Muezzinruf in Köln
3 November 2022
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| Jana: | In Köln hat ein Pilotprojekt begonnen. Jeden Freitag erschallt von der Zentralmoschee Köln-Ehrenfeld der Muezzinruf, um die Gläubigen zum Gebet zu rufen. Der Ruf darf in Köln freitags zur Mittagszeit für fünf Minuten erklingen. Er darf 60 Dezibel nicht überschreiten. Kirchenglocken sind meist wesentlich lauter. Die Bürgermeisterin der Stadt Köln, Henriette Reker, möchte hiermit ein Signal der Religionsfreiheit senden und zeigen, dass Kölner die multikulturelle Vielfalt ihrer Stadt schätzen. Es gab viel Zustimmung, allerdings hagelte es auch Kritik. Michael, du bist doch sonst ein Verfechter bürgerlicher Freiheiten. Warum bist jetzt ausgerechnet DU gegen die Religionsfreiheit und die Toleranz, die es in der wunderbaren Stadt Köln gibt? |
| Michael: | Ich bin ein großer Verfechter der Religionsfreiheit – übrigens auch der Freiheit, keine Religion zu haben – und ich bin absolut in jeder Hinsicht für Toleranz. Normalerweise hätte ich an dem Muezzinruf in Köln nichts auszusetzen. |
| Jana: | Aber? |
| Michael: | Aber, es ist nun mal so, dass die Moschee in Köln-Ehrenfeld mit Geldern aus der Türkei gebaut worden ist. Deswegen wurde dieses Vorzeigestück des Vormarschs des politischen Islams auch von Erdogan selbst eingeweiht. Die Türkei und Erdogan glauben viele Dinge, aber Toleranz und ein Glaube die Religionsfreiheit gehören nicht dazu. In Ländern wie Saudi-Arabien wirst du wegen der öffentlichen Ausübung eines anderen Glaubens hingerichtet. |