| Lisa: | Heute ist Donnerstag, der 7. Dezember 2017. Willkommen zu einer neuen wöchentlichen Ausgabe von News in Slow German! Hallo allerseits! Ich bin Lisa. |
| Phillip: | Und ich bin Phillip. |
| Lisa: | In der ersten Hälfte unseres Programms befassen wir uns mit den Ereignissen der Woche aus aller Welt. Wir beginnen mit der Ankündigung von Präsident Donald Trump, dass die USA die Stadt Jerusalem offiziell als Hauptstadt Israels anerkennen werden. Danach sprechen wir über die Wahl der „Person des Jahres 2017“ durch das US-Magazin Time. Anschließend diskutieren wir die größte Batterie der Welt, die in Australien in Betrieb genommen wurde und Engpässe in der Stromversorgung beheben soll. Und wir enden mit einem etwas leichteren Ton — zum Schluss geht es um eine neue Tradition in Montreal. Dort steht der hässlichste Weihnachtsbaum, der dazu anregen soll, die unvollkommenen Seiten des Lebens zu feiern. |
| Phillip: | Weißt du, Lisa, die Wahl der Time „Person des Jahres“ beschäftigt mich schon die ganze Woche. Time hat sogar die Liste der Finalisten veröffentlicht. |
| Lisa: | Was hältst du von der Wahl von Time? |
| Phillip: | Es war die richtige Wahl! |
| Lisa: | Dann lass uns diesen Beitrag als Featured Topic für unser Speaking Studio dieser Woche auswählen. Jetzt beenden wir erst einmal unsere Einleitung. Im zweiten Teil unseres Programms wird es, wie immer, um die deutsche Kultur und die deutsche Sprache gehen. Im Grammatikteil unseres Programms besprechen wir in dieser Woche die Verwendung von „Falschen Freunden“, und wir schließen unser Programm in dieser Woche mit einer neuen deutschen Redewendung ab: „Jemandem den Garaus machen.“ |
| Phillip: | Ich freue mich darauf, dass es endlich losgeht! |
| Lisa: | Na dann ...? Worauf warten wir noch? Fangen wir an! |
Präsident Trump erkennt Jerusalem als offizielle Hauptstadt Israels an und macht damit jahrzehntelange diplomatische Bemühungen zunichte
In einem dramatischen Wandel in der Nahost-Politik der USA hat Präsident Donald Trump gestern angekündigt, dass die USA Jerusalem offiziell als Hauptstadt Israels anerkennen und die US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem verlegen werden. Experten befürchten, dass dieser Schritt zu Gewalt in der Region führen und die Aussichten auf Frieden gefährden könne.
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Das US-Magazin Time hat „Die, die das Schweigen gebrochen haben“— die Frauen, die die weltweite Diskussion über sexuelle Belästigung und sexuelle Gewalt ins Rollen gebracht haben — zur „Person des Jahres 2017“ ernannt. Dies wurde gestern bekanntgegeben. Chefredakteur Edward Felsenthal erklärte, dass die #MeToo-Bewegung den „schnellsten gesellschaftlichen Wandel seit Jahrzehnten“ repräsentiere.
Unter den von Time geehrten Frauen und Männern sind die Schauspielerinnen Rose McGowan und Ashley Judd, deren Vorwürfe gegen den Filmproduzenten Harvey Weinstein den Anstoß zur Diskussion von sexuellem Missbrauch in Hollywood gegeben hatten. Weitere Ausgezeichnete waren Tarana Burke, die Gründerin der #MeToo-Bewegung, und Hotelangestellte, Politikerinnen und Journalistinnen. In den letzten beiden Monaten haben Millionen Frauen und Männer weltweit ihre eigenen Erfahrungen mit sexueller Belästigung unter den Hashtags #BalanceTonPorc, #YoTambien, #QuellaVoltaChe und anderen geteilt.
Time definiert die „Person des Jahres“ als die Person oder Gruppe von Personen, die die Geschehnisse des Jahres am stärksten beeinflusst hat — „zum Guten oder zum Schlechten“. US-Präsident Donald Trump, der 2016 „Perso
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Am vergangenen Donnerstag wurde die größte Lithium-Ionen-Batterie der Welt im Bundesstaat South Australia in Betrieb genommen. Sie hat begonnen, Elektrizität in das Netz des Bundesstaates einzuspeisen. Die 100-Megawatt-Batterie, die vom US-Unternehmen Tesla gebaut wurde, soll Engpässe in der Stromversorgung der Region verhindern und die Energiekosten senken.
Die Batterie wurde in nur zwei Monaten gebaut. Damit hat Tesla-Gründer Elon Musk sein Versprechen gehalten, sie innerhalb von nur 100 Tagen fertigzustellen. Die Batterie ist an einen nahegelegenen Windpark angeschlossen und wird die so produzierte Elektrizität speichern. Damit kann die Stromversorgung in Zeiten hoher Nachfrage erhöht werden, was Stromausfälle verhindern soll, wie z. B. den massiven Stromausfall, der im vergangenen Sommer den gesamten Bundesstaat lahmgelegt hatte.
