Massenproteste in der Türkei nach der Verhaftung des Oberbürgermeisters von Istanbul
Nach der Verhaftung des Istanbuler Oberbürgermeisters Ekrem İmamoğlu, eines prominenten politischen Rivalen von Präsident Recep Tayyip Erdoğan, ist es in der Türkei zu Massenprotesten gekommen. İmamoğlu wurde wegen Korruptionsvorwürfen festgenommen. Er wird verdächtigt, eine kriminelle Vereinigung zu leiten. Außerdem werden ihm Bestechung, Erpressung und Ausschreibungsmanipulation vorgeworfen.
Die Proteste werden vor allem von Universitätsstudenten angeführt. Sie spiegeln den starken Wunsch der jüngeren Wähler nach Demokratie wider. Die Verhaftung von İmamoğlu erfolgte zu einem Zeitpunkt, als er zum Präsidentschaftskandidaten der sozialdemokratischen Republikanischen Volkspartei gewählt wurde. Das türkische Innenministerium hat mehr als eintausend Verhaftungen gemeldet, darunter auch von anderen Politikern und Journalisten.
Die Inhaftierung von İmamoğlu wurde von ausländischen Politikern als Angriff auf die Demokratie bezeichnet und hat Besorgnis über den wachsenden autoritären Kurs der Türkei ausgelöst. Wenn er nicht verurteilt wird, kann İmamoğlu als Kandidat bei den Präsidentschaftswahlen 2028 antreten und hat eine Chance zu gewinnen.