Vollständig gelähmter Patient kann dank Hirnimplantaten wieder kommunizieren
Am vergangenen Dienstag veröffentlichte die Zeitschrift Nature Communications die Ergebnisse eines dreijährigen Experiments. Es ging um einen Patienten mit einer fortschreitenden Degeneration von Gehirnzellen, die die Bewegung kontrollieren. Es ist das erste Beispiel dafür, dass ein Patient, der seinen Körper, einschließlich des Augapfels, nicht mehr bewegen kann, mit der Außenwelt kommunizieren kann.
Die Forscher nutzten neue Fortschritte bei Hirn-Computer-Schnittstellen-Technologien. Dem Patienten wurden zwei winzige Elektroden ins Gehirn implantiert. Wenn er sich die Bewegung seines Augapfels vorstellte, konnte der Patient mit einer Geschwindigkeit von einem Buchstaben pro Minute kommunizieren.
Die wissenschaftliche Welt ist über dieses Experiment geteilter Meinung. Einige sind von den Ergebnissen begeistert; andere sagen, dass weitere Experimente notwendig sind. Wieder andere sind skeptisch. Sie weisen darauf hin, dass einigen Autoren der Studie wissenschaftliches Fehlverhalten im Umgang mit Daten vorgeworfen wurde, und dass sie deshalb von der Deutschen Forschungsgemeinschaft sanktioniert wurden.