Deutschland Weltmeister im Blau machen
| Michael: | Deutschland ist Weltklasse im Blau machen. |
| Jana: | Mensch, das Thema hast du aber wirklich immer auf dem Schirm. |
| Michael: | Es ist ja nun auch ungeheuer wichtig. Es geht um die durchschnittliche Anzahl von gezahlten Fehltagen aufgrund von Krankheit pro Person. Im Jahr 2022 waren das in Deutschland 24,9 Tage. Absoluter Weltrekord im Blau machen! |
| Jana: | Das ist in der Tat viel. Das sind deutlich mehr Tage als ein durchschnittlicher Amerikaner Urlaubstage hat! |
| Michael: | Wenn man bedenkt, dass ein durchschnittlicher Vollbeschäftigter in Deutschland 28 Urlaubstage im Jahr hat, dass es je nach Bundesstaat 10 bis 13 Feiertage gibt und dass die meisten an den Wochenenden nicht arbeiten, fragt man sich, wann wir überhaupt noch in den Salzminen schuften. Gerade bei den Krankheitstagen wird viel blau gemacht. |
| Jana: | Warte mal, woher willst du denn wissen, dass Deutsche an Krankheitstagen häufig blau machen? |
| Michael: | Der EU-Durchschnitt für Krankheitstage liegt bei acht Tagen. In Großbritannien waren es 2022 5,8 Tage. Glaubst du wirklich, dass Deutsche viermal krankheitsanfälliger sind als Engländer? |
| Jana: | Na ja, in England sind die Regeln so straff, dass sich viele Angestellte lieber krank zur Arbeit schleppen, als den Lohnausfall zu kassieren. Das kann ja nicht Sinn der Sache sein. |
Der Begriff blau machen bedeutet, dass man die Schule oder die Arbeit schwänzt. Es gibt unterschiedliche Gründe blau zu machen, der häufigste ist allerdings, dass man keine Lust auf seine Pflichten bei der Arbeit oder in der Schule hat. Es kann aber auch sein, dass wichtige Termine anstehen, die sich nicht verschieben lassen, sodass man blau macht, obwohl man eigentlich gerne zur Arbeit gegangen wäre. Natürlich ist blau machen kein richtiger Grund, nicht in die Schule zu gehen. Meist schiebt man eine Krankheit als offiziellen Grund vor, wenn man von der Arbeit oder der Schule fern bleibt. Wenn ein Kollege öfters an einem Montag fehlt, liegt der Verdacht nahe, dass er blau macht und sein Wochenende um einen Tag verlängert. Unwahrscheinlich ist, dass er ausgerechnet immer montags krank ist.
Die Anwendung der Redewendung blau machen ist in der deutschen Sprache universell. Man kann den Ausdruck sowohl unter Freunden und innerhalb der Familie, als auch im Gespräch mit fremden Menschen benutzen. In den meisten Fällen bedeutet blau machen wie gesagt, dass jemand aufgrund mangelnder Motivation von der Arbeit oder der Schule fern bleibt. Die Redewendung beschreibt dies in einer netten Art und Weise und man ist dem Kollegen nicht unbedingt böse. Sein Verhalten ist verständlich, weil man es selbst auch schon einmal gemacht hat. Wenn man also den Kommentar „Der macht bestimmt mal wieder blau“ verwendet, ist das kein persönlicher Angriff auf den abwesenden Kollegen, sondern eher eine neutral gemeinte Feststellung.
Die schlüssigste Theorie über die Herkunft des Ausdrucks blau machen ist die folgende. Der Begriff stammt aus dem alten Beruf der Färber. Diese legten am Sonntag die Stoffe zum Färben in ein Färbebad. Danach mussten die Stoffe einen Tag lang an der frischen Luft liegen, weil durch eine chemische Reaktion die Farbe blau erzeugt wurde. Die Färber hatten also an diesem Tag nichts zu tun, denn sie mussten abwarten, bis der Färbeprozess an der Luft abgeschlossen war.
Übersetzungen ins Englische für den Ausdruck blau machen sind „to skip school or work“, „to cut“, „to ditch“.
Just because it is nice out, it does not mean, that you could skip classes today.
I did not prepare the text for the last seminar in university yesterday, so I decided make an exception and cut the seminar.
Die Anwendung der Redewendung blau machen ist in der deutschen Sprache universell. Man kann den Ausdruck sowohl unter Freunden und innerhalb der Familie, als auch im Gespräch mit fremden Menschen benutzen. In den meisten Fällen bedeutet blau machen wie gesagt, dass jemand aufgrund mangelnder Motivation von der Arbeit oder der Schule fern bleibt. Die Redewendung beschreibt dies in einer netten Art und Weise und man ist dem Kollegen nicht unbedingt böse. Sein Verhalten ist verständlich, weil man es selbst auch schon einmal gemacht hat. Wenn man also den Kommentar „Der macht bestimmt mal wieder blau“ verwendet, ist das kein persönlicher Angriff auf den abwesenden Kollegen, sondern eher eine neutral gemeinte Feststellung.
Die schlüssigste Theorie über die Herkunft des Ausdrucks blau machen ist die folgende. Der Begriff stammt aus dem alten Beruf der Färber. Diese legten am Sonntag die Stoffe zum Färben in ein Färbebad. Danach mussten die Stoffe einen Tag lang an der frischen Luft liegen, weil durch eine chemische Reaktion die Farbe blau erzeugt wurde. Die Färber hatten also an diesem Tag nichts zu tun, denn sie mussten abwarten, bis der Färbeprozess an der Luft abgeschlossen war.
Übersetzungen ins Englische für den Ausdruck blau machen sind „to skip school or work“, „to cut“, „to ditch“.
Beispiel 1:
Nur weil schönes Wetter ist, heißt das noch lange nicht, dass ihr heute einfach blau machen könnt und nicht zur Schule geht.Just because it is nice out, it does not mean, that you could skip classes today.
Beispiel 2:
Ich hatte gestern für das letzte Seminar an der Uni den Text nicht vorbereitet. Deshalb habe ich mich entschlossen, ausnahmsweise mal blau zu machen.I did not prepare the text for the last seminar in university yesterday, so I decided make an exception and cut the seminar.