Ärzte in der Schweiz verschreiben Museumsbesuche als Psychotherapie
In der Schweizer Stadt Neuchâtel gibt es ein neues Programm, in dessen Rahmen Ärzte kostenlose Museumsbesuche als Teil von Behandlungsplänen zur Stärkung der psychischen Gesundheit verschreiben können. Dieses von den lokalen Behörden ins Leben gerufene Pilotprojekt hat das Ziel, Patienten eine kostenlose kulturelle Auszeit zu ermöglichen.
Das Programm basiert zum Teil auf dem Bericht der Weltgesundheitsorganisation von 2019, in dem die positiven Auswirkungen der Auseinandersetzung mit Kunst auf die psychische Gesundheit aufgezeigt werden. Diese umfassen unter anderem die Bewältigung von Traumata und die Vorbeugung von kognitivem Abbau. Das Programm hat ein bescheidenes Budget von 10.000 Schweizer Franken, umgerechnet etwa 10.460 Euro. Seit dem Start wurden bisher rund 500 Museumsbesuche auf Rezept ausgestellt.
Experten glauben, dass das Programm einem breiten Spektrum von Patienten zugutekommen kann, da es sie ermutigt, sich mit ihrer Umgebung auseinanderzusetzen. Die Begeisterung für das Programm reicht in die Kommune hinein. Einige plädieren sogar für eine generelle Einführung der Verschreibung von kulturellen Angeboten.