Already have access? Log in.

Einen Bären aufbinden bedeutet, dass man jemanden anlügt, dass man jemandem etwas Unwahres erzählt, in der Hoffnung, dass er oder sie es glaubt, dass man jemanden täuschen oder betrügen will, dass man schummeln oder mogeln möchte, dass man jemandem Lügen auftischen will. Gleichbedeutende Wörter sind austricksen, foppen, veräppeln, weismachen.

Die Redewendung ist umgangssprachlich und wird eher in informellen Situationen verwendet. Der Ursprung dieser Redensart ist unbekannt und es gibt einige Spekulationen. Angeblich ist die Redewendung seit 1663 belegt. Im Althochdeutschen bedeutet das Wort 'Bere, Bäre, Bare' eine 'Abgabe', aber auch ein (eisernes) Fallgewicht an Schmiedehämmern und -rammen bezeichnet man als 'Bär'. Und dieses jemandem auf den Rücken zu binden, ohne dass diese Person es merkt, ist sehr unwahrscheinlich. Es könnte auch sein, dass diese Redewendung mit einer ähnlichen vermischt wurde, einen Bären anbinden, was Schulden machen bedeutet. Diese Redewendung ist in einer Jagdgeschichte erstmals bereits 1669 in Johann Jakob Christoph von Grimmelshausens (1622-76) Roman „Der Abentheurliche Simplicissimus Teutsch“ belegt: „...daß ich ihnen, wenn ich nur aufschneiden wollen, seltsame Bären hätte anbinden können“.

Die wortwörtliche Übersetzung von Einen Bären aufbinden ist “to strap on a bear”. Auf Englisch würde man vielleicht to take someone for a ride oder to pull someone’s leg or to scam someone verwenden.

Beispiel 1:

Claudia’s Mutter konnte nicht warten, und sie ging ohne Claudia ein neues Handy kaufen. Als sie später nach Hause kam und Claudia stolz ihr neues Handy und das neue „kostenlose“ Tablet zeigte, konnte Claudia nur noch eines sagen: „Ich glaube, die haben dir einen gewaltigen Bären aufgebunden.“
Claudia's mother could not wait, and she went without Claudia to buy a new cell phone. When she came home later and proudly showed Claudia the new cell phone and the new "free" tablet, Claudia could only say one thing: "I think they took you for a ride".

H3>Beispiel 2:Als Peter den Van Gogh begutachten ließ, sagte ihm der Kunstexperte, dass er sich einen Bären aufbinden lassen hatte und der „Van Gogh“ eine sehr gute Fälschung war.
When Peter had the Van Gogh appraised, the art expert told him that he had been scammed and that the “Van Gogh” was a very good fake.