Duzen oder Siezen?
6 July 2023
Cineberg / Shutterstock.com
| Michael: | In der deutschen Sprache gibt es zwei Möglichkeiten, jemanden anzureden: man kann duzen oder siezen. Mit dem informellen „du“ spricht man eher Menschen aus dem näheren Umfeld an. Also Familienangehörige, Freunde, Bekannte, vielleicht einige Arbeitskollegen. Das formale „Sie“ wird verwendet, wenn sich Menschen nicht kennen, oder wenn es eine Art Machtgefälle zwischen ihnen gibt. In der Geschäftswelt, in der Kommunikation zwischen Verkäufer und Kunde war lange Zeit das Siezen üblich. Doch immer mehr Unternehmen entscheiden sich dafür, ihre Kunden zu duzen. Die „taz“ findet diesen Trend gar nicht gut. Während der Kunde früher König gewesen wäre, würde er heute zum Kumpel degradiert, schreibt die Zeitung im Artikel „Duz’ mich nicht, du Kaufhaus!“ vom 27. Juni. Mit dem „du“ werde alles angeblich entspannter. Doch das Siezen sei eine nicht zu unterschätzende Kulturtechnik, die mehr und mehr in Vergessenheit gerate. |
| Jana: | Mir ist dieser Trend auch schon aufgefallen. Eigentlich mag ich es eher zu duzen. Manchmal auch fremde Leute, wenn es passend ist. Aber auf Werbeplakaten gleich geduzt zu werden, finde ich nicht angebracht. |
| Michael: | Mir ist das Duzen lieber. Ich finde das Siezen zu steif und altbacken. Und in anderen Sprachen gibt es die Unterscheidung zwischen den beiden Anreden überhaupt nicht. Im Englischen zum Beispiel. |