Kritik am Kulturkanon der rechtsgerichteten schwedischen Regierung
Die schwedische Regierung hat einen Kulturkanon vorgestellt, der aus 100 Werken, Marken und Ideen besteht, die die schwedische Identität definieren sollen. Der Historiker Lars Trägårdh präsentierte diese Liste des schwedischen Kulturerbes auf einer Pressekonferenz in Uppsala. Die Liste wird von der Regierungskoalition unterstützt, der auch die nationalistischen Schwedendemokraten angehören.
Erwähnenswerte Einträge auf der Liste sind unter anderem der Nobelpreis, Pippi Langstrumpf, IKEA, Ingmar Bergmans Film Das siebente Siegel aus dem Jahr 1957 und die Gustav-Wasa-Bibel aus dem Jahr 1541. Überraschend ist jedoch das Fehlen von ABBA – einem weltweit anerkannten Symbol der schwedischen Kultur.
Der Kulturkanon wurde auch wegen seiner mangelnden religiösen Vielfalt und der Nichtberücksichtigung der Beiträge von indigenen Gruppen und der zugewanderten Bevölkerung Schwedens kritisiert. Trotz der Kritik, die das Projekt als nationalistisch bezeichnete, verteidigte die Regierung die Initiative als essenziell für das Verständnis des kulturellen Gefüges Schwedens, insbesondere für Neuankömmlinge.