Im Wandel der Zeit
Die Flucht, Teil 1 - Abschied aus Berlin
„Komm, wir fahren heute Nacht los“,
versuchte Ursula, Hans zu
überzeugen. Die Tage nach dem 17. Juni 1953, als Hans und Ursula
endgültig beschlossen hatten, die DDR zu
verlassen,
schienen nicht zu
vergehen.
Erst eine Woche war
verstrichen. Beide konnten es
kaum erwarten,
aufzubrechen und die Flucht in den Westen zu beginnen. „
Das Ganze ist kein
Spiel“, hatte Hans allerdings nun schon
einige Male gewarnt. „Wir müssen das gut planen und den richtigen
Zeitpunkt abwarten“. Hans war
vorsichtiger und nicht so impulsiv wie Ursula. Sie wäre
am liebsten noch
in derselben Nacht geflohen, so
euphorisch hatte sie der Gedanke gestimmt,
sich auf die Reise zu begeben und im Westen ein neues
Leben anzufangen. „Heute Nacht ist kein guter Zeitpunkt. Es ist noch
zu früh. Die kontrollieren jetzt noch
wie wild, und wenn wir nicht
aufpassen, werden wir als Provokateure
eingesperrt“. Hans
hatte die Situation gut
im Blick. „
Solange das sowjetische Militär im Land ist, heißt es
abwarten und Tee trinken, bis die Russen
weg sind.“ „Das kann ja noch
ewig dauern“,
maulte Ursula
ein wenig ungeduldig. „Die werden schon bald
abhauen.
Schließlich haben die bei sich im eigenen Land genug zu tun. In
spätestens zwei