| Jana: | Heute ist Donnerstag, der 1. Oktober 2020. Herzlich willkommen zu unserer wöchentlichen Ausgabe von „News in Slow German“! Hallo liebe Hörer! Hallo Michael! |
| Michael: | Hallo Jana! Hallo zusammen! |
| Jana: | Wir beginnen den ersten Teil unseres Programms mit einem Update zur weltweiten Zahl der Corona-Todesopfer, das von der Johns Hopkins University veröffentlicht wurde. Anschließend werden wir über ein Referendum in der Schweiz sprechen, wo sich fast 62 % der Wähler gegen den Vorschlag zur Beendigung der Freizügigkeit für EU-Bürger ausgesprochen haben. Danach diskutieren wir über ein Pilotprogramm in Finnland, wo Spürhunde am Flughafen von Helsinki zum Testen auf Coronavirus eingesetzt werden. Und wir beenden den ersten Teil unseres Programms mit einer Beschwerde, die von französischen Journalisten verfasst und an die EU-Kommissionspräsidentin gesandt wurde, weil in EU-Kommunikationen Englisch gegenüber anderen Sprachen bevorzugt wird. |
| Michael: | Danke Jana. Weiter geht es mit den Ankündigungen für den zweiten Teil unseres Programms. |
| Jana: | Richtig, Michael! Im Segment „Trending in Germany“ werden wir über die Ankündigung von Elon Musk auf dem „Tag der Batterie“ sprechen, ein vollständig batteriebetriebenes Auto auf den Markt zu bringen, das angeblich nur 25.000 Dollar kosten wird. Was haben die deutschen Autohersteller in Bezug auf Elektroautos vorzuweisen? Außerdem werden wir über den Erzieherberuf sprechen, der, wie die Corona-Krise gezeigt hat, einer der wichtigsten Berufe ist. Die Frage ist, wie man diesen Beruf attraktiver machen kann. |
| Michael: | Klingt gut, Jana! Los geht‘s! |
| Jana: | Ja, Michael. Lass uns beginnen! |
Die Zahl der Menschen, die weltweit an COVID-19 gestorben sind, hat nach einer von der Johns Hopkins University aufgestellten Statistik eine Million überschritten. Diese offizielle Zahl unterschätzt wahrscheinlich jedoch die wahre Zahl, sagte Mike Ryan, Direktor für Nothilfe bei der Weltgesundheitsorganisation, am Montag in einem Briefing in Genf.
UN-Generalsekretär António Guterres nannte die Zahl einen „qualvollen Meilenstein“. Er fügte hinzu, dass es von kritischer Bedeutung sei, dass die internationale Gemeinschaft aus den Fehlern der ersten zehn Monate der Pandemie lerne. „Verantwortungsbewusste Führungsstärke ist entscheidend“, sagte er. „Wissenschaft ist entscheidend. Weltweite Zusammenarbeit ist entscheidend — und Fehlinformationen töten.“
Es gibt keine Anzeichen dafür, dass sich die Rate der weltweiten Corona-assoziierten Sterbefälle verlangsamt; und in Ländern, die ihre Ausbrüche vor einigen Monaten unter Kontrolle hatten, nehmen Infektionen wieder zu. Am Dienstag hat das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) die Niederlande, Island, Dänemark und Ungarn auf seine „Rote Liste“ gesetzt. In den letzten zwei Wochen hat die Anzahl der In
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Am Sonntag lehnten die Schweizer Wähler in einer Volksabstimmung einen Vorschlag zur Beendigung eines Abkommens mit der EU ab, das den freien Zuzug von EU-Ausländern ermöglicht. Nach Auszählung aller Stimmen zeigte sich, dass fast 62 % der Schweizer diese Freizügigkeit beibehalten wollen. 38 % waren dagegen. Der Versuch, die Zuwanderung einzuschränken, basierte auf einem Vorschlag der rechtspopulistischen Schweizerischen Volkspartei (SVP). Die Schweizer Regierung hatte diesen Vorschlag jedoch abgelehnt.
1992 hatten die Schweizer mit 50,3 % zu 49,7 % gegen den EU-Beitritt gestimmt. Die Schweiz wollte jedoch weiterhin den Zugang zur europäischen Freihandelszone und eine Fortsetzung der internationalen Zusammenarbeit in Bereichen wie Transport, Umwelt, Forschung und Bildung. Der Preis dafür war die Unterzeichnung sieben wichtiger bilateraler politischer Abkommen mit der EU, darunter das Freizügigkeitsabkommen und das Schengen-Abkommen über offene Grenzen innerhalb der EU.
Das Referendum vom 27. September hätte die Schweizer Regierung zwingen können, das Freizügigkeitsabkommen mit der EU unter Berufung auf eine sogenannte „Guillotine-Klausel“ einseitig aufzuheben. Diese Klausel hätte Au
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Seit Mitte September sind im Rahmen eines staatlich finanzierten Pilotprogramms vier COVID-19-Spürhunde am Flughafen in Helsinki im Einsatz. Finnische Forscher hoffen, dass damit eine billige, schnelle und wirksame alternative Methode zur Verfügung stehen wird, um Menschen auf das Virus zu testen. Ein Hund ist in der Lage, Coronavirus innerhalb von 10 Sekunden zu erschnüffeln, und der gesamte Vorgang dauert weniger als eine Minute.
