Nobelpreisträger warnen vor einer beispiellosen Bedrohung des Lebens auf der Erde
Im Dezember veröffentlichten 38 führende Wissenschaftler, darunter mehrere Nobelpreisträger, einen Report und einen Begleitkommentar in der Fachzeitschrift Science. Sie forderten einen sofortigen Stopp der Forschung zur Entwicklung von „spiegelbildlichem Leben“, wie Spiegelbakterien. Die Wissenschaftler haben große Bedenken hinsichtlich der potenziellen Risiken dieser Organismen.
Es wird noch mindestens zehn Jahre dauern, bis lebensfähige Spiegelbakterien hergestellt werden können. Trotzdem warnen die Wissenschaftler schon heute, dass solche Mikroben, die aus Spiegelversionen natürlicher Moleküle aufgebaut sind, eine beispiellose Bedrohung darstellen. Nach Ansicht von Experten könnten Spiegelmikroben die Immunabwehr bei Menschen, Tieren und Pflanzen sowie Antibiotika umgehen und zu tödlichen Infektionen führen.
Einige komplexere Spiegelmoleküle wurden bereits hergestellt und werden derzeit genauer erforscht. Spiegelproteine verhalten sich ähnlich wie ihre natürlichen Versionen, werden aber langsamer vom Körper abgebaut. Die wissenschaftliche Gemeinschaft sieht in der Spiegelchemie potenzielle Anwendungen für Therapien, um zum Beispiel länger wirkende Medikamente zu produzieren.