Die Karnevalssitzung
| Michael: | Jetzt, wo wir auf die Hochphase des Karnevals in Deutschland zusteuern, die in vielen Regionen Deutschlands – von Köln, der Hauptstadt des Karnevals bis in den Süden – allgemein als die fünfte Jahreszeit bekannt ist, möchten wir uns heute einer normalerweise weniger beachteten Kunstform des Karnevals zuwenden: der Karnevalssitzung. Dort wird wirklich nicht um den heißen Brei herumgeredet. |
| Jana: | Au weia. Da bin ich aber mal gespannt. Ich meine, der Karneval, im Süden auch Fasching genannt, bezeichnet die ausgelassenen Feierlichkeiten in katholischen Gegenden, bevor mit dem Aschermittwoch die 40 Tage Fastenzeit vor Ostern beginnen. |
| Michael: | Genau. Den meisten sind wahrscheinlich die Karnevalsumzüge und das ausgelassene kostümierte Feiern bekannt, das ungefähr eine Woche dauert. Insbesondere die Karnevalswagen in den Umzügen sind weltweit berühmt. Frech und häufig vulgär, nehmen sie wirklich kein Blatt vor den Mund, wenn es um das aktuelle politische Geschehen geht. |
| Jana: | Das ist bei den Karnevalssitzungen auch nicht anders. Eine Karnevalssitzung ist eine Abendveranstaltung vor kostümierten Zuschauern, deren Programm aus viel Musik, Tanz, Gesang und den berühmten politisch-satirischen Büttenreden besteht. Die Stimmung in diesen Sitzungen ist normalerweise hervorragend bis ausgelassen. |
Um den heißen Brei herumreden bedeutet, dass man etwas nicht offen, klar und deutlich ausspricht, etwas nicht auf den Punkt bringt, seine Meinung nicht unbeschönigt sagt, dass man keinen Klartext redet oder dass man nach Ausflüchten oder Ausreden sucht. Ein gleichbedeutendes Wort ist langatmig.
Die Redewendung ist umgangssprachlich und ihr Ursprung ist vermutlich die Redensart wie die Katze um den heißen Brei. Diese Redensart ist schon bei Martin Luther belegt, auch Goethe und Schiller benutzten sie in ihren Werken. Um andere nicht zu verletzen, reden viele Menschen gerne um den heißen Brei. Sie sagen nicht direkt, was sie wollen bzw. nicht möchten. Hinter dieser Haltung kann „Höflichkeit“, eine gewisse Unsicherheit oder eventuell sogar Feigheit stecken, weil viele Menschen nicht gut mit Kritik, Konflikten, verschiedenen Ideen, Vorstellungen usw. umgehen könnten. Das heißt, wenn man will, dass der andere nicht um den heißen Brei herumredet, muss man mit all diesen Möglichkeiten klarkommen (damit, dass der andere Kritik äußert, dass ein Konflikt entsteht, dass die Ideen sich unterscheiden usw.). Außerdem werden manche Dinge eben als peinlich empfunden, und das erschwert die direkte Kommunikation ebenfalls. Wenn man Brei (Grießbrei, Kartoffelbrei oder Reisbrei) isst, wird oft gesagt, dass man von außen nach innen essen soll, weil es innen noch heiß und außen schon kühler ist. Der Brei ist vergleichbar mit dem eigentlichen Gesprächsthema, was oft ein brisantes, ein heißes Thema sein kann. Bei manchen Themen kann man sich auch schnell die Zunge verbrennen, wenn man nicht aufpasst.
Die wortwörtliche Übersetzung von Um den heißen Brei herumreden ist To talk around the hot porridge. Auf Englisch würde man vielleicht to beat around the bush oder wasting time verwenden.
The professor greeted all the attendees briefly and professionally because he wanted to come to the point immediately and did not want to "beat around the bush".
In the courtroom, the attorney had clearly stated all these very unpleasant facts without wasting any time.
Die Redewendung ist umgangssprachlich und ihr Ursprung ist vermutlich die Redensart wie die Katze um den heißen Brei. Diese Redensart ist schon bei Martin Luther belegt, auch Goethe und Schiller benutzten sie in ihren Werken. Um andere nicht zu verletzen, reden viele Menschen gerne um den heißen Brei. Sie sagen nicht direkt, was sie wollen bzw. nicht möchten. Hinter dieser Haltung kann „Höflichkeit“, eine gewisse Unsicherheit oder eventuell sogar Feigheit stecken, weil viele Menschen nicht gut mit Kritik, Konflikten, verschiedenen Ideen, Vorstellungen usw. umgehen könnten. Das heißt, wenn man will, dass der andere nicht um den heißen Brei herumredet, muss man mit all diesen Möglichkeiten klarkommen (damit, dass der andere Kritik äußert, dass ein Konflikt entsteht, dass die Ideen sich unterscheiden usw.). Außerdem werden manche Dinge eben als peinlich empfunden, und das erschwert die direkte Kommunikation ebenfalls. Wenn man Brei (Grießbrei, Kartoffelbrei oder Reisbrei) isst, wird oft gesagt, dass man von außen nach innen essen soll, weil es innen noch heiß und außen schon kühler ist. Der Brei ist vergleichbar mit dem eigentlichen Gesprächsthema, was oft ein brisantes, ein heißes Thema sein kann. Bei manchen Themen kann man sich auch schnell die Zunge verbrennen, wenn man nicht aufpasst.
Die wortwörtliche Übersetzung von Um den heißen Brei herumreden ist To talk around the hot porridge. Auf Englisch würde man vielleicht to beat around the bush oder wasting time verwenden.
Beispiel 1:
Der Professor begrüßte alle Anwesenden knapp und geschäftsmäßig, denn er wollte gleich zur Sache kommen und nicht lange „um den heißen Brei“ herumreden.The professor greeted all the attendees briefly and professionally because he wanted to come to the point immediately and did not want to "beat around the bush".
Beispiel 2:
Im Gerichtssaal hatte der Rechtsanwalt diese doch sehr unerfreulichen Tatbestände allesamt klar beim Namen genannt, ohne um den heißen Brei herumzureden.In the courtroom, the attorney had clearly stated all these very unpleasant facts without wasting any time.