Vergessene Lehren der Weltkriege bedrohen die Weltordnung
Achtzig Jahre nach der Kapitulation Japans zeichnet sich ein klarer Stimmungswandel in der Außenpolitik in den USA ab. Nach dem Zweiten Weltkrieg herrschte Einigkeit darüber, dass Isolationismus und Nationalismus zu dieser Katastrophe geführt hatten. Angesichts der schrecklichen Lehren aus diesem Krieg setzten sich die USA für Staatenbündnisse, freien Handel und Demokratie als Weg in die Zukunft ein.
Heute sind nur noch sehr wenige Veteranen am Leben, die sich an diese Lehren erinnern, was die Sichtweise der nachfolgenden Generationen verändert hat. Donald Trumps „America First“-Linie hat nun zu radikalen Änderungen geführt. Derzeit denken nur noch 56 % der Amerikaner, dass sich die USA aktiv in globale Angelegenheiten einschalten sollten – ein historischer Tiefstand.
Kritiker warnen, dass dieser Ansatz die nach dem Zweiten Weltkrieg geschaffene Weltordnung untergräbt, die auf internationalen Institutionen und Rechtsstaatlichkeit basiert. Experten befürchten, dass ein Rückzug aus internationalen Verpflichtungen angesichts der Vernetzung der heutigen Welt schwerwiegende Folgen haben könnte. Die Debatte über die Rolle der USA wird immer komplexer.