In den nächsten Wochen — dem Beginn des australischen Sommers — wird sich zeigen, wie erfolgreich das Batteriesystem ist. Wenn es gut funktioniert, könnte es ähnliche Programme in anderen Teilen der Welt inspirieren. Tesla arbeitet bereits an ähnlichen Projekten in Kalifornien, Hawaii, Großbritannien, Neuseeland und mehreren Pazifikinseln.
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Als sich Montreal im letzten Jahr damit rühmen wollte, den größten Weihnachtsbaum Nordamerikas zu haben, scheiterte dieser Plan kläglich. Der Baum, den die Stadt ausgesucht hatte, war nicht der größte, aber nach Meinung vieler Menschen der hässlichste. In diesem Jahr entschloss sich die Stadt, diese Tradition fortzuführen und nicht nur einen neuen „hässlichen“ Baum aufzustellen, sondern ein ganzes Dorf um diesen Baum herum zu errichten.
Das „Village du Vilain Sapin“ („Dorf des hässlichen Baums“) ist bis Heiligabend geöffnet und feiert „die unvollkommenen Seiten des Lebens“. In der Mitte des Dorfes steht der diesjährige Baum. Er ist nicht so hoch wie im letzten Jahr, hat aber eine krumme Spitze. In der Nähe des Baumes gibt es einen Selfie-Stick, mit dem Besucher sich mit der Tanne fotografieren können. Es werden auch Körbe mit „hässlichem“ Obst und Gemüse zum Verkauf angeboten, sowie Säfte daraus.
Einer der Organisatoren des Dorfes erklärte, das Konzept passe sehr gut zu Montreal. „Montreal ist eine friedliche, tolerante und offene Stadt. Daher finden wir es passend, eine neue Tradition, wie diese, einzuführen“, sagte Philippe Pelletier. „Montreal ist so vollkommen unvollkommen. G
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| Phillip: | Ich finde es immer sehr kurios, dass sich die DDR den Beinamen „Arbeiter- und Bauernstaat“ gegeben hat. |
| Lisa: | Kurios, weil es der Fall war, dass es nirgendwo in der westlichen Welt den Bauern und Arbeitern mieser ging als in kommunistischen Ländern, einschließlich der DDR? |
| Phillip: | Ganz genau! |
| Lisa: | In der DDR war es ja nun der Fall, dass es allen gleichermaßen mies ging, außer den Bonzen natürlich. Das mit den Arbeitern und Bauern war da nur ein Nebeneffekt, aber nicht der einzige, der die DDR restlos blamierte. Ich glaube, dass ein kommunistisches System auf Dauer mit demokratischen Werten nicht vereinbar ist. |
| Phillip: | Viele in Deutschland müssen sich an diese Theorie erst noch herantasten. Es gibt immer noch viele Freunde der DDR im heutigen Deutschland, die diese These nicht akzeptieren und die Schuld für die Zustände in der DDR darauf zurückführen, dass die Ideale von Karl Marx nicht richtig umgesetzt wurden. |
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I. Theory
In German, there is a wide variety of words that look and sound similar to words we have in English. When these words share a common meaning in both languages, they are known as cognates. However, words that look similar and don’t have the same meaning are known as false cognates or falsche Freunde.In the following examples, we see that the meaning of the German words in question are not what they seem.
| Die meisten Künstler sind ein bisschen kurios. Most artists are a bit strange. Sie tastete in ihrer Tasche nach ihrem Handy. She fumbled around in her bag for her phone. Er hat sein Sohn blamiert, als er ihn vor seinen Freunden ausgeschimpft hat. He embarrassed his son when he scolded him in front of his friends. |
II. Falsche Freunde
This lesson will focus on four false cognates: tasten, Fall, kurios and blamieren. For each false cognate, the English definition is provided along with the word it may be confused with. The word in parenthesis is the correct German word for the word in quotation marks.Tasten: to fumble/feel around for, not “to taste” (kosten)
| Als sie das dunkle Zimmer betrat, tastete sie nach dem Lichtschalter an der Wand. When she entered the dark room, she fumbled for the light switch on the wall. Ich tastete nach meinen Schuhen unter dem Bett. I felt around for my shoes under the bed. |
Fall: Case/event/instance, not “fall” ie: autumn (Herbst)
Note: Fall does mean “fall” (the noun form of the action “to fall”)| Auf jeden Fall! In any event! Der Richter hat den Fall geschlossen. The judge closed the case. |
Kurios: strange/odd/weird, not “curious” (neugierig)
| Die alte Frau ist ein bisschen kurios. The old lady is a little weird. Es war kurios, dass er uns nicht begrüßt hat. It was weird, that he didn’t greet us. |
Blamieren: to embarrass
| Weil ich seinen Namen vergessen hatte, habe ich mich blamiert. Since I had forgotten his name, I felt embarrassed. Sie haben auf der Party zu viel getrunken und haben sich blamiert. They had too much to drink at the party and embarrassed themselves. |
| Philipp: | Ist dir eigentlich bewusst, dass es Deutschland, so wie es jetzt existiert, noch gar nicht so lange gibt? |
| Lisa: | Ja klar ist mir das bewusst! Über die Jahrhunderte hat sich viel verändert. |
| Phillip: | Was war eigentlich im Mittelalter in Deutschland los? |
| Lisa: | Das ist ein bisschen kompliziert zu erklären, da es im Prinzip keinen nationalen Staat gab. Es hatte sich noch keine „deutsche Identität“ entwickelt. |
| Phillip: | Stimmt, damals bestand Deutschland ja aus vielen verschiedenen Reichen. |
| Lisa: | Ja, das hat auch das gesellschaftliche Leben geprägt. |
| Phillip: | Wie meinst du das? |
| Lisa: | Also man kann wohl sagen, dass die verschiedenen Reiche und deren Könige ständig im Krieg miteinander waren. Die rechtliche Grundlage war da eher: Der Stärkere gewinnt. |
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Die Redewendung den Garaus machen hat einen gewissen Beigeschmack von Gewalt, da die Bedeutung von Tod und Vernichtung enthalten ist. Man sollte also vorsichtig mit der Verwendung des Ausdrucks umgehen. Bei offiziellen Anlässen und unter Menschen, die man nicht kennt, ist die Redewendung nicht angebracht. Man kann den Ausdruck aber ohne weiteres im Freundeskreis verwenden, zum Beispiel im übertragenen Sinne bei Gesellschaftsspielen.
Die Redewendung den Garaus machen stammt aus dem Mittelalter. Entstanden ist sie aus dem Ausruf: „Gar aus“, was soviel bedeutet wie „völlig aus“. Garaus, was soviel wie Ende bedeutet, war ein Synonym für das Tagesende und das Schließen der Stadttore.
Englische Übersetzungen für jemanden den Garaus machen sind “to kill someone“, “to destroy someone“, “to defeat someone“.
Beispiel 1:
Die Römer waren eine sehr starke Militärmacht, sie haben einfach andere Länder überfallen und ihren Feinden den Garaus gemacht.The Romans were a very strong military power. They just invaded other countries and defeated their enemies.
Beispiel 2:
Mit diesem neuen Pflanzenschutzmittel mache ich allen Blattläusen den Garaus.With this new pesticide, I will kill all aphids.
Beispiel 3:
In einem totalitären System werden Aufstände meistens sofort niedergeschlagen. Der Chance einer Revolution wird schnell der Garaus gemacht.In a totalitarian system, riots are usually crushed immediately. The chance of revolution is destroyed quickly.
| tasten (1) | kurios (3) | blamieren (3) | Fall (3) |
Stefan: Es war ein bisschen , ehrlich gesagt.
Katja: Warum war es ?
Stefan: Die Hochzeitszeremonie hat draußen stattgefunden …
Katja: Was? Trotz des Regens? Das ist aber !
Stefan: Ja! Ich hätte gedacht, wir würden in diesem drinnen bleiben, aber wir mussten eine ganze Stunde draußen im Regen stehen. Außerdem war ich der Trauzeuge und musste die Ringe halten, die mir dann wegen meiner nassen Hände runtergefallen sind.
Katja: Oh nein! Hast du sie gefunden?
Stefan: Ja, nachdem ich mich fünf Minuten lang durch das nasse Gras getestet hatte! Ich habe mich total .
Katja: Aber du hast sie auf jeden gefunden!
Stefan: Ja zum Glück! Anschließend durften wir für das Hochzeitsfest nach drinnen gehen, um zu essen und trinken. Die Braut fühlte sich etwas , weil ihr Vater zu viel Champagner getrunken hatte und deswegen eingeschlafen war.
Katja: Ach, so etwas würde mich auch !
Stefan: Ja, ich habe auf jeden Spaß gehabt.
- Der Vater hat seinen Sohn für das Durcheinande im Haus blamiert.
- Meine Mutter hat mich blamiert, als sie eine Geschichte aus meiner Kindheit erzählt hat.
- Sie tastete in der Schreibtischschublade nach einem Kuli.
- Ich habe den Kuchen getastet und er schmeckt sehr gut!
- Ich bin kurios zu sehen, was in dieser Höhle ist.
- Ich fand es kurios, dass das chinesische Restaurant Pizza verkauft.
- Der Anwalt hat die Akte über den Fall gelesen.
- Im Fall gehen wir oft im Wald wandern.
- Das Wetter heute is sehr kurios. Es regnet und die Sonne scheint.
- Er wurde für das Verbrechen blamiert.