| Jana: | Heute ist Donnerstag, der 15. Februar 2024. Willkommen zu einer neuen Folge unseres wöchentlichen Programms „News in Slow German“ für Fortgeschrittene! Hallo allerseits! Hallo Michael! |
| Michael: | Hallo Jana! Hallo liebe Hörerinnen und Hörer! |
| Jana: | Wir beginnen unser Programm mit einer Story, die Europa schockiert hat. Es geht um eine Äußerung des ehemaligen Präsidenten Donald Trump. Er erklärte, er würde Putin ermutigen, NATO-Mitgliedsländer anzugreifen, die die Richtlinien für Verteidigungsausgaben nicht einhalten. Weiter geht es im politischen Teil des Programms mit der Reaktion der EU auf den ehemaligen Fox-News-Moderator Tucker Carlson, der letzte Woche ein Interview mit Putin geführt hat. Danach sprechen wir über eine in der Fachzeitschrift Nature Scientific Reports veröffentlichte Studie, die zeigt, wie man seine Überlebenschancen bei einem direkten Blitzeinschlag in den Kopf deutlich erhöhen kann. Und im kulturellen Teil des Programms sprechen wir heute über das wichtigste Sportereignis des Jahres in den USA, den Super Bowl. |
| Michael: | Jana, hast du dir den Super Bowl angesehen? |
| Jana: | Teilweise. |
| Michael: | Teilweise? Was meinst du damit? |
| Jana: | Na ja, ich interessiere mich hauptsächlich für den Super Bowl als kulturelles Phänomen. Ich wusste, dass wir in unserem Programm über den Super Bowl sprechen würden. Deshalb musste ich mich darauf vorbereiten, über alle Aspekte des Ereignisses informiert zu sein. |
| Michael: | Okay, ich freue mich schon darauf, mit dir darüber zu sprechen. Aber jetzt wollen wir mit der Ankündigung der Storys weitermachen, die wir heute in unserem Programmteil „Trending in Germany“ diskutieren werden. Wir werden über eine Entdeckung in Thüringen sprechen, die darauf hindeutet, dass Homo Sapiens bereits viel früher als bisher angenommen nach Mitteleuropa kamen. Außerdem diskutieren wir darüber, dass viele Menschen in Deutschland Pfandflaschen sammeln müssen, um ihr Einkommen aufzubessern. |
| Jana: | Interessante Themen. Los geht's! |
Am Samstag hielt der ehemalige US-Präsident Donald Trump auf einer Wahlkampfveranstaltung in South Carolina eine Rede, die Schockwellen über den Atlantik sandte. Er sagte, er werde Russland dazu ermuntern, mit jedem NATO-Mitgliedstaat, der die Richtlinien für die Verteidigungsausgaben nicht einhält, „zu tun, was immer zur Hölle sie wollen“.
Trump sagte, der „Präsident eines großen Landes“ habe ihn einmal gefragt, ob die USA ihre NATO-Verbündeten verteidigen würden, wenn Russland sie angreifen würde. Trump erwiderte darauf, dass die USA nicht helfen würden, ein NATO-Mitglied zu verteidigen, wenn es mit seinen Verteidigungsausgaben im Rückstand sei. Artikel 5 des NATO-Vertrags besagt, dass ein Angriff gegen ein NATO-Mitglied ein Angriff gegen alle Mitglieder ist.
2006 einigten sich die NATO-Mitglieder, mindestens 2 % ihres Bruttoinlandsprodukts für die Verteidigung auszugeben. Derzeit erfüllen 11 Mitglieder diese Vorgabe. Mit Ausnahme der USA und des Vereinigten Königreichs haben die meisten von ihnen eine Grenze zu Russland oder befinden sich in der Nähe der Frontlinien des Ukraine-Kriegs. Viele wichtige europäische Länder wie Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien erfüllen die
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Am vergangenen Mittwoch hatten mehrere konservative Kommentatoren und Politiker die EU fälschlicherweise beschuldigt, Sanktionen gegen den ehemaligen Fox-News-Moderator Tucker Carlson wegen seines Putin-Interviews zu planen. Am Donnerstag machte Peter Stano, der Sprecher der EU-Kommission für Außen- und Sicherheitspolitik, den wilden Spekulationen ein Ende.
Er erklärte, dass es in den zuständigen EU-Gremien keine Diskussionen über derartige Sanktionen gebe. Stattdessen hatten zwei EU-Parlamentarier vorgeschlagen, dass die EU ein Reiseverbot gegen Carlson in Betracht ziehen solle, weil er als „Propagandist“ für Putins Regime agiere. Die Mitglieder des EU-Parlaments spielen jedoch keine Rolle im Sanktionsverfahren.
Sanktionen gegen Personen und Unternehmen werden vom Europäischen Auswärtigen Dienst, dem diplomatischen Arm der EU, in Zusammenarbeit mit den Mitgliedsstaaten festgelegt. Sanktionen werden entsprechend der Gefahr verhängt, die diese Personen oder Unternehmen für die Sicherheit, die Interessen oder die Grundwerte der EU darstellen. Laut Stano müssen Sanktionen „mit Beweisen untermauert“ werden und erfordern die einstimmige Zustimmung aller 27 Mitglieder.
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Eine Studie, die am 9. Februar in der Fachzeitschrift Nature Scientific Reports veröffentlicht wurde, erläutert einen Weg, die Überlebenschancen im Falle eines direkten Blitzeinschlags in den Kopf deutlich zu erhöhen. Forscher aus Deutschland haben herausgefunden, dass Regenwasser auf der Kopfhaut die Überlebenschancen auf 70-90 % erhöht, verglichen mit 30 % bei einem trockenen Kopf.
