Russischer Yoga-Lehrer von Terroranklage freigesprochen
Ein ungewöhnlicher Fall gegen einen russischen Yoga-Lehrer fand am vergangenen Mittwoch seinen Abschluss. Ein Gericht in Russland sprach den 44 Jahre alten Dmitri Ugai vom Vorwurf des illegalen Missionierens frei. Ugai war auf einem Festival im vergangenen Oktober verhaftet worden, wo er einen Vortrag über Yoga-Philosophie gehalten hatte. Er war Anfang des Monats offiziell angeklagt worden.
Missionarische Tätigkeiten sind in Russland laut einem im vergangenen Sommer erlassenen Anti-Terrorismus-Gesetz verboten. Dieses Gesetz verbietet das Bekehren und Predigen sowie die Verbreitung religiöser Schriften außerhalb von offiziell anerkannten religiösen Institutionen, wie zum Beispiel Kirchen. Ugai war angeklagt, Jugendliche auf dem Festival für eine „pseudo-hinduistischen Organisation“ rekrutiert zu haben. Er erklärte jedoch, dass er in seinem Vortrag weder religiöse Organisationen genannt noch religiöse Texte verwendet habe.
Die Anklage gegen Ugai beunruhigte Yoga-Fans und wurde von Menschenrechtsbeobachtern kritisiert, die der Meinung sind, dass die Gesetze zu vage sind. Bei einem Schuldspruch hätte Ugai eine Geldstrafe in Höhe von bis zu 50.000 Rubel (783 Euro) zahlen müssen.