US-Konservative beschimpfen Demonstranten gegen ICE als „Weinmütter”
In einer Wendung, wie sie nur in den USA möglich ist, hat der Begriff „Weinmutter“ für Chardonnay trinkende Frauen nun eine neue Bedeutung als politisches Schimpfwort erhalten. Kommentatoren von Fox News sprechen von „organisierten Banden von ‚Weinmüttern‘“, die gegen die Einwanderungsbehörde ICE protestieren, und stellen sie als „arrogante weiße Frauen“ dar, die zum Protestieren sowohl Kinderwagen als auch „Antifa“-Taktiken einsetzen.
Einst eine eher humorvolle Anspielung auf Mütter, die sich eine Auszeit verdient haben, ist „Weinmutter“ heute mit dem Vorwurf des Snobismus behaftet. Schließlich ist Wein das Getränk der wohlhabenden, liberalen, intellektuellen Elite, die von Konservativen als „Brie- und Chablis-Fraktion“ verspottet wird.
Auch in der Popkultur gilt Wein als das Getränk der Wahl für Frauen in Not und Männer mit fragwürdiger Moral, während wahre amerikanische Maskulinität mit Bier und Hochprozentigem assoziiert wird. Während sich das Land darüber streitet, wer was trinkt, bleibt Wein ironischerweise eine willkommene politische Waffe im Arsenal von Amerikas endlosen Kulturkriegen.