| Jana: | Heute ist Donnerstag, der 28. August 2025. Willkommen zu einer neuen Folge unseres wöchentlichen Programms „News in Slow German“ für Fortgeschrittene! Hallo Michael! |
| Michael: | Hallo Jana! Hallo alle zusammen! |
| Jana: | Sehen wir uns nun an, worüber wir im ersten Teil des heutigen Programms sprechen werden. Unser erstes Thema sind Steuern in Europa. Steuereinnahmen sind für Regierungen essenziell, um öffentliche Dienstleistungen zu finanzieren. Die Steuersätze variieren jedoch zwischen den einzelnen europäischen Ländern. Anschließend sprechen wir über einen Plan der EU, Handelsbarrieren im Mittelmeerraum abzubauen. Warum will die EU dies tun? Was bedeutet das für die Zukunft des Handels in dieser Region? Unser Wissenschaftsthema ist einer Studie gewidmet, die einen Zusammenhang zwischen heißem Wetter und negativen Emotionen herstellt. Und wir beenden den ersten Teil mit einer Diskussion über streunende Hunde in Indien. Das Thema machte erst vor Kurzem Schlagzeilen, denn der Oberste Gerichtshof hatte angeordnet, alle streunenden Hunde einzusperren, und hatte dieses Urteil dann später wieder aufgehoben. Die Diskussion geht jedoch weiter: Wie kann Indien die öffentliche Sicherheit schützen und gleichzeitig die humane Behandlung der mehr als 62 Millionen streunenden Hunde im Land gewährleisten? |
| Michael: | Der Rest des Programms ist der deutschen Sprache und Kultur gewidmet. Die heutige Grammatiklektion konzentriert sich auf den Conditional Part 2 (Konjunktiv II) Subjunctive II Verb Forms. Wir werden über eine neue Bierkreation sprechen, die wie ein beliebter Curryketchup schmeckt. Die Frage ist, ob das Ganze nur eine Werbeaktion sein soll, oder ob das Bier tatsächlich Anklang findet. Momentan stehen viele Jubiläen im Zusammenhang mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1945 an. 80 Jahre sind ein durchschnittliches Menschenleben, aber die Auswirkungen und die Lehren des Zweiten Weltkriegs halten bis heute an. Das ist der ideale Hintergrund, um den Gebrauch der Redewendung dieser Woche – Sich etwas unter den Nagel reißen – zu veranschaulichen. |
| Jana: | Interessante Themen. Dann wollen wir jetzt mit unserem Programm beginnen. Los geht's! |
Unterschiedliche Besteuerungsniveaus in Europa spiegeln unterschiedliche steuerpolitische Strategien wider
Steuereinnahmen sind für die Regierungen in Europa essenziell, um öffentliche Dienstleistungen wie Gesundheitsversorgung und Bildung zu finanzieren. Die Steuersätze variieren jedoch zwischen den einzelnen europäischen Ländern. In der EU liegt die Steuerquote, d. h. die gezahlten Steuern im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt, laut Eurostat bei insgesamt 40,0 %. An der Spitze steht Frankreich mit einer Steuerquote von 45,6 %, dicht gefolgt von Belgien mit 44,8 %, Dänemark mit 44,7 % und Österreich mit 43,5 %.
Unter den größten Wirtschaftsnationen haben auch Italien und Deutschland mit 41,7 % bzw. 40,3 % überdurchschnittlich hohe Steuerquoten. Spanien liegt bei 37 % und das Vereinigte Königreich bei 35,3 %. Am anderen Ende der Skala stehen Irland mit 22,7 %, die Türkei mit 23,5 % und die Schweiz mit 26,9 %. Die Daten für das Vereinigte Königreich, die Türkei und die Schweiz, die alle nicht in der EU sind, stammen jedoch von der OECD und sind eventuell nicht direkt mit den anderen Zahlen vergleichbar.
Die gesamten Steuereinnahmen in der EU beliefen sich 2023 auf etwa 6,9 Billionen Euro. Die Steuereinnahmen in drei europäischen Ländern – Deutschland, Frankreich und Großbritannien – lagen
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Mehrere EU-Länder setzen sich für ein strategisches Abkommen für den Mittelmeerraum ein. Ziel des Abkommens ist es, Handelsbarrieren mit ausgewählten Ländern Nordafrikas und des Nahen Ostens abzubauen. Zu diesen Ländern gehören u. a. Algerien, Ägypten, Israel und Jordanien. Die Initiative ist Teil des Mittelmeerpakts, der Mitte Oktober 2025 von der EU vorgestellt werden soll.