Die Wissenschaftler konstruierten zwei menschliche Kopfmodelle, die aus drei Schichten bestanden, um die leitenden Eigenschaften von Gehirn, Schädel und Kopfhaut zu simulieren. Eines der Kopfmodelle blieb trocken, das andere wurde mit einer Lösung besprüht, die Regenwasser darstellte. Jedes Modell durchlief anschließend 10 Simulationen eines direkten Blitzeinschlags.
Die Experimente zeigten, dass bei einem nassen Kopf im Durchschnitt ein geringerer elektrischer Strom in das Gehirn eindrang als bei einem trockenen Kopf. Außerdem zeigte der nasse Kopf weniger Anzeichen von Schäden an der Kopfhaut. Die Forscher planen, ihre Experimente mit verschiedenen Modellen fortzusetzen, um die optimalen Materialien für schützende Kopfbedeckungen zu finden.
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Am vergangenen Sonntag fand in Las Vegas der Super Bowl statt, das Endspiel um die American Football-Meisterschaft. In diesem Jahr besiegten die Kansas City Chiefs die San Francisco 49ers in einem spannenden Spiel in der Verlängerung mit 25 zu 22. Die Kansas City Chiefs sind das erste Team, das zwei Super-Bowl-Titel in Folge gewonnen hat in den letzten 20 Jahren. Es ist außerdem der dritte Titel für das Team in fünf Jahren.
Wie immer ging es auch bei diesem Super Bowl um mehr als nur Sport. Der Super Bowl ist für seine aufwendige Halbzeitshow bekannt. In diesem Jahr gab es ein Konzert mit hochkarätigen Popstars, angeführt von Sänger Usher. Nicht alle Kritiker waren jedoch beeindruckt. Sie merkten an, dass Ushers Auftritt durch die Anwesenheit von Megastar Taylor Swift im Publikum in den Schatten gestellt wurde.
Die Super-Bowl-Übertragungen sind auch für ihre Werbespots berühmt. In diesem Jahr kostete ein 30 Sekunden langer Werbespot mehr als 7 Millionen Euro. Neben dem extrem hohen Preis für die Sendezeit waren die Werbespots auch deshalb so teuer, weil in ihnen Stars wie Beyoncé, Ben Affleck, Christopher Walken und Arnold Schwarzenegger mitwirkten.
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| Jana: | Die Menschheitsgeschichte muss neu geschrieben werden. Wissenschaftler haben in der Ilsenhöhle unter der Burg Ranis in Thüringen neue Knochenfunde gemacht. Dort fand man bereits in den 30iger Jahren Knochen, die damals für Tierknochen gehalten wurden. Forscher fanden in 8 Meter Tiefe einen 1,7 Meter großen Felsblock, unter dem damals nicht gegraben wurde. Unter ihm wurden nun Knochen anatomisch moderner Menschen gefunden, die mehr als 45.000 Jahre alt sind. Insgesamt identifizierte man 13 menschliche Skelett Überreste, einschließlich der Funde aus den 30iger Jahren. Das geht aus einer Studie hervor, die der renommierte Anthropologe Jean-Jacques Hublin im Fachjournal Nature veröffentlicht hat. Das ist der Beweis, dass der moderne Mensch Tausende von Jahren früher in Zentraleuropa lebte, als man bisher angenommen hatte. Es ist eine Sensation! Michael, kannst du den Zuhörern erklären, wieso? |
| Michael: | Klar. Bisher dachte man, dass der anatomisch moderne Mensch vor etwa 40.000 Jahren nach Zentraleuropa kam, als das Klima anfing, wärmer und damit gemütlicher zu werden. Und – so ging die Geschichte, die sich die Experten zurechtlegten – sobald sie ankamen, begannen die Neandertaler zu verschwinden. So einfach war das. Ja … Pustekuchen! |
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| Michael: | In Deutschland gibt es ein ausgeklügeltes System des Flaschenpfandes. Die Idee dahinter ist, dass Flaschen nach dem Verzehr des Inhaltes nicht einfach im Müll entsorgt werden. Durch das Pfand soll ein Anreiz geschaffen werden, die Flaschen zum Beispiel im Supermarkt zurückzugeben und sie so wieder in das Mehrwegsystem zurückzuleiten. Doch gerade in Großstädten, in denen es üblich ist, im Freien Getränke zu konsumieren, bleiben leere Flaschen oft am Straßenrand stehen. Meistens aber nur kurz. Denn häufig werden sie von bedürftigen Menschen eingesammelt, die jeden Cent brauchen können. Die „BZ“ spricht von einem „Kampf um die Pfandflaschen“. Im gleichnamigen Artikel vom 4. Februar wirft die Zeitung die Frage auf, wer das Geld am nötigsten hätte: Obdachlose, Geflüchtete oder Rentner, die mit ihrer Rente nicht über die Runden kommen. |
| Jana: | Einerseits ist es gut, dass es für Bedürftige die Möglichkeit gibt, auf diese Weise ein wenig Geld zu verdienen. Andererseits ist es traurig, dass es nötig ist. |
| Michael: | Ich finde, man könnte das Pfand ruhig erhöhen. So würde man den Menschen helfen. Immerhin wird alles teurer. |
| Jana: | Ich bin mir nicht sicher. Es gibt sicherlich einen gewissen Betrag, mit dem das System am besten funktioniert. |
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