Ramelow plant landesweite Abschaffung der Corona-Regeln in Thüringen ab dem 6. Juni
| Jana: | Thüringens Ministerpräsident Ramelow haut gerade mal wieder so richtig auf den Putz! Nach Ramelows Plan sollen auf Landesebene praktisch alle Corona-Lockdown-Maßnahmen abgeschafft werden. Das wäre das erste Bundesland, das diesen weitreichenden Schritt wagen würde. Wenn das Land zustimmt, würde das bedeuten, dass es ab dem 6. Juni in Thüringen keine landesweite Maskenpflicht und keinen Sicherheitsabstand mehr geben wird. Auch die ganzen Limitationen zu den Kontaktbegrenzungen wären aufgehoben. Ramelow setzt hiermit auf mehr regionale Lösungen und auf die „verantwortungsbewusste Solidarität“ der Bürger. Das hört sich für mich nach dem Modell Schweden an, von dem ich weiß, dass du davon nichts hältst. |
| Michael: | Ich sag da nur eins. Schweden hat pro Kopf doppelt so viele Tote wie der Rest von Skandinavien zusammengenommen. Die Verfechter der „verantwortungsbewussten Solidarität“ in Schweden müssen den Angehörigen von drei Vierteln ihrer Corona-Toten, das sind bisher über 3000 Menschen, erklären, warum diese ohne guten Grund sterben mussten. |
| Jana: | Wie ich sehe, ziehst du den Dänemark-Schweden Vergleich. Der Vorstoß von Ramelow hat auch riesige Empörung, heftige Kritik und Diskussionen ausgelöst. Alle Bundesländer, insbesondere das benachbarte Bayern sind in Aufruhr und mahnen, dass Ramelow mit seinem Schritt unnötige Tote in Kauf nimmt. Auch aus Thüringen selbst kam viel Kritik. Nur Sachsen überlegt, dem Beispiel Ramelows zu folgen. Die Tagesshow schrieb auf ihrer Website über das „Versuchslabor Thüringen“. Der Virologe Christian Drosten meldete am Montag im Deutschlandfunk Skepsis gegenüber den Plänen an. Florian Herrmann (CSU), sprach in der „Bild“-Zeitung von einem „hochgefährlichen Experiment für alle Menschen in diesem Land“. Viele Politiker mahnten, der Vorstoß käme zu früh und riskiere die durch den Lockdown erreichten Resultate. Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil verwies in der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ auf den Ausbruch der Krankheit in einem Restaurant in Leer, nach dem über 130 Menschen in die Quarantäne mussten. Das zeige, dass die Gefahr nicht vorbei sei. In einem weiteren Fall hatten sich bei einem Gottesdienst in Hessen über 100 Menschen infiziert. Was hältst du von den Plänen Ramelows? |