Seinen Friedrich Wilhelm unter etwas setzen: Das Bundesverfassungsgericht
| Hanna: | Lass uns über unser Bundesverfassungsgericht sprechen, die Perle der Bundesrepublik Deutschland mit Sitz in Karlsruhe. Hier haben wir mal eine Institution, die wirklich gut funktioniert in Deutschland. |
| Jana: | Du bist ja ausgesprochen gut gelaunt heute. |
| Hanna: | Äh ja. Ein Freund von mir hat heute seinen Friedrich Wilhelm unter seinen neuen Mietvertrag gesetzt. Das musste gefeiert werden. |
| Jana: | Dann erkläre unseren Zuhörern doch mal, welche Aufgaben unser Bundesverfassungsgericht hauptsächlich hat. |
| Hanna: | Gerne. Eigentlich sind es drei. Zunächst einmal prüft es Verfassungsbeschwerden von Bürgern und Einrichtungen, die sich in ihren Grundrechten durch Aktionen des Staates verletzt fühlen. |
| Jana: | Ein Bürger kann das Bundesverfassungsgericht direkt anrufen. Das ist international eigentlich außergewöhnlich. |
| Hanna: | Das ist ein Grund, warum es so cool ist. Es ist außerdem der Schiedsrichter bei Kompetenzkonflikten zwischen Bundesorganen, und es prüft die Verfassungsmäßigkeit von Gesetzen und Verordnungen. |
| Jana: | Mit anderen Worten, wenn das Bundesverfassungsgericht seinen Friedrich Wilhelm unter etwas setzt, dann ist es das letzte Wort. Alles andere muss sich fügen. |
Der Ausdruck seinen Friedrich Wilhelm unter etwas setzen drückt aus, dass etwas unterschrieben wird und damit endgültig beschlossen und abgesegnet ist. Wer seinen oder ihren Friedrich Wilhelm unter etwas setzt, unterschreibt und signiert mit seinem eigenen Namen, oder ist generell mit einer Sache einverstanden.
Anwendung findet die Redewendung seinen Friedrich Wilhelm unter etwas setzen hauptsächlich im gesprochenen Deutsch. Sie kann sich sowohl auf eine Unterschrift auf einer Geburtstagskarte beziehen, als auch auf die Signatur unter einem wichtigen Dokument.
Die Redewendung stammt aus der Zeit des preußischen Königs Friedrich Wilhelm I., der von 1713 bis 1740 regierte. Wenn er Dokumente unterzeichnete, schrieb er seine beiden Vornamen immer voll aus.
Übersetzungen ins Englische für seinen Friedrich Wilhelm unter etwas setzen sind “to sign off on something”, “to sign something”.
It is as good as certain with our new apartment. The contract is written and now only the landlord has to put his John Hancock on it.
I’m sorry, but I’m the boss. As long as I am not signing off on it, nobody is going home before the end of the workday.
Anwendung findet die Redewendung seinen Friedrich Wilhelm unter etwas setzen hauptsächlich im gesprochenen Deutsch. Sie kann sich sowohl auf eine Unterschrift auf einer Geburtstagskarte beziehen, als auch auf die Signatur unter einem wichtigen Dokument.
Die Redewendung stammt aus der Zeit des preußischen Königs Friedrich Wilhelm I., der von 1713 bis 1740 regierte. Wenn er Dokumente unterzeichnete, schrieb er seine beiden Vornamen immer voll aus.
Übersetzungen ins Englische für seinen Friedrich Wilhelm unter etwas setzen sind “to sign off on something”, “to sign something”.
Beispiel 1:
Es ist so gut wie sicher mit unserer neuen Wohnung. Der Vertrag ist aufgesetzt und jetzt muss nur noch der Vermieter seinen Friedrich Wilhelm darunter setzen.It is as good as certain with our new apartment. The contract is written and now only the landlord has to put his John Hancock on it.
Beispiel 2:
Tut mir leid, aber ich bin der Chef. Solange ich nicht meinen Friedrich Wilhelm unter die Sache setze, geht hier keiner vor Feierabend nach Hause.I’m sorry, but I’m the boss. As long as I am not signing off on it, nobody is going home before the end of the workday.