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Der Erfinder der Paralympischen Spiele: Sir Ludwig Guttmann

2 September 2021
Der Erfinder der Paralympischen Spiele: Sir Ludwig Guttmann

Jana: Ich bin voll im Geist der Paralympischen Spiele in Tokio. Ich sage dir, was diese körper- und sehbehinderten Athleten da leisten, ist unglaublich. Was für eine Inspiration für uns alle. Das hat mich zu einem Buch geführt. Der Titel: „Verraten-Vertrieben-Vergessen“ von Hartmut Collmann und Daniel Dubinski. Das Buch handelt von einem Arzt, der im Alleingang die Welt verändert hat. Es geht um Sir Ludwig Guttmann, einen Arzt, der die Behandlung von Querschnittsgelähmten revolutioniert hat. Er hat auch die Paralympischen Spiele ins Leben gerufen. Er war ein deutscher Jude, der aus Deutschland fliehen musste. Man müsste seine unglaubliche Lebensgeschichte eigentlich verfilmen.
Michael: Er ist anscheinend wirklich vergessen worden. Ich meine, kaum jemand würde seinen Namen heute kennen.
Jana: Fangen wir mal von vorne an. Guttmann wurde 1899 in Schlesien geboren. Seine Eltern hatten eine Spirituosenfabrik in Königshütte. Gegen Ende des Ersten Weltkriegs wurde er zunächst Krankenpfleger in einem Kriegskrankenhaus. Dort hatte er viel Kontakt mit verletzten Soldaten und einer von ihnen würde sein Leben verändern.
Michael: Er hatte eine folgenreiche Begegnung mit einem querschnittsgelähmten Soldaten und musste damals mit ansehen, wie dieser qualvoll starb. Dazu muss man wissen, dass die Überlebenschance bei Querschnittslähmungen vor dem Zweiten Weltkrieg verschwindend gering war. Die durchschnittliche Lebenserwartung war ungefähr drei Monate.

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