Im Gegensatz zu seinen Nachbarländern gibt es in Frankreich keine Proteste gegen übermäßigen Tourismus
In Südeuropa sind Proteste gegen den übermäßigen Tourismus zur Regel geworden. Am 15. Juni protestierten Demonstranten in fast 20 Städten in Spanien, Italien und Portugal gegen den starken Zustrom von Touristen. Die Einheimischen sagen, der Tourismus verschlechtere ihre Lebensqualität, treibe die Wohnungspreise in die Höhe, verdränge die Einwohner und bedrohe die lokale Kultur.
Gleichzeitig steht der Louvre in Paris vor ähnlichen Schwierigkeiten. Dort streikt das Personal wegen der überwältigenden Besucherzahlen, die das historische Gebäude und seine Kunstwerke strapazieren. Trotz des Aufschwungs im französischen Tourismus mit einem Rekord von 100 Millionen Besuchern im Jahr 2024 ist der Widerstand gegen den Tourismus in Frankreich jedoch vergleichsweise gering.
Analysten führen diese Diskrepanz auf die historische Einstellung Frankreichs zum Tourismus zurück. Paris kann auf eine lange Tradition der Gastfreundschaft zurückblicken, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht. Dagegen ist Barcelona erst seit kurzem ein beliebtes Reiseziel. Außerdem ist der nationale und internationale Tourismus gleichmäßiger über Frankreich verteilt. In Spanien konzentriert er sich eher auf die Küstenregi