Rätsel um Neandertaler-DNA gelöst
Es ist bekannt, dass Europäer 2 % Neandertaler-DNA in ihrem Genom haben, während Menschen in Ostasien bis zu 4 % haben können. Aus fossilen Funden wissen wir, dass Neandertaler in Europa lebten, und dass es in Ostasien keine bekannten Fundstätten von Neandertalern gibt. Warum haben Ostasiaten mehr Neandertaler-DNA als Europäer? Am 18. Oktober veröffentlichte die Zeitschrift Science Advances nun eine neue genomische Studie, die dieses Rätsel zu lösen versucht.
Die Wissenschaftler analysierten den Neandertaler-Anteil in menschlicher DNA aus fossilen und modernen Proben der letzten 40.000 Jahre abhängig von Zeit und Ort. Ihre Untersuchungen zeigen, dass der Anteil von Neandertaler-DNA in Menschen in Europa ursprünglich höher war als in Asien und erst später zurückging. Verantwortlich dafür waren Migrationsbewegungen.
Vor rund 10.000 Jahren kamen die ersten jungsteinzeitlichen Bauern aus dem Nahen Osten nach Europa. Ihre DNA hatte einen deutlich geringeren Neandertaler-Anteil als die DNA der bis dahin in Europa lebenden Jäger und Sammler. Dadurch verdünnte sich nach und nach der Anteil der Neandertaler-DNA in Europa, bis er geringer war als in Ostasien. Es gab keine vergleichbare Migra