Analysen von 500 Jahre alten Elefantenstoßzähnen liefern verblüffende Erkenntnisse
Vor mehr als zehn Jahren wurde vor der Küste Namibias ein Schiffswrack aus dem 16. Jahrhundert mit über einhundert gut erhaltenen Stoßzähnen aus Elfenbein gefunden. Ein Team aus Archäologen, Genetikern, Historikern und Ökologen hat nun die Herkunft dieser Stoßzähne bis zu den Waldelefanten Westafrikas zurückverfolgt und dabei einige wichtige Entdeckungen gemacht. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen wurden am 17. Dezember in der Zeitschrift Current Biology veröffentlicht.
Die Untersuchung der einhundert Stoßzähne bestätigte, wie sehr der jahrhundertelange Elfenbeinhandel die Elefantenpopulationen Afrikas dezimiert hat. Mit Hilfe genetischer Untersuchungen stellten die Forscher fest, dass die Stoßzähne von mindestens 17 nicht miteinander verwandten Elefantenherden stammten, von denen es jetzt nur noch vier in Afrika gibt.
Die heutigen afrikanischen Waldelefanten leiden noch immer unter den Schäden, die ihnen die Menschen durch Wilderei, Abholzung und Zerstörung des Lebensraums zugefügt haben. Von 2002 bis 2011 ist die Population der Waldelefanten um 62 Prozent gesunken. Schätzungen zufolge gibt es heute nur noch weniger als 100.000 Tiere.