Hunde durch Domestikation nicht kooperativer als Wölfe
Eine populäre Hypothese besagt, dass Hunde im Laufe ihrer Domestikation zahmer geworden sind. Dies wurde in einer Studie, die am 16. Oktober in der Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht wurde, in Frage gestellt. Das Experiment wurde im Wolfsforschungszentrum in Wien in Österreich durchgeführt, wo Wölfe und Hunde von Geburt an in derselben Umgebung aufwachsen.
Um zu testen, ob Kooperation eine Eigenschaft ist, die Wölfen und Hunden angeboren ist, wurden die beiden Arten für die Studie in einem klassischen Verhaltensexperiment verglichen, dem sogenannten Tauzieh-Test. In diesem Experiment ziehen jeweils zwei Tiere gleichzeitig an einem Seil, um eine Schale mit Futter zu sich zu ziehen. Die Tiere erhalten nur dann ein Stück rohes Fleisch zur Belohnung, wenn sie zusammen am Seil ziehen. Die Wissenschaftler stellten fest, dass Hunde nur in zwei von 472 Versuchen erfolgreich waren. Im Gegensatz dazu erledigten Wölfe die Aufgabe in 100 von 416 Versuchen mit Erfolg.
Wölfe sind soziale Tiere. Sie leben in Gruppen, jagen in Gruppen und ziehen ihre Jungen gemeinsam auf. Dieses Verhalten ist bei heutigen Hunden nicht zu beobachten, obwohl allgemein davon