Die Initiative unterstreicht das Bestreben, bestehende Abkommen zu modernisieren, Handelsbarrieren abzubauen und Standards in den Bereichen Digitalisierung, Energie und Arbeitsnormen anzugleichen. Die Mittelmeerländer werden außerdem dazu angehalten, sich an die Vorschriften des EU-Binnenmarkts anzupassen, was das strategische Ziel der EU unterstreicht, den Handel der EU zu diversifizieren und von Russland und China loszulösen.
Die Initiative beinhaltet auch das Potenzial einer Harmonisierung der Rechtsvorschriften, um Investitionen zu fördern, grenzüberschreitende Wertschöpfungsketten zu verbessern und Handelsverfahren zu straffen. Darüber hinaus haben Partnerländer ihr Interesse an einer Angleichung an die Zollsysteme der EU, an einer Verbesserung der Standards für saubere Energie und an der Einführung moderne
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Eine am 21. August in der Fachzeitschrift One Earth veröffentlichte umfangreiche Studie zeigt einen besorgniserregenden Zusammenhang zwischen steigenden Temperaturen und negativen Emotionen. Forscher vom MIT und anderen internationalen Institutionen analysierten über 1,2 Milliarden Social-Media-Beiträge und setzten diese in Beziehung zu den Wetterverhältnissen an den Orten, an denen die Beiträge verfasst wurden.
Die Forscher stellten fest, dass bei Temperaturen von über 35 °C die auf Social Media geäußerten Stimmungen deutlich negativer wurden. In Ländern mit einem niedrigeren Einkommen war die Stimmung 25 % negativer, in Ländern mit einem höheren Einkommen 8 %. Diese Studie unterstreicht, dass extreme Hitze nicht nur Auswirkungen auf die Gesundheit hat, sondern auch die Emotionen beeinflusst.
Zusammenhänge zwischen hohen Temperaturen und erhöhter Aggressivität sind gut dokumentiert. Frühere Studien zeigten einen Anstieg von Aggressionen im Straßenverkehr und sogar höhere Selbstmordraten an heißeren Tagen. Die Forscher räumen jedoch ein, dass die Nutzung von Social Media die Ergebnisse dieser Studie in Richtung jüngerer Bevölkerungsgruppen verzerrt hat und ältere Menschen und Kinder
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Streunende Hunde sind in indischen Städten schon lange ein Problem. Vor Kurzem hat der Oberste Gerichtshof Indiens nach tödlichen Angriffen angeordnet, dass alle streunenden Hunde eingesperrt werden müssen. Das hat zu Protesten von Tierschutzorganisationen geführt. Später wurde diese Anordnung wieder rückgängig gemacht. Stattdessen wurde nun die Sterilisierung, Impfung und Rückführung der Tiere an ihren Herkunftsort angeordnet – außer bei tollwütigen oder besonders aggressiven Tieren.
Das Gericht verbot auch die Fütterung von Straßenhunden außerhalb ausgewiesener Zonen und dehnte diese Entscheidung auf das gesamte Land aus. Ein Gesetz aus dem Jahr 2001 verbietet die Einschläferung gesunder Straßenhunde, doch die Umsetzung von Sterilisierungen und Impfungen gestaltet sich aufgrund begrenzter Ressourcen und der überwältigenden Population von über 62 Millionen Straßenhunden schwierig.
