Weiße Weste für die Kunst
22 August 2024
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| Hanna: | Fast jeder kennt die Werke großartiger Künstler wie Mozart, Beethoven oder Shakespeare. Doch das musikalische und theatralische Erbe dieser Berühmtheiten wäre nicht entstanden, wenn es damals keine Gönner gegeben hätte, die die Kunstschaffenden unterstützt hätten. Auch heute ist Kunst und Kultur auf Förderungen angewiesen. Und wo sich staatliche Institutionen zurückziehen, springen häufig private Sponsoren ein. Unter ihnen seien oft Bösewichte, die sich beliebt machen oder reinwaschen wollten, kommentiert die Zeitung „nd“ im Artikel „Qual der Wahl?“ vom 12. August. Denn entweder würden Tickets für kulturelle Veranstaltungen so teuer, dass sich nur noch die reiche Oberschicht diese Eintrittspreise leisten kann, oder Kunst würde durch schmutzige Geschäfte mit Waffen oder fossiler Energie gefördert. Es sei gut, dass Künstler diesem Thema heutzutage sensibler begegnen. Freier seien sie dadurch aber nicht. |
| Sabine: | Das ist in der Tat ein Dilemma. Ich finde es sehr schade und problematisch, dass die Kunst immer von fremden Geldern abhängig ist. |
| Hanna: | Shakespeare hat es nicht gestört, dass seine Mäzenin Elisabeth I. eine kriegslüsterne, kolonial ambitionierte Lady war. Und das Publikum hat es auch nicht gestört. |