Zum ersten Mal seit über 50 Jahren gibt es weltweit keinen Atomwaffenvertrag mehr
Am vergangenen Donnerstag ist mit „New START“ der letzte noch bestehende Atomwaffenkontrollvertrag zwischen Russland und den USA ausgelaufen. Der Vertrag wurde ursprünglich 2010 unterzeichnet und 2021 einmalig um fünf Jahre verlängert. Damit ist das strategische nukleare Gleichgewicht zwischen den beiden Ländern zum ersten Mal seit 1972 nicht mehr durch einen formellen Vertrag geregelt.
Die Trump-Regierung hat wenig Eile bei der Verlängerung des Abkommens gezeigt und die Risiken einer Welt ohne Atomwaffenbeschränkungen heruntergespielt. Im Gegensatz dazu haben russische Regierungsvertreter Alarm geschlagen und gewarnt, dass das Auslaufen des Vertrags die symbolische „Weltuntergangsuhr” beschleunigen und die globale Sicherheit gefährden könnte.
Analysten vermuten, dass Russlands Besorgnis den Wunsch widerspiegelt, seine internationale Stellung zu behaupten. Im Gegensatz zur UdSSR kann Russland wirtschaftlich nicht mit den USA und der NATO mithalten, um ein Wettrüsten aufrechtzuerhalten. Darüber hinaus erwägen die USA, China in künftige Abkommen einzubeziehen. Das Ende von „New START“ markiert eine große Veränderung in der globalen Atomwaffen-Landschaft.