Bonobo-Weibchen adoptieren Junge aus anderen Gruppen
Wissenschaftler haben zum ersten Mal beobachtet, dass Bonobos Bonobojunge adoptieren, mit denen sie weder verwandtschaftliche noch soziale Beziehungen haben. Ein Forscherteam unter der Leitung der Kyoto-Universität in Japan beobachtete dieses Verhalten in der Region Wamba in Zentralafrika. Die Forschungsergebnisse wurden am 18. März in der Zeitschrift Scientific Reports veröffentlicht.
Chio, ein mehr als 50 Jahre altes Bonobo-Weibchen, adoptierte die dreijährige Ruby, und die 18-jährige Marie adoptierte die dreijährige Flora. DNA-Analysen zeigten keine verwandtschaftlichen Verbindungen zwischen Adoptivmutter und Adoptivkind. Weder Chio noch Marie hatten irgendwelche familiären Beziehungen zu den adoptierten Jungen.
Die Forscher sagen, dass ihre Entdeckung helfen kann, Adoption unter Menschen zu verstehen. Bonobos und Schimpansen sind die biologisch engsten Verwandten des Menschen. Diese fürsorgliche Art könnte ein Beweis für die starke Anziehungskraft von Bonobo-Babys auf Bonobos sein. Bonobos sind auch dafür bekannt, eine hohe Toleranz für Individuen von außerhalb der eigenen Gruppe zu haben.