Publikationswettbewerb in der Wissenschaft: Nicht als Erster zu publizieren, hat Auswirkungen auf die Qualität der Forschung
In der Wissenschaft erhalten Forscher, die Entdeckungen als Erste publizieren, in der Regel deutlich mehr Anerkennung als ihre Kollegen, die ähnliche Entdeckungen später veröffentlichen. Eine neue Studie, die am 28. Januar in der Zeitschrift Nature Human Behavior veröffentlicht wurde, zeigt, wie riskant und schädlich dieser Wettbewerb für die Wissenschaft ist.
Ein Team von Forschern unter der Leitung von Leonid Tiochin von der Technischen Universität Eindhoven in den Niederlanden entwickelte ein Modell mit 120 Wissenschaftler-„Bots“. Diese „digitalen Wissenschaftler“ sammelten Daten zu einer Reihe von wissenschaftlichen Fragestellungen und konkurrierten um Anerkennung für die Publikation ihrer Daten. Manche Bots waren so programmiert, dass sie eher bereit waren, ein Forschungsprojekt aufzugeben, wenn ein anderer Wissenschaftler die Ergebnisse vor ihnen publiziert hatte. Andere Bots waren hartnäckiger und setzten ihre Arbeit weiter fort.
Das Modell zeigte, dass sich eine höhere Anerkennung für Forscher, die zuerst veröffentlichen, negativ auf die Qualität der Forschung auswirken kann: Wenn die Anerkennung für eine schnelle Veröffentlichung am höchsten war, wurden oft weniger gründlich