Neue Forschungsergebnisse widerlegen etablierte Ansicht über Vermischung von Homo sapiens und Neandertalern
Forscher, die archäologische Funde im Karmel-Gebirge in Israel untersuchten, haben in der aktuellen Ausgabe von L'Anthropologie einen neuen Artikel veröffentlicht. Sie fanden Hinweise auf eine Vermischung von Homo sapiens und Neandertalern vor 140.000 Jahren. Diese Entdeckung rückt die bisherige Annahme über eine Vermischung um etwa 100.000 Jahre weiter zurück.
Die 1928 entdeckte Fundstätte enthält die Überreste von mehr als einem Dutzend Menschen, darunter auch die eines Kindes, dessen Alter auf 3 bis 5 Jahre geschätzt wird. Moderne Mikro-CT-Scans ergaben, dass der Schädel dieses Kindes Merkmale von sowohl Homo sapiens als auch Neandertalern aufweist, was auf eine mögliche hybride Abstammung hinweist.
Die Forscher erklären, dass dies auf einen längeren Zeitraum der Koexistenz der beiden Populationen in dieser Region hindeutet. Aufgrund des Alters des Kindes warnen Experten jedoch davor, die anatomischen Ähnlichkeiten überzubewerten. Sie sagen allerdings auch, dass diese Ergebnisse mit DNA-Studien übereinstimmen, die eine frühere Überschneidung der beiden Gruppen zeigen.