Tierheime sind unterfinanziert und überfüllt, und die Tierpfleger haben Mühe, eine angemessene Versorgung zu gewährleisten. Trotz dieser Schwierigkeiten wurde die geänderte Regelung von Tierschützern begrüßt, die sie als einen humanen Kompromiss betrachten. Tierfreunde in den Gemeinden reagierten erleicht
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Neues Bier mit Curryketchup-Geschmack
| Jana: | In Deutschland gibt es zwar das Reinheitsgebot, das nur die Basiszutaten Wasser, Malz, Hopfen und Hefe im Bier erlaubt, doch manchmal wird auch herumexperimentiert. Die Kultbrauerei Astra aus Hamburg und der Ketchup-Hersteller Hela, ebenfalls aus Hamburg, haben sich zusammengeschlossen und ein Bier mit Curryketchup-Geschmack kreiert. |
| Michael: | Das Astra-Bier aus der kleinen handlichen Flasche ist legendär. Und wenn es möglich wäre, würde ich mich in eine Badewanne voll mit Hela-Gewürzketchup legen. |
| Jana: | Ich weiß gar nicht, ob das überhaupt Ketchup ist, oder vielmehr eine Zuckersoße. Aber ich gebe dir Recht, das Zeug schmeckt leider richtig gut. |
| Michael: | Ich werde das Curryketchup-Bier auf jeden Fall probieren. |
| Jana: | Wenn das so einfach wäre … |
| Michael: | Wieso? |
| Jana: | Es werden erstmal nur 2.000 Liter gebraut. Das erste Mal ausgeschenkt wurde das Bier bei einem kleinen Festival in der Brauerei. Und falls es das Bier in den Handel schafft, müsstest du dich beeilen, denn sonst bliebe bestimmt nichts mehr für dich übrig. |
| Michael: | Jetzt hast du mich erst auf den Geschmack gebracht, sodass mir das Wasser im Mund zusammenläuft. Und dann erzählst du mir, ich bekäme nichts mehr ab, wenn ich es nicht rechtzeitig dorthin schaffen würde. |
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I. Recap
The conditional in German is expressed through the Konjunktiv II also known as the second subjunctive. There are two ways to convey the conditional in German: using the modal verb würden with an infinitive (the method used most of the time), or by using the specific conditional conjugation of the verb (the subjunctive II form). The würden option is discussed further in another lesson.| Ich würde es wissen (conditional conveyed with würden). I would know it. Das wüsste ich nicht (subjunctive II). I wouldn’t know that. |
II. Subjunctive II vs. Würden
A. Most verbs, especially in the spoken language, use würden to express the conditional. This is mainly due to the fact that the subjunctive II forms of regular verbs are indistinguishable from their simple past forms because both take the endings: (-e, -est, -e, -en, -et, -en). Subjunctive II forms may be found in older texts, but the use of würden is becoming more and more popular even in writing.| Ich tanzte im Nachtclub (simple past). I danced at the nightclub. Ich *tanzte, wenn ich mir nicht das Bein gebrochen hätte (conditional). I would dance, had I not broken my leg. *although technically correct, this would not be used in most situations as to avoid ambiguity. Als er schnell arbeitete, hat er viele Fehler gemacht (simple past). When he was working quickly, he made a lot of mistakes. Wenn er schnell arbeitete, würde er viele Fehler machen (conditional). If he worked quickly, he would make many mistakes. |
B. Here, we see the difference between the tenses with a strong verb. Although in spoken language, würden is still often used, forms like this can still be found in writing although würden continues to gain frequency in both writing as well as in the oral language:
| Er kam nach der Arbeit nach Hause (simple past). He came home after work. Er käme früh nach Hause, wenn er nicht so viel Arbeit hätte (conditional). He would come home early, if he didn’t have so much work. Das Mädchen blieb zu Hause, weil sie krank war (simple past). The girl stayed home because she was sick. Wäre das Mädchen krank, bliebe sie zu Hause (conditional). Were the girl sick, she would stay home. |
C. Sein, haben, and gehen are almost always found in the subjunctive II form.
| Wenn ich reich wäre (sein), würde ich eine Weltreise machen. If I were rich, I would take a trip around the world. Hätte (haben) ich Zeit, würde ich Französisch lernen. If I had time, I would learn French. Wenn sie uns einladen würde, gingen (gehen) wir zur Party. If she would invite us, we would go to the party. |
80 Jahre seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs
| Michael: | Wir haben bald einige große Jubiläen. Am 2. September vor 80 Jahren war der Zweite Weltkrieg auch für Japan und die USA vorbei. In Europa hatte der Krieg bereits am 8. Mai 1945 mit der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands geendet. Das ist aber noch nicht alles. Der 1. September vor 87 Jahren war ein denkwürdiger Tag. An diesem Tag riss sich Deutschland unter Adolf Hitler Polen unter den Nagel. Zwei Tage später kam es dann zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. Begehst du diese Jahrestage in irgendeiner Form, Jana? |
| Jana: | Bei den runden Gedenktagen schon. Aber für mich ist es wichtiger, wie es zum Krieg kam. Da war wirklich alles graduell. Die Achsenmächte hatten das Völkerrecht schon lange davor auf den Kopf gestellt. |
| Michael: | Japans Angriff auf die Mandschurei im Jahr 1931 und weitere Angriffe in China waren nur der Anfang. Dann hatte sich Italien 1935 Äthiopien unter den Nagel gerissen. |
| Jana: | In Deutschland begann es mit der Remilitarisierung des Rheinlands 1936, dann kam der Anschluss Österreichs, und später riss sich Deutschland das Sudetenland unter den Nagel. England reagierte mit Appeasement, einem der schlimmsten Fehler in der Weltgeschichte. |
| Michael: | Stimmt. Das war ein riesiger Fehler, denn einen Diktator wie Hitler weist man so nicht in die Schranken. Hitler wollte den Krieg, und mit dem Angriff auf Polen bekam er den auch. |
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Benutzt wird die Redewendung universell in der deutschen Sprache. Man unterscheidet im Gebrauch nicht, ob sich ein Global Player eine kleine Firma unter den Nagel reißt oder ein kleiner habgieriger Junge das letzte Stück Kuchen. Im direkten Dialog mit jemandem sollte man jedoch vorsichtig sein, da der Ausdruck auch eine Anschuldigung darstellt.
Fingernägel hatten früher eine redensartliche Bedeutung. Auch in der Bibel stehen lange Nägel als Synonym für diebische Absichten. Wer sich etwas unter den Nagel reißt, handelt also nicht aus Gutmütigkeit.
Übersetzungen ins Englische für unter den Nagel reißen sind “to swipe something“, “to grab something“, “to take over something“.
Beispiel 1:
Es war ja abzusehen, dass es nicht lange dauern würde, bis sich irgendeine Immobilienfirma dieses Baugrundstück in Berlin unter den Nagel reißt.It was clear, that it wouldn’t take long until some real estate company would swipe this building land in Berlin.
Beispiel 2:
Der kleine Nils ist ja nicht dumm. Er wusste genau, dass später viele Gäste zu Besuch kommen, also hat er sich schon mal genug Süßigkeiten unter den Nagel gerissen.Little Nils is not stupid. He knew exactly that there would be many guests coming to visit later, so he already grabbed enough candy.
Beispiel 3:
Ich bin ja der Meinung, dass es keine gerechte Abstimmung gegeben hat, wer die ausgeschriebene Professorenstelle bekommt. Es gab doch bestimmt vorher schon Absprachen und am Ende hat sich Herr Müller den Posten unter den Nagel gerissen.In my opinion it was not a fair vote about who will get the vacant faculty position. Most certainly, there were arrangements made before and in the end Mr. Müller took over the position.
Hint: Be aware of certain instances in which the simple past is needed rather than the conditional.
Deutsch 4
Aufsatz 1
Wenn ich in der Lotterie a. gewann b. gewänne , würde ich zuerst einen Teil des Geldes investieren. Ich glaube, dass das eine praktische Strategie a. wäre b. sein würde , Vermögen aufzubauen. Danach a. gab b. gäbe ich meinen Eltern etwas Geld, damit sie in Rente gehen können. Weil ich schon immer ein Interesse an Reisen a. hätte b. hatte , würde ich sicher mit dem Geld eine große Weltreise machen. Ich a. würde...reisen b. reiste nach Asien, Europa und Afrika . Wenn ich nach Kambodscha a. flöge b. flog , würde ich dort den alten Tempel Angkor Wat besichtigen. Es a. würde...sein b. wäre auch toll, die lokalen Spezialitäten zu probieren.
Nach dem Reisen a. fände b. fand ich einen neuen Wohnsitz. Ich a. hätte b. würde..haben gern eine Penthouse-Wohnung in einer modernen Stadt; New York zum Beispiel. Dort a. würde...veranstalten b. veranstaltete ich schicke Partys mit Promis. Obwohl es nicht nötig a. war b. wäre zu arbeiten, möchte ich meine eigene Sprachschule gründen, wo ich Deutsch unterrichten würde.
- Wenn ich jünger , würde ich mehr reisen (sein).
- wir mehr Geld, würden wir ein größeres Haus kaufen (haben).
- Ohne meinen Hund ich nie in der Stadt spazieren (gehen).
- Der Verdächtige tut, als ob er unschuldig (sein), und deshalb hat die Polizei ihn verhaftet.
- Ich nichts, wenn ich an deiner Stelle wäre (tun).
- Der verzweifelte Mann tut, als es keine Lösung (geben).
- Wenn ich , dass sie nicht gut miteinander auskommen, würde ich sie nicht einladen (wissen).
- wir bei dem Treffen, würden wir eine Lösung vorschlagen (sein).
- Wenn der Zug rechtzeitig , wäret ihr pünktlich (ankommen).
- Ich den Film großartig, wenn die Sondereffekte besser wären (finden).