Griechische Abgeordnete des EU-Parlaments soll Schmiergelder aus Katar angenommen haben
Die griechische EU-Abgeordnete Eva Kaili wurde am Sonntag in Brüssel verhaftet. Der Verhaftung gingen mehrere Razzien voraus, bei denen Bargeld, Computerausrüstung und Mobiltelefone beschlagnahmt wurden. Diese Durchsuchungen fanden in Italien und in Brüssel statt. Sie führten zu mehreren weiteren Verhaftungen.
Den von der belgischen Polizei festgenommenen Verdächtigen wird Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung, Geldwäsche und Korruption vorgeworfen. Am Dienstag stimmte das EU-Parlament mit überwältigender Mehrheit dafür, Kaili als Vizepräsidentin des Parlaments abzusetzen. Außerdem wurde sie aus der griechischen Mitte-Links-Partei PASOK und der Sozialdemokratischen Fraktion des EU-Parlaments ausgeschlossen.
Die Staatsanwaltschaft untersucht die versuchte Einflussnahme des Golfstaats Katar auf das EU-Parlament. Die katarische Regierung bestreitet jegliche Einflussnahme. Kaili war im EU-Parlament unter anderem für den Nahen Osten zuständig. Vor kurzem hatte sie Katars Arbeitsrechte gelobt und dabei die Skandale um die katastrophalen Bedingungen der Wanderarbeiter beim Bau der Infrastruktur für die Fußballweltmeisterschaft komplett ignoriert.