Eine im Juni vom Cold Spring Harbor Laboratory veröffentlichte französische Studie kam zu dem Schluss, dass es „sehr starke Hinweise“ darauf gebe, dass der Schweißgeruch von COVID-positiven Menschen anders sei als der von Menschen, die nicht mit dem Virus infiziert sind. Hunde werden bereits seit langem erfolgreich zur Erkennung von Krankheiten wie Krebs und Diabetes eingesetzt.
In Versuchen an der Universität Helsinki konnten Hunde das Coronavirus mit nahezu 100%iger Genauigkeit identifizieren, und das sogar Tage bevor der Patient Symptome entwickelte. Forscher in anderen Ländern arbeiten an vergleichbaren Projekten. Ein ähnlicher Versuch begann letzten Monat am internationalen Flughafen Dubai.
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Französische Journalisten werfen der EU-Kommissionspräsidentin vor, Englisch gegenüber anderen Sprachen zu bevorzugen
Französische Journalisten, die über die Europäische Union berichten, haben sich über die zunehmende Verwendung der englischen Sprache in EU-Kommunikationen beschwert. Am 23. September schickte die französische Sektion der Vereinigung Europäischer Journalisten einen Beschwerdebrief an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und an EU-Ratspräsident Charles Michel. Sie mahnten, dass die Verwendung anderer europäischer Sprachen in Kommunikationen jeder EU-Institution eine gesetzliche, in den Gründungsverträgen verankerte, Verpflichtung sei.
Als Beispiel nannten die Journalisten den von der EU vorgeschlagenen Migrationspakt, der Anfang jener Woche vorgestellt worden war. Sie wiesen darauf hin, dass alle damit verbundenen Mitteilungen ausschließlich auf Englisch veröffentlicht worden waren. „Mehr als zwei Stunden nach der offiziellen Mitteilung gab es nicht eine einzige Version in einer anderen Arbeitssprache (Französisch oder Deutsch). Letzen Endes war nur die zweiseitige Pressemitteilung auf Französisch verfügbar“, schrieben sie.
Nach Ansicht der Journalisten stellt die Konzentration auf eine einzige Sprache einen deutlichen Wettbewerbsvorteil für die englischsprachige Presse dar,
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| Jana: | Volkswagen hat am 23. September sein großes As im Ärmel ausgespielt und den Strom-SUV ID4 präsentiert, der nächstes Jahr kommen soll. Dieser SUV soll ein Auto für jedermann sein. Ein Auto für die Millionen, nicht für die Millionäre, wie VW bekannt gab. Eine halbe Million Elektrofahrzeuge sollen im Jahre 2025 vom Band laufen. Der ID4 folgt dem ID3, den es nur in Europa zu kaufen gibt und der in der Golfklasse antritt. Das Problem liegt in der Reichweite der Batterie. Der ID4 könnte rein rechnerisch eine Reichweite von 500 km haben, aber die Wahrheit wird allgemein bei 350-400 km vermutet. Das ist leider gar nichts im Vergleich zu den meisten Teslas. Das Model S, zum Beispiel, hat locker eine Reichweite von 520 bis 632 km je nach Ausstattung. Leider ist die Reichweite bei Elektroautos meist der entscheidende Punkt für die Käufer. Dafür fühlt sich der ID4 aber geräumig an und bietet auch ansonsten den Komfort, den die VW-Kunden gewöhnt sind. Ob das reichen wird, ist fraglich. Die Rezeption war … ähem ... durchwachsen. |
| Michael: | Das ist aber vorsichtig ausgedrückt. Was ich so gelesen habe, sah eher nach einem Verriss aus. Das liegt wohl hauptsächlich daran, dass der Wagen ab 160km/Stunde auf der Autobahn den Geist aufgibt. Volkswagen berichtete, der ID4 eigne sich für leichtes Gelände. Holger Appel von der FAZ spottete am 23. September, VW meine damit, der ID4 schaffe gerade mal den Aufstieg zur Skihütte. |
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| Michael: | Es war eigentlich schon vor der Corona-Krise klar, aber die Zeit des Shutdowns hat es offensichtlich gemacht: Erzieherinnen und Erzieher gehören zu den wichtigsten Berufen in Deutschland. Ihr täglicher Einsatz wahre den Familienfrieden, sichere den Unternehmen verlässliche Arbeitskräfte und sei systemrelevant für eine moderne Marktwirtschaft. Das schreibt „Die Zeit“ in dem Kommentar „Nur warme Worte reichen jetzt nicht mehr!“ vom 24. September. Erzieherinnen und Erzieher hätten mehr Geld verdient. Nun stehen Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst an. 4,8 Prozent mehr Lohn wird gefordert. Davon könnte rund ein Drittel aller Erzieher in Deutschland profitieren. Doch die kommunalen Arbeitgeberverbände verweisen auf leere Kassen wegen der Rezession. Das niedrige Gehalt und die fehlenden Karrierechancen in diesem Beruf haben dazu geführt, dass mehr als 90 Prozent aller Kitas über drastischen Personalmangel klagen. Bei Neueinstellungen muss mittlerweile auch auf Bewerber mit mäßigen Qualifikationen zurückgegriffen werden. Das hat Folgen für Kinder und Fachkräfte, denn wer keine entsprechende Ausbildung hat, ist bei der Arbeit in einer Kita schnell überfordert. |
| Jana: | Liegt es denn nur am Gehalt, dass es so wenige Erzieherinnen und Erzieher gibt? Oder hat es vielleicht auch damit zu tun, dass der Beruf generell nicht so beliebt ist? |
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