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Ein Spargeltarzan sein

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Hanna: Du siehst ja so gebräunt aus. Warst du gerade im Urlaub?
Michael: Also, das hast du sehr gut erkannt. Tomaten hast du definitiv keine auf den Augen! Ich komme gerade von einem kurzen Urlaub aus Helgoland zurück. Diese Affenhitze kann man ja nur im Wasser aushalten. Und hier und da ganz entspannt am Strand zu liegen, das finde ich einfach klasse.
Hanna: Du bist ein solcher Spargeltarzan geworden, es wundert mich, dass du nicht ins offene Meer hinaus gespült worden bist!
Michael: Ich bitte dich! So dünn bin ich nun auch wieder nicht! Du hättest mal andere Leute sehen sollen! Da gab es eine ziemlich große Mischung von Spargeltarzanen bis hin zu fülligen Damen in Bikini. Aber Helgoland war trotzdem schön.
Hanna: Ich weiß gar nichts weiter über Helgoland. Da oben an der Nordsee bin ich bisher eher weniger gewesen.
Michael: Das Wichtigste an der Insel ist, dass sie eine sehr lange Geschichte hat. Die Friesen waren schon im 7. Jahrhundert auf der Insel ansässig. Helgoland war ein Seeräubernest, ein bedeutender Stützpunkt der Seelotsen und zu Beginn des 18. Jahrhunderts sogar das größte Waren-Umschlagszentrum Europas.
Hanna: Das hört sich ja richtig spannend an! Die Friesen also! Das ist jetzt eine blöde Frage, aber spricht man eigentlich friesisch auf der Insel?
Michael: So dumm ist die Frage gar nicht. Die Sprache, die auf Helgoland gesprochen wurde, war Hallunder, ein friesischer Dialekt. Es gibt sogar eine Schule, die James-Krüss-Schule, wo Friesisch in der Grundschule Pflichtfach ist. Danach kann es als Wahlfach gewählt werden. Auch an der Volkshochschule war es bisher ein Programmpunkt. Und auch einige Straßennamen erinnern an diese Sprache wie zum Beispiel Lung Wai (Langer Weg), Om Wass (im Westen), Bi di Spukkerbu (Bei der Spukbude – basierend auf einer alten Geschichte), Bi de Boak (bei der Bake), usw.
Hanna: Dein Friesisch hört sich ja total lustig an. Aber Deutsch spricht man dort auch, oder?
Michael: Ja klar, aber Hallunder braucht man, wenn man dort als Fischer arbeiten will.
Hanna: Das hatte ich eigentlich nicht vor. Was weißt du denn noch so über die Geschichte von Helgoland?
Michael: Im Museum vor Ort habe ich gelesen, dass Helgoland belagert wurde und ab 1714 dänisch war. Dann wurde die Insel im Jahr 1807 britisch. Und 1826 gründete Jacob Andresen Siemens das Seebad. Dann gab es 1890 den sogenannten „Vertrag über Kolonien und Helgoland“ und man übergab Helgoland an Deutschland. In den Weltkriegen war die Insel ein wichtiger Marinestützpunkt, wobei die Engländer 1947 sogar versucht hatten, die Militäranlagen Helgolands mit einer großen nicht-nuklearen Sprengung zu vernichten. Erst 1952 konnte die Insel wieder besiedelt werden, als man sie an Deutschland zurückgab.
Hanna: Da hat jemand aber sehr gut im Museum aufgepasst, muss man mal so sagen. Bei so vielen Belagerungen wundert es mich nicht, dass es auf der Insel viele Spargeltarzane gibt.
Michael: Naja, so kann man das auch wieder nicht sagen, das ist doch schon einige Jahre her. Aber du weißt bestimmt nicht, was Helgoland mit der Nationalhymne zu tun hat, oder?
Hanna: Ich muss leider eingestehen, dass ich das nicht weiß. Die Hymne ist so schön wie die Insel ...? Ich weiß nur, dass sie von Heinrich Hoffmann von Fallersleben geschrieben wurde.
Michael: Richtig. Heinrich Hoffmann von Fallersleben schrieb 1841 das „Lied der Deutschen“, dessen dritte Strophe heute die Nationalhymne Deutschlands ist, auf Helgoland. Seine Büste steht jetzt auf dem Platz vor der Landungsbrücke.
Hanna: Da habe ich gerade nochmal Glück gehabt, oder? Aber jetzt will ich Helgoland auch sehen.
Michael: Kann ich wirklich nur empfehlen, liebe Hanna.

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