Literaturnobelpreis für den ungarischen Schriftsteller László Krasznahorkai
Am vergangenen Donnerstag wurde der ungarische Schriftsteller László Krasznahorkai, der für seine dystopischen Themen und seine komplexe Prosa bekannt ist, mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. Die Schwedische Akademie würdigte seine Arbeiten als „fesselndes und visionäres Werk, das inmitten apokalyptischer Schrecken die Macht der Kunst bekräftigt“.
László Krasznahorkais Werke zeichnen sich durch lange Sätze und schwarzen Humor aus. Sein neuestes Buch, Herscht 07769, besteht aus einem einzigen Satz, der sich über 400 Seiten hinzieht. Das Buch behandelt Themen wie Neofaschismus und drohende Zerstörung aus der Perspektive eines Graffiti-Entferners in Deutschland.
Krasznahorkai wuchs in einer ungarischen Kleinstadt auf. Erst später in seiner Jugend hat er von den jüdischen Wurzeln seiner Familie erfahren. Als Schriftsteller wurde er wegen seiner antikommunistischen Ansichten zensiert. Sein Debütroman Satantango aus dem Jahr 1985 war in Ungarn wegen der Darstellung des Lebens in einer zerfallenden Gesellschaft sehr populär. Der Nobelpreis ist eine bedeutende Anerkennung seiner einzigartigen literarischen Verdienste und seines Einflusses auf die zeitgenössische Literatur.