Steinmeier und Scholz im Zentrum der Kritik um Nord Stream 2
18 February 2021
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| Jana: | Der Wirbel um die hochumstrittene Gaspipeline Nord Stream 2 von Russland nach Deutschland reißt nicht ab. Wie oft haben wir schon darüber gesprochen! Jetzt hat sich auch Bundespräsident Steinmeier eingeschaltet. Der ist gleich voll ins Fettnäpfchen getreten. In einem Interview mit der Rheinischen Post vom 6. Februar verteidigte er die Nord Stream 2-Pipeline. Er sagte, die Pipeline sei die letzte Brücke zu Russland. Man dürfe auch die historische Dimension nicht vergessen. Über 20 Millionen Menschen in der damaligen Sowjetunion seien dem 2. Weltkrieg zum Opfer gefallen. Diese Äußerung hat natürlich in Osteuropa und insbesondere in der Ukraine sofort unglaubliche Empörung ausgelöst. |
| Michael: | Ach was!? Erstmal waren es geschätzte 27 Millionen Kriegsopfer in der Sowjetunion, nicht 20 Millionen, was Steinmeier eigentlich wissen sollte. Außerdem ... toll, dass 27 Millionen sowjetische Kriegstote mal für irgendwas gut sind. Jetzt müssen sie als Rechtfertigung für deutsche Profite und die deutsche Energieversorgung herhalten. Klasse! |
| Jana: | Für unsere neuen Zuhörer, die Michael noch nicht kennen, … das war Sarkasmus. Aber auch unserem Bundesfinanzminister Scholz, dem Kanzlerkandidaten der SPD, geht es derzeit nicht besser. Es sickern momentan Details eines Briefes durch, den Scholz im August letzten Jahres an seinen US-Kollegen Steven Mnuchin geschrieben haben soll. Darin soll Scholz eine Milliarde Dollar für den Bau von Infrastruktur für den Import von amerikanischem Flüssiggas angeboten haben, wenn die USA dem Bau und der Inbetriebnahme der Nord Stream 2 nicht länger im Weg stehen. Flüssiggas gilt wegen Fracking als extrem umweltschädlich. Was ist jetzt schlimmer, Michael? |