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Ungeimpfte Kinder dürfen in Italien nicht die Schule besuchen

29 January 2029
Ungeimpfte Kinder dürfen in Italien nicht die Schule besuchen
Renato Murolo 68 / Shutterstock.com

Ab dieser Woche dürfen Kinder in Italien nicht mehr zur Schule zu gehen, wenn sie nicht nachweisen können, dass sie geimpft sind. Eine vorübergehende Regelung, nach der die Impfbestimmungen gelockert worden waren, lief am Montag aus, und ein früheres, strengeres Gesetz trat wieder in Kraft.

Das 2017 verabschiedete strengere Gesetz schreibt vor, dass Kinder im Alter von sechs Jahren und jünger vom Kindergarten und von der Schule ausgeschlossen werden, wenn sie nicht gegen Masern, Mumps, Röteln, Windpocken und Polio geimpft sind. Kinder im Alter von sechs bis 16 Jahren dürfen nicht vom Unterricht ausgeschlossen werden, ihre Eltern müssen jedoch mit Geldstrafen von bis zu 500 Euro rechnen. Im vergangenen September hatte die italienische Regierung eine befristete Regelung erlassen, nach der Kinder die Schule besuchen durften, solange ihre Eltern einfach erklärten, sie seien geimpft worden. Ein ärztliches Attest war nicht erforderlich.

Allein in der Stadt Bologna wurden am Montag 300 Kinder aus der Schule nach Hause geschickt. Offiziellen Angaben zufolge liegen die Impfraten in Italien mittlerweile bei 95 Prozent, unter anderem dank des Gesetzes von 2017. Davor lagen die Impfraten unter 80 Prozent.

Michael: Es ist gut zu sehen, dass die Vernunft gesiegt hat! Dies ist für viele Eltern sicher eine große Erleichterung.
Jana: Ja, aber… das kann auch bald wieder enden. Offenbar arbeitet die italienische Regierung an einem neuen Gesetz, das die Impfanforderungen wieder lockern würde.
Michael: Jana, ich verstehe nicht, warum es überhaupt eine „Debatte“ über Impfungen gibt. In Deutschland ist es dasselbe. Eltern müssen sich wegen der Impfung ihrer Kinder zwar beraten lassen, müssen die Kinder aber nicht unbedingt impfen lassen. Das ist gefährlich!
Jana: Es gab schon immer Skepsis gegenüber Impfungen, Michael. Besonders nach der Studie, die vor 20 Jahren im Lancet veröffentlicht worden war und Impfungen in Zusammenhang mit Autismus gebracht hatte.
Michael: Moment mal! Diese Studie wurde ja wohl komplett widerlegt!
Jana: Weiß ich doch. Aber manche Leute denken immer noch, dass Impfstoffe gefährlich sind. Sie wollen mit ihren Kindern offenbar kein Risiko eingehen. Und sie mögen es nicht, wenn ihnen die Regierung vorschreibt, was sie tun sollen.
Michael: Okay, ich verstehe ja, dass wir in einer Zeit leben, in der Menschen alles in Frage stellen, was mit „dem Establishment“ in Verbindung steht. Aber Jana, hier handelt es sich um eine grundlegende Frage der öffentlichen Gesundheit! Erinnere dich nur an den Masernausbruch 2017. Das wäre nicht passiert, wenn mehr Menschen geimpft worden wären!
Jana: Ich widerspreche dir ja gar nicht, Michael. Ich sage nur, dass es viele Gründe gibt, warum Eltern ihre Kinder nicht impfen lassen wollen. Zumal es so viel Stimmungsmache gegen Impfungen gibt – online und auf Social Media.
Michael: Die Leute, die gegen Impfungen sind, verstehen nicht, dass ihre Perspektive ein totaler Luxus ist.
Jana: Wie meinst du das?
Michael: Ich meine, die Leute haben den Luxus, gegen Impfungen zu protestieren, gerade weil so viele Menschen geimpft wurden! Deshalb sind Ausbrüche so selten. Wenn sich das einmal ändert, wird vielleicht niemand mehr die Bedeutung von Impfungen in Frage stellen.