| Jana: | In Deutschland haben viele Feiertage einen christlichen Hintergrund. Doch das Christentum ist nicht die einzige Religion in der Bundesrepublik. Der Islam gehört mittlerweile genauso wie das Christentum zu Deutschland. Daraus entsprang der Vorschlag, muslimische Feiertage anzuerkennen und Arbeitnehmern einen freien Tag zu gewähren, wenn sie diese Feste feiern. |
| Michael: | Ich bin mir nicht sicher, ob es eine gute Idee war, solch einen Vorschlag einzubringen. Man kann doch an drei Fingern abzählen, dass er vielen missfallen und Neid schüren würde. |
| Jana: | Der Vorschlag wurde tatsächlich schnell wieder zurückgezogen. Aber hauptsächlich deshalb, weil er in den Medien falsch beschrieben wurde. In einigen Zeitungen war von „Extra-Feiertagen“ für Muslime die Rede. |
| Michael: | Das klingt, als ob Muslime bevorzugt würden. Aber was genau ist denn nicht richtig daran, diese Regelung als Extra-Feiertage zu bezeichnen? |
| Jana: | Es so auszudrücken, erweckt den Eindruck, als ob für Muslime zum Fest des Fastenbrechens und zum Opferfest ein gesetzlicher und damit bezahlter Urlaubstag gelten würde, und für Christen nicht. |
| Michael: | Und warum ist dieser Eindruck falsch? |
| Jana: | Weil Muslime in Wirklichkeit einen unbezahlten Urlaubstag beantragen können, der ihnen vom Arbeitgeber genehmigt werden muss. Das gibt es in vielen Bundesländern allerdings schon